Anzeige

Vogelgrippe, Geflügelverein bietet Unterstützung an!

Dieter P. in einer eigens für die Stallpflicht hergerichteten Voliere. Zusehen mit der vom Aussterben bedrohten alten Nutztierrasse, dem Sundheimer Huhn.
Die Stallpflicht hat seit einiger Zeit unsere Region erreicht. Nachdem am Eixer See bei Peine der H5N8 Virus nachgewiesen wurden, hatten sich die Stadt Wolfsburg und die umliegenden Landkreise zu dieser Pflicht- Aufstallung vorsorglich entschlossen.

Somit ist sämtliche Geflügelhaltung nur noch in Ställen oder nach oben durch eine dichte Abdeckung erlaubt. Die Seiten sind so herzurichten, dass ein Eindringen durch Wildvögeln nicht möglich ist. So der Pressewart des Geflügelzuchtvereins Fallersleben und Umgebung (GZV) Dieter P.

Viele Geflügelhalter stehen hierbei nun vor einem großen Problem. Der Bundesverband der Deutschen Rassegeflügelzüchter (BDRG) wies kürzlich darauf hin, dass eine bundesweite Stallpflicht ein Töten des Rasse- und Ziergeflügel von 30-50 % bedeuten könnte. Die vorhandenen Ställe sind meist nur zur Übernachtung geeignet, weil tagsüber die Tiere über einen großen Freilauf verfügen. Somit ist ein Schlachten kaum umgehbar. Die verbliebenen Tiere müssen dann in viel zu kleinen Ställen untergebracht werden. Ein Zustand, der somit als nicht artgerecht zu bezeichnen ist.

Viele dieser Geflügelarten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen.

So schreibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) in Hannover vor, das Gemäß der Verordnung des Bundes über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen vom 18.11.2016 nachstehende Maßnahmen einzuhalten sind:

Desinfektionsmatten oder -wannen sind vor dem Stalleingang zu errichten. Hier soll das Schuhwerk, welches außerhalb des Stalls getragen wird, desinfiziert werden. Hierzu können große handelsübliche Mörtelkästen oder -kübel im Baumarkt oder haushaltsübliche Wannen erworben und, mit Desinfektionsmittel gefüllt, als Desinfektionswanne verwendet werden. Alternativ kann eine mit Desinfektionsmittel getränkte Schaumstoffmatte in einer Wanne als Desinfektionsmatte verwendet werden.

Des Weiteren weist P. darauf hin, dass für jeden Geflügelhalter, egal ob Hobbyhaltung oder nicht, eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Impfpflicht besteht. Hier muss alle 3 Monate über das Trinkwasser oder ein Mal im Jahr durch eine Spritze vom Tierarzt gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden.

Zudem müssen alle Tiere beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse angemeldet sein. Diese ist vielen Geflügelhaltern nicht bekannt, oder es wird ignoriert. Bei einer Kontrolle durch das Veterinäramt könnte eine Missachtung der Stallpflicht und des nicht vorhanden sein des Impfnachweises ein hohes Bußgeld nach sich ziehen. So könnten bei ein Missachtung im schlimmsten Fall bis zu 30.000 € fällig werden.

Nun stellt sich noch die Frage, woher kommt das hoch ansteckende H5N8 Virus? Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI) wurde es erstmals Anfang 2014 in Südkorea bei Geflügel und Wildvögeln nachgewiesen. Es wurden mehrere Millionen Tiere damals sicherheitshalber in Asien getötet. Das Virus tauchte später auch in China und Japan auf.

Wie verhalten sich an H5N8 erkrankte Tiere?
Laut LFI verhalten sich erkrankte Hühner teilnahmslos, zeigen Durchfall, nachlassende Legeleistung, Appetitlosigkeit und Störungen des zentralen Nervensystems, welches sich durch unnormale Kopfhaltungen und Gleichgewichtsstörungen bemerkbar machen.

Verbreitet wird der Erreger überwiegend durch Kot und andere Tiere wie Mäuse, Ratten oder über Kleidung, Schuhe und Autoreifen. Somit ist eine besondere Sorgfalt gefragt.
Das Futter, der Einstreu und alle Gegenstände mit denen die Tiere in Verbindung kommen, müssen für Wildtiere unzugänglich gelagert werden.

Es werden immer wieder Zugvögel als Hauptursache für die Verbreitung von H5N8 verantwortlich gemacht. Dieter P. sieht das Problem aber wo anders. Da die Erkrankungen immer in Großbetrieben und in der Massentierhaltung zuerst auftreten, sind aus seiner Sicht eher die internationalen Handelsströme im Bezug auf das Futter- und den Tiertransporte in Betracht zu ziehen. An dieser Stelle sollte man nicht vergessen, intensive Untersuchungen zu starten. Auch ist nicht bekannt, wie alt die bislang gefundenen Tiere waren und ob sie nicht der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen sind, wo nur der Stärkste überlebt?

Bei Fragen steht Ihnen der GZV Fallersleben gerne zur Verfügung.


Die Kontaktdaten finden auf der Internetseite www.gzv-fallersleben.de !
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
104
Dieter P. aus Wolfsburg - Stadtmitte | 21.12.2016 | 12:03  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.