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„Energiequelle Atom“ - Regionale Geschichte: Radioaktivitätsforschung

Wann? 17.06.2015 19:30 Uhr

Wo? KVHS, Harzstraße 2, 38300 Wolfenbüttel DE
Rudolf Fricke, Referent am 17. Juni im Bildungszentrum in der Reihe Uranium zum Thema "Energiequelle Atom" (Foto: Rudolf Fricke)
 
Rudolf Fricke im Gespräch mit Teilnehmern des Experimentiervortrags in der Ostfalia-Hichaschule am 22.4.2015
Wolfenbüttel: KVHS | Die letzte Veranstaltung der Reihe „Uranium“ am 17. Juni um 19:30 Uhr Bildungszentrum WF, Harzstraße 2 - 5 befasst sich mit den Wolfenbütteler Lehrer und Wissenschaftler Elster und Geitel und ihren Forschungsergebnissen.

„Man wird aus dem Atom selber die Energiequelle ableiten müssen.“ Elster, Geitel, Giesel – ein kongeniales Umfeld – und die wissenschaftliche Bedeutung in der Frühgeschichte der Radioaktivitätsforschung.

Das Element Uran war seit 1789 bekannt. Es kam beispielsweise zur Herstellung floureszierender Glas-Gebrauchsgegenstände und in Keramikglasuren zum Einsatz. Seine radioaktive Eigenschaft wurde im März 1896 von dem französischen Physiker Henri Becquerel entdeckt. Die zeitliche Nähe zur Entdeckung der Röntgenstrahlen war dabei kein Zufall.
Zunächst blieb die Becquerelstrahlung – wie man anfänglich sagte – weitgehend unbeachtet. Fahrt nahm dann das Forschungsgeschehen 1898 auf, als die junge Wissenschaftlerin Marie Curie von der Entdeckung des ebenfalls Becquerelstrahlung aussendenden Poloniums berichtete und sie dem Strahlungsphänomen den Namen Radioaktivität gab. Es wurden immer weitere radioaktive Elemente entdeckt, die sich zudem irgendwie genealogisch aufreihten. Das bis dahin herrschende Dogma von der Unwandelbarkeit der Elemente musste aufgegeben werden. Von einem zunächst nur ganz kleinen, aber beständig wachsenden Kreis Wissenschaftler wurden Grundlagenkenntnisse zum Phänomen der Radioaktivität erforscht. In der Folge entstand ein ganz neues Verständnis über die Struktur der Materie, ein neues Weltbild der Physik.
Weitgehend in Vergessenheit geraten ist, dass Wolfenbüttel Braunschweig – namentlich geknüpft an die Lehrer Julius Elster und Hans Geitel sowie den Chemiker Friedrich Giesel – in der Frühphase der Radioaktivitätsforschung eine Hochburg der Erkenntnisgewinnung darstellte. Der Referent wird in seinem Vortrag die im Braunschweigischen getätigten Forschungsleistungen darlegen. Dabei wird deutlich werden, dass sich diese Forschungen nicht nur auf die bereits genannten Protagonisten beschränkt, sondern sie in einem kongenialen regionalen Umfeld von Wissenschaftlern und Instrumentenbauern agierten, das nicht nur fest in das internationale Forschungsgeschehen eingebunden war, sondern dieses letztendlich mit prägte.

„Röntgenstrahlen“ – „Radio-aktivität“ – „Elektron“ – markieren im 19. Jahrhundert den Wechsel von der klassischen zur modernen Physik.
Mittendrin die Wolfenbütteler Julius Elster & Hans Geitel. Sie entwickelten Verfahren zur Beobachtung ionisierender Strahlung und finden die Beobachtungen von Becquerel bestätigt und überzeugen u.a. Röntgen von der Existenz ionisierender Strahlung.

Ein Ausflug in die Geschichte mit interessanten Einblicken in Technik und unkomplizierten Zusammenspiel von Lehre und Wissenschaft – und alles spielt in unserer Region rund um Wolfenbüttel/Braunschweig.

Referent: Rudolf G. A. Fricke / Wolfenbüttel

Vita Rudolf Fricke:
Rudolf G. A. Fricke, Jg. 1952, absolvierte die Volksschule und durchlief eine Lehre zum Werkzeugmacher. Über den zweiten Bildungsweg gelangte er zum Studium der Mathematik und Physik für das Lehramt an Realschulen. Von einem seiner Hochschullehrer dazu angeregt, begann Fricke damit, sich mit der Naturwissenschaft- und Technikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zu befassen. Forschungen zur Biografie der Wolfenbütteler Lehrer und Physiker Julius Elster und Hans Geitel wurden zu seinem Spezialthema. Mit zunehmender Vertiefung weiteten sich die Forschungen aus.
Mit mehreren Buchpublikationen, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, als Initiator und wissenschaftlicher Berater von Ausstellungen ist Fricke ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der regionalen Naturwissenschaft- und Technikgeschichte.
www.rudolf-fricke.de

Veranstalter: Aktion Atommüllfreie Asse (AAA), AufpASSEn e.V und Paul Koch, Sozialdiakon i.R.

Interessierte sind herzlich eingeladen.

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