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Positionen der Beteiligten zur Frage der Rettung des Badezentrums Gliesmarode

Vorerst letzter Badetag

Seit einem Jahr wird vom Förderverein Badezentrum Gliesmarode e. V. bezweifelt, dass die von der Stadtbad Braunschweig GmbH im Jahr 2006/7 ermittelten Kosten zur Sanierung der damals existierenden Bäder Badezentrum Gliesmarode, Nordbad, Waggum und Wenden sowie die für den Neubau eines Spaßbades der Realität entsprechen. Es bestand die Vermutung, dass die Zahlen bewusst in eine bestimmte Richtung verzerrt wurden, damit vom Rat das allen bekannte 3-Bäder-Konzept beschlossen wird.
Dass die Zahlen für das Spaßbad falsch waren, zeigte sich schon bald. Wie wir heute wissen, werden mit EUR 32 Millionen rund EUR 10 Millionen mehr ausgegeben.

Um die Sanierungskosten zu überprüfen wurde vom Förderverein ein unabhängiger Sachverständiger für Bädertechnik beauftragt, eine Kostenermittlung vorzunehmen – das Ergebnis wurde am 21. Januar 2014 im Beisein der fachlich kundigen Ratsherren präsentiert. Hier ergab sich für die Sanierung des Badezentrums ein Betrag von EUR 5,6 Millionen, bezogen auf 2006. Die Stadtbad GmbH hatte gut EUR 9 Millionen für die Sanierung. Während der Präsentation wurde seitens der Stadtverantwortlichen angekündigt, dass man sich mit dem neuen Zahlenwerk, welches im Detail den Ratsherren vom Förderverein übergeben wurde, auseinandersetzten wolle. Dies sollte durch einen leitenden Techniker der Stadtbad GmbH durchgeführt werden. Für einen Termin zur Überprüfung des neuen Zahlenwerkes wurden Vertreter des Fördervereins seitens der Stadtbad GmbH ausgeschlossen. Festgelegte Termine mit den Gutachtern wurden seitens der Stadtbad GmbH mehrfach kurzfristig abgesagt, und so hat sich die Stadtbad GmbH bislang erfolgreich davor gedrückt.
Auf der Sitzung wurde von Seiten der CDU propagiert, man würde das Bad weiterbetreiben, wenn jemand der Stadt EUR 10 Millionen geben würde.
Am 7. Februar 2014 wurde von Herrn Knapp bekannt gegeben, dass er den Rettungsplan für das Badezentrum Gliesmarode unterstützen wolle. Die Rückmeldungen aus berufenem Munde der Spitzenvertreter der Ratsfraktionen waren:
- „Dies ist eine gute Nachricht für die Freunde des Bades. Allerdings müsste Friedrich Knapp das Bad privat sanieren und hinterher auch betreiben. Ein zusätzliches privates Bad würde dann das öffentlich betriebene Drei-Bäder-Konzept ergänzen“ (Herr Wendroth, CDU).

- „Nun könne Knapp das Bad symbolisch für einen Euro erwerben. Über die Konditionen zur Übertragung des Grundstücks müsse verhandelt werden“ (Herr Pesditschek, SPD).

Nach einiger Zeit Stille im Verhandlungswald hatte sich Herr Knapp im Juni erklärt, dass er das Bad privat sanieren und privat für die Unterdeckung der Betriebskosten aufkommen wolle. Allerdings verlangte er die Übertragung des Grundstückes für den symbolischen einen Euro.
Auflage erfüllt – das Bad soll privat saniert und betrieben werden; ohne Kosten für die Stadt. Da bringt die Verwaltung einen Einnahmeausfall bei der Stadtbad GmbH ins Spiel – außerdem soll ein Betreiberkonzept vorgelegt werden.
Zur Eröffnung der Wasserwelt am 11. Juli 2014 stellt der neue Oberbürgermeister fest: „ Es geht nicht, dass wir ein werthaltiges Grundstück einfach so hergeben. Dann sehen wir uns schneller vor Gericht, als man glauben mag. Das Grundstück zur Verfügung zu stellen, das ist etwas anderes. Und für diesen Weg habe ich auch Sympathien in den Ratsfraktionen erkennen können“.
Jetzt hat Herr Knapp wieder eingelenkt und ist auf die Bedingung der Grundstücksüberlassung eingegangen, dass ihm das Grundstück nur im Rahmen des Badbetriebes überlassen wird. Anschließend steht es der Stadt wieder zur Verfügung. Jetzt wird vor allem noch ein Betreiberkonzept gefordert. Spezifiziert wurde allerdings nicht, was denn heute so wichtig am Betreiberkonzept ist, welches im Februar überhaupt keine Rolle gespielt hat.
Wie kommt das bei einer Person an, die zu einem solchen Angebot bereit ist?
Ganz neu ist nun der Einwand, das Gelände mit einer hochwertigen Bebauung zu viel Geld für die Stadt zu machen, um wiederum dann günstigeren Wohnraum im Nördlichen Ringgebiet zu finanzieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine BZ-Leserfrage, die Herr Markurth im Zuge des Oberbürgermeisterwahlkampfes beantwortete. Die Frage zielte auf die Bebauung der Kälberwiese ab. Hier war die Antwort, dass wir hier in Braunschweig doch keine Bebauung in Überschwemmungsgebieten vornehmen, wir haben doch keine Verhältnisse wie in China. Liegt das Badezentrum Gliesmarode nicht direkt in einem Überschwemmungsgebiet, das nicht weitergehend bebaut werden sollte?
Doch am Ende fehlt immer noch das Betreiberkonzept. Was bitte soll denn aus dem Betreiberkonzept inhaltlich zu holen sein, was Herr Knapp nicht bereits schon mitgeteilt hat? Er will das Bad als öffentliches Bad betreiben und er will es für das Schul- und Vereinsschwimmen bereitstellen. Die Eintrittspreise sollen nicht steigen. Bitteschön, das muss doch reichen!
Es wird der Eindruck erweckt, mit hohen Anforderungen Bedingungen aufzustellen, bei denen die Stadt davon ausgeht, dass sie niemand erfüllen kann oder will. Wenn die Bedingungen dann doch erfüllt werden, werden neue Bedingungen gesucht, bei denen die Latte wieder etwas höher gelegt wird.
Der Förderverein hofft, dass es bald zu Gesprächen zwischen den Beteiligten kommen wird und aus den Verhandlungen zwischen Herrn Knapp einerseits und der Stadt und dem Rat andererseits die Sanierung des Badezentrums hervorgeht.

Für den Förderverein Badezentrum Gliesmarode FBG e. V.
Gary Blume
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