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"Feuer aus - Photovoltaik und Windkraft an!" - Rückblick auf Vorträge in der Ostfalia Hochschule

Im Hörsall A, der Ostfalia-Hochschule in Wolfenbüttel) fanden die Vorträge zu "Energiekonversion", "Energiespeichertechnik" und "100 % Erneuerbare Energie - wie geht das?" statt.
 
Zum Energiepark und der okologischen Stromgewinnung gehört auch der Einsatz der Öko-Energie. Bestes Beispiel: Das Elektro-Auto. Hier betankt Paul Koch, Sozialdiakon i.R. das Elektro-Auto der Ostfalia-Hochschule. Prof. Franz Renz von der Leibnitz-Universität Hannover schaut ihm über die Schultern.
 
in zwei Kleingruppen wurde die Besichtigung des Energieparks der Ostfalia-Hochschule durchgeführt.
Wolfenbüttel: Ostfalia-Hochschule | Im Rahmen der vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund (www.IBB-d.de) initiierten und unterstützen „Europäische Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“, wurden von einem ökumenischen Trägerkreis (Ev. Akademie, Ev. Jugend, die beiden evangelischen und katholischen Umweltbeauftragter u.a.) für die Region Braunschweig diverese Veranstaltungen zum Gedenken an Tschernobyl und Fukushima, verbunden mit dem Thema Ernbeuerbare Energie und Energiewende organisiert und durchgeführt.
Zwei Veranstaltungen zum Thema Energiewende/Erneuerbare Energie fanden in der Ostfalia in Wolfenbüttel statt. Die Referenten waren vorwiegend von der Ostfalia, aber auch von der Leibnitz-Universität in Hannover. Der Moderator der beiden Veranstaltungen, Dipl.-Ing. Heiko Hilmer (1. Vorsitzender der REKA (Regionale Energie- und Klimaschutz Agentur e.V. / Dozent für Klimaschutz) faßt die Inhalte und Ergebnisse der beiden Veranstaltungen zusammen:

"Die Frage, wie unsere Energieversorgung ohne fossile Energieträger funktionieren kann, ohne unsere Lebensqualität zu verschlechtern, stellen sich viele. Wie wird mein Wohnzimmer warm? Wie komme ich zur Arbeit und in den Urlaub? Können Erneuerbare Energien unseren Energiehunger sicher stillen oder geht mein PC beim surfen im Internet einfach mal aus wenn die Sonne nicht scheint? Und muss ich hinnehmen, dass überall Windräder die Landschaft verschandeln? Kann man die Energie auch speichern? Was wird das alles kosten? „Vom Planeten Mars lernen wir viel über die Zukunft der Erde!“ erklärte Professor Dr. Franz Renz von der Leibnitz-Universität Hannover bei der Vortragsreihe an der Ostfalia Hochschule. Als Mitglied der NASA Mars Exploration Rover Mission weiß Professor Renz: „Der Mars war auch mal ein blauer Planet. Und mit den Ergebnissen der Marsforschung können wir dazu beitragen, dass die Zukunft der Erde lebenswert und sicher ist. Die nötige Energie bekommen wir von der Sonne. Obwohl nur weniger als 0,1% der Sonnenenergie bei uns auf der Erde ankommt, reicht die Einstrahlung eines Bruchteils der Sahara-Fläche für die Versorgung der Menschheit.“ Auch an der Fakultät Versorgungstechnik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft in Wolfenbüttel nimmt man die Fragen zur Energiewende sehr ernst und hat schon heute Antworten parat. Bereits seit mehr als 10 Jahren forscht Professor Ekkehard Boggasch im Energiepark des EOS, dem Institut für energieoptimierte Systeme. „Wir können viele Verbrauchssituationen simulieren und mit den realen Erzeugungsdaten des Energieparks vergleichen und auch im laufenden Betrieb testen. So haben wir nun einige Jahre Erfahrung und forschen weiterhin, wie sich Erneuerbare Energien, Speicher und Verteilnetz verhalten und ob und wie mit heute erhältlichen Geräten die gewohnte Versorgungssicherheit erreicht werden kann.“, berichtet Professor Boggasch mit ein wenig Stolz. „Als wir anfingen, haben nur Wenige unsere Fragestellung und unsere Ziele verstanden, heute ist das anders!“, erzählt er weiter. In seinem Vortrag wird deutlich, die technischen Lösungen sind bereits vorhanden. Doch brauchen wir zuhause dann jeder solch einen Energiepark oder gibt es ein großes Gesamtkonzept? Auf die Frage kann Professor Jürgen Kuck antworten, der seit einigen Jahren an der Ostfalia Hochschule an Studien arbeitet, in denen simuliert wird, wie eine 100%ig regenerative Energieversorgung aussehen kann. „Feuer aus und unser bisheriges Versorgungsprinzip einmal komplett auf den Kopf stellen!“, ist seine Zusammenfassung der Studienergebnisse. Durch effiziente Technik kann der Endenergiebedarf halbiert werden. Energieeinsparung ist wichtig, damit die Zahl der Erzeugungsanlagen, unter anderem Windräder, möglichst klein gehalten werden kann. „Wir müssen heute entscheiden, ob wir nur unser fossiles System mit erneuerbaren Energien ergänzen oder ob wir uns sofort auf ein Energiesystem mit 100% Erneuerbare Energien ausrichten, das wir eines Tages ohnehin brauchen. Letzteres wäre klüger!“, schließt Professor Kuck aus seinen Studienergebnissen. Fossile Brennstoffe spielen laut Berechnungen im Jahr 2050 keine Rolle mehr. Bio-Brennstoffe werden nur noch für Hochtemperaturprozesse in der Industrie eingesetzt. Ansonsten werden der Wärmesektor und der Mobilitätssektor komplett elektrisch versorgt. Die Elektrizität wird zu 30% aus Photovoltaik und zu 70% aus Windrädern stammen. „Solch ein massiver Ausbau der Windkraft wird nicht einfach durchzusetzen sein.“, prognostiziert Dipl.-Ing. Heiko Hilmer, 1. Vorsitzender der Regionalen Energie und KlimaschutzAgentur e.V., der den Vortragsabend moderiert. „Aber Windräder und Photovoltaik haben den besten Flächennutzungsgrad. Wenn wir wenig Fläche für die Energieerzeugung verbrauchen wollen, führt kein Weg an diesen Techniken vorbei. Und der oft geforderte Übergang mit fossilen Energien, bis die Erneuerbaren soweit sind, ist unnötig!“, stellt Professor Kuck klar. „Was wir jedoch brauchen, sind Speicher!“ ergänzt Professor Martin Könemund, aus der Fakultät Elektrotechnik an der Ostfalia Hochschule, in seinem Vortrag. „Speicher tragen zur Netzstabilität bei, insbesondere bei weiter steigender regenerativer Erzeugung aus Solar- und Windenergie. Die Entwicklung neuer Technologien ist daher notwendig um größere Speicherkapazitäten zu erhalten und flexible, schnelle Stützung des Netzes realisieren zu können.“ erklärt Könemund weiter und berichtet in seinem Vortrag über die Potentiale, Einsatzgebiete und Kosten von verschiedenen Speichertechnologien. Nach den Vorträgen haben die Zuhörer auf einem Energie-Erlebnis-Fahrrad Wort wörtlich „erfahren“, welche Kraft uns die Energiequellen abnehmen um verschiedene elektrische Geräte zu betreiben und wie es heute um die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen mit elektrischen Speichern steht. Zudem konnte der Energiepark mit den Energie-Erzeugungsanlagen und den modernen Speichertechnologien besichtigt werden. Als Fazit kann man feststellen: Die Technik ist vorhanden, die Wirtschaftlichkeit ist in vielen Fällen auch schon gegeben – es kann also losgehen."

Bleibt zu ergänzen, dass die beiden Veranstaltungen durch die Besichtigung des Energieparks der Ostfalia-Hochschule abgerundet und vertieft wurde. Anna Fitseva (Physiklehrerin aus Belarus), Svetlana Margolina (Dolmetscherin aus Belarus) und Rhho Taguchi (Schriftstellerin aus Japan) waren im Rahmen der Europäischen Aktionswochen als Zeitzeuginnen in unserer Region und bei beiden Ostfalia-Veranstaltungen dabei. Sie waren begeistert vor allem von dem was im Zusammenhang mit dem Energiepark zu sehen und zu erfahren war. Als Organisator und Ansprechpartner der Europäischen Aktionswochen in der Region Braunschweig wieß Paul Koch (Sozialdiakon i.R.) bei seinen Begrüßungen darauf hin, wie folgerichtig der Atomausstieg im Blick auf die beiden muklear-Katatstrophen von Tschernobyl und Fukishima war und wir dieses Ziel (Atomausstieg und Energiewende) nicht aus den Augend verlieren dürfen.
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