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Waggum - Schuntersiedlung - Wenden: Drei Stadtteile, drei Stimmungslagen (Folge 3)

Das Hallenbad Wenden - Foto vom 14. März 2014, Schmieding

Während die Sanierungsarbeiten im Gliesmaroder Bad weitergehen - der Schwerpunkt liegt weiterhin bei den Arbeiten in den "Katakomben" (Abbau der technischen Anlagen, Betonarbeiten) - hier der 3. und letzte Teil unserer kleinen Serie:
"Schwimmzüge voller Wehmut" titelte die Braunschweiger Zeitung am 31.03.2014, dem Schließungstag des Bades. "Viele trauern dem Wendener Bad nach, weil es hier so familiär und ruhig war", wird ein Schwimmmeister der Stadtbad GmbH zitiert. Dass es nicht nur leise Abschiedstöne gab, zeigen die Leser-Kommentare zu dem Artikel in der Online-Ausgabe der BZ. Warum sollte es in Wenden und Umgebung auch anders sein als in den Stadtteilen um das Nordbad herum - oder in Waggum und Gliesmarode vor der Rettung dieser Bäder?

Auch das Wendener Bad war ein Bad für jung und alt, für den Schul- und Vereinssport, die DLRG, und es war ein soziales Zentrum. Oder, wie es der Bezirksbürgermeister Hartmut Kroll im "Durchblick" vom April 2014 formulierte: "Wenden verliert am 1. April am wichtiges Element seiner Infrastruktur".
Wer den Ratsbeschluss von 2007 für den Bau eines "Spaßbads" bei Schließung von drei Stadtteilbädern grundsätzlich für falsch hält, muss sich auch mit den Freundinnen und Freunden des Hallenbads Wenden solidarisch fühlen.
Seit 2005 gab es immer wieder Versuche von Schulen, Vereinen, Politikern der Samtgemeinde Papenteich und des Bezirksrats 323 (Wenden-Thune-Harxbüttel) das Wendener Bad zu retten, die aber letztlich alle an den Sanierungskosten und den Betreibskosten scheiterten (Genossenschaftsmodell usw.).
Organisierten Bürgerprotest in Form einer Bürgerinitiative hat es in Wenden nach unserer Kenntnis nicht gegeben. 2007 und 2010 gab es zwei weitere Rettungsversuche, die vom Bezirksrat ausgingen. Die damalige Bürgermeisterin des Bezirksrats Wenden-Thune-Harxbüttel (323), die Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Heidemarie Mundlos, hatte in beiden Fällen die Initiative ergriffen.
2007 hatte sie öffentlich die Art und Weise kritisiert, in der die Sanierungskosten für die Stadtteilbäder ermittelt wurden. Die Sanierungskosten wurden bekanntlich nicht etwa errechnet, sondern "grob geschätzt und hochgerechnet", wie Frau Mundlos es formulierte. Frau Mundlos wurde dadurch für die Gegner des Spaßbadbeschlusses zu einer Art "Kronzeugin", die allerdings kurz darauf wieder verstummte. Als Grund dafür wird Druck der Partei vermutet.
Umso erstaunlicher, dass Frau Mundlos drei Jahre später die Öffentlichkeit für den 5. März 2010 zu einer "Auftaktveranstaltung zum Erhalt des Wendener Hallenbades" in die Sportgaststätte des FC Wenden einlud. Trotz einer leidenschaftlichen Diskussion der erschienen rund 160 Bürgerinnen und Bürger bildete sich auch nach dieser Veranstaltung keine Bürgerinitiative.
Das Grundstück wurde zum 1. April 2014 an die Werkzeugbau-Firma Perschmann verkauft, die dort ein neues Verwaltungsgebäude errichten will. Die Bauarbeiten haben inzwischen begonnen. Die Umsiedlung des im Wendener Bad beheimateten Jugendzentrums in einen städtischen Neubau unterstützte die Firma Perschmann mit einer 100.000 €-Spende.
Ungeklärt scheint im Augenblick nur noch der Parkraum-Engpass am Sportheim des SC Wenden zu sein, da durch den Verkauf des Hallenbad-Geländes in Wenden zahlreiche öffentliche Parkplätze weggefallen sind.
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