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Wenn das Material ein Eigenleben entwickelt

Wolfsburg: Kunstverein Wolfsburg |

Im Raum für Freunde des Kunstverein Wolfsburg installiert Christian Scholz mit „Worst Fear’s Comfort“ eine aufwändige Gesamtarbeit, die den Beuys‘schen Geist des lebendigen Kunstwerks verkörpert. Zwischen Bildhauerei und Performance stehend wird sich die Gestalt während des Ausstellungszeitraums stetig verändern.

Christian Scholz
Worst Fear’s Comfort
Raum für Freunde
Eröffnung: 29.09.2017 um 19 Uhr
Ausstellung: 30.09.–05.11.2017
Finissage: 03.11.2017 um 19 Uhr

Christian Scholz arbeitet im Medium Druckgrafik und Zeichnung ebenso wie bildhauerisch-installativ und performativ – kurzum sehr vielgestaltig. Er steht in der Tradition von Joseph Beuys wenn er das Kunstwerk nicht als abgeschlossenes Endprodukt begreift, sondern  das Experimentieren mit dem Material und den Herstellungsprozess in den Fokus seiner Arbeit stellt. Dies bedeutet zu akzeptieren, dass es einen Bereich gibt, der sich der Beeinflussung durch den Künstler entzieht – ein Eigenleben des Material. Das von ihm bevorzugte Paraffin hat so ein Eigenleben und zwar ausgeprägter als andere Werkstoffe. Anfällig für Verschmutzungen und Bruch widersetzt es sich jeglicher Routine.

Christian Scholz kommen diese Eigenschaften in seiner Arbeitsweise zugute. Er nimmt den Zufall eher an statt ihn zu negieren, um ein bestimmtes Konzept zu verwirklichen: „Das Umfeld wirkt immer ein und das ist mir willkommen, denn jedes Detail kann neue Energie freisetzen. Dabei die Richtung zu halten, bleibt dennoch die schwierigste Aufgabe. Denn ich selbst bin zwar Antriebskraft, aber letztendlich immer auch der größte Störfaktor im Prozess“, sagt er selber.

In „Worst Fear’s Comfort“ wird der langwierige Herstellungsprozess zum eigentlichen Objekt. Dabei wird der Übertritt in verschiedene Aggregatzustände thematisiert. Die Trocknungsprozesse, das Erhitzen und Schmelzen über eine Wärmevorrichtung wird vom körperlich-performativen Eingriff des Künstlers ergänzt: Material, Maschine und Mensch werden zueinander in Beziehung gesetzt. Zur Finissage findet dann eine Neuordnung der verwendeten Elemente statt – kurz darauf wird die Ausstellung abgebaut, die Materialien gehen in andere Zusammenhänge ein – alles bleibt im Fluss.

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