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Mutige Berichte aus Japan

Mako Oshidori im Mä#rz 2016 in einer Braunschweiger Berufsschule. Sie berichtet von Fukushima. Frauke Arndt-Kunimoto übersetzt.
Wolfenbüttel: Rathaus |

Selbstzensur der japanischen Medien verhindert die Veröffentlichung mutiger Lehrer und der Anti.-AKW-Bewegung

„Ich werde den ersten Abend in Deutschland nie vergessen; den Austausch mit den Gastgebern, den Teilnehmern der Mahnwache, in der Kirche in Langen. Was für eine Herzlichkeit haben wir dort gespürt, wie bei alten Freunden, obwohl wir uns zum ersten Mal getroffen hatten! Und das leckere deutsche Brot, das wir gegessen haben, ohne uns zurückzuhalten! Ich möchte mich dafür herzlich bedanken.“, schrieb Herr Takashi Nakajimas nach seiner Ankunft in seiner Heimat Japan im März 2016 an seine Gastgeber in Deutschland.
Mit diesen Zeilen beginnt Herr Takashi Nakajimas seinen Rückblick auf seinen Deutschlandbesuch.
Zusammen mit einer kleinen Delegation war er in Deutschland um über Fukushima und ihrer Sammelklage gegen dem AKW-Betreiber TEPCO zu berichten. Sie waren auf einer Konferenz in der hessischen Ev. Akademie Arnoldshain sowie in Schulen in der Frankfurter Region.

Sehr emotional berührt berichtet Herr Takashi Nakajimas von seinem erstmaligen Besuch der internationalen Konferenz in Arnoldshain: „Ich habe immer unter den Teilnehmern eine friedliche, harmonische Atmosphäre gespürt, als ob ich unter meinen vertrauten alten Freunden wäre.“

Besonders beeindruckt war Herr Nakajimas von dem Austausch mit den Schülern im Gymnasium. Eine Lehrerin hat die Stunde mit dem Satz angefangen: "Zuerst möchte ich mit der Frage anfangen, warum eigentlich in Fukushima die AKW's gebaut worden sind. Ich erwarte von euch eine aktive Teilnahme über dieses Thema". Warum war Herr Nakajimas so beeindruckt von der Frage der Lehrerin? Die Antwort von Herr Nakajimas ist für uns Deutsche überraschen: „Japan ist ein Staat, wo die Regierung starken Druck auf das Bildungssystem ausübt. Wenn während einer Examensfeier ein Lehrer sich weigert, beim Hissen der japanischen Nationalflagge aufzustehen, wird er bestraft. Wenn in Japan, wo die Lehrer bestraft werden, die keine Nationalhymne singen wollen, eine Atomkatastrophe passiert, wird die Vertrauenswürdigkeit des Staates in Zweifel gezogen. Daher muss dies natürlich schnellstmöglich vergessen gemacht werden; es muss nicht nur von den Bürgern Japans vergessen werden, sondern auch von der ganzen Welt. Auch die Schulbehörde, die eigentlich die Gerechtigkeit und Ehrlichkeit hochschätzen sollte, übernimmt unter Überwachung der japanischen Regierung keine Verantwortung, und wird so weiter keinen Unterricht über Atomkatastrophen akzeptieren. Sie wird auch keine solche Frage erlauben wie: Warum sind AKW’s eigentlich in Fukushima gebaut worden? Solche Fragen stellen die Armseligkeit der Wirtschaftspolitik und die Abhängigkeit von den USA bloß. Die Tatsache, dass Japan fast eine Kolonie von Amerika ist, wird nicht ernsthaft im Unterricht besprochen. Es gibt aber tatsächlich eine Minderheit von mutigen Lehrern, die sich nicht abschrecken lassen, selbst wenn ihre Familien durch Unterdrückung zerstört werden könnten; sie setzen sich mit Kühnheit dafür ein, das Wesentliche der Gesellschaft ans Licht zu bringen und dies auch den Schülern zu unterrichten. Leider berichten die Medien solche Kämpfe von mutigen Lehrern nicht wegen der Selbstzensur. Deshalb vertraut die Mehrheit des japanischen Volkes (der Regierung und den Medien) immer noch blind.“ Bei diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass die Japaner den Gegensatz sehr positiv anmerken.

Herr Nakajimas wäre gerne auch jetzt mit Mako und Ken Oshidori nach Deutschland gekommen um von seiner Arbeit am 15.2. um 19:00 h im Rathaus Wolfenbüttel und am 16.2. um 19:00 h im Dorfgemeinschaftshaus in Remlingen zu berichten. So werden seinen Part Mako und Ken Oshidori übernehmen. Man darf gespannt sein.
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