Anzeige

Neun gute Gründe für den Erhalt des Badezentrums Gliesmarode

Eingang zum beliebten Familienbad

Der Förderverein Badezentrum Gliesmarode FBG e.V. begrüßt die Verhandlungen zwischen Herrn Knapp und der Verwaltung im Zusammenhang mit der schriftlichen Absichtserklärung von Herrn Knapp und hofft auf eine baldige Verständigung beider Seiten.

Wir werden nicht vergessen, dass es insbesondere dem Engagement von Herrn Knapp seit Februar dieses Jahres zu verdanken ist, dass die Rettung des Badezentrums Gliesmarode bis heute in der Diskussion ist und zunehmend realistisch erscheint.

Leider müssen wir feststellen, dass die aktuelle Diskussion um Details der Absichtserklärung von Herrn Knapp die grundsätzlichen Argumente für den Erhalt des Gliesmaroder Bades immer stärker überlagert. Eine wichtige kommunalpolitische Frage der Daseinsvorsorge wird zu einer simplen Rechenaufgabe, bei der es nur noch um Grundstücks-Vermarktungsgewinne und Besucherprognosen geht. Eine solche rein betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise wird der Bedeutung des Themas keinesfalls gerecht.

Wir möchten die wichtigsten Argumente für den Erhalt des Gliesmaroder Bades deshalb hier noch einmal in thesenhafter Form zusammenfassen.

1. Berechnung der Wasserfläche

Ein Argument von Verwaltung und Spaßbad GmbH ist immer die Berechnung der Wasserfläche in Anlageeinheiten. Dabei wird die Qualität der Wasserfläche außer Acht gelassen: Wie muss eine Wasserfläche beschaffen sein, damit sie bestimmte Anforderungen der Nutzer erfüllt? Die vielen Quadratmeter Spaß-Wasserfläche taugen leider überhaupt nicht zum Schwimmen-Lernen oder für therapeutische Bewegungsformen im Wasser. Dieser Blickwinkel wird in der Argumentation des IKPS-Gutachtens, das die Argumentationsgrundlage für die Verwaltung ist, völlig ausgespart.

2. Schwimmen-Lernen allgemein

Das Schwimmen-Lernen ist eine wichtige Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Nur noch ca. 40 % der Kinder können schwimmen, und die DLRG beklagt die zunehmende Zahl von Ertrinkungsfällen.

3. Schulschwimmen

Das Gliesmaroder Bad wird auch über die Eröffnung der „Wasserwelt“ hinaus dringend für das Schulschwimmen in Braunschweig benötigt. Zurzeit wird das Gliesmaroder Bad von 16 Schulen genutzt. Bei Schließung des Bades werden viele Schulen aus den nordöstlichen Stadtteilen unzumutbar lange Anfahrtswege haben. Allgemein werden sich die Unterrichtsbedingungen stark verschlechtern (Reduzierung der Zahl der Nichtschwimmerbecken von drei auf eins, ungünstige Anordnung von Sport- und Nichtschwimmerbecken und Geräuschkulisse im Spaßbad).

4. Gesundschwimmen

Das Gliesmaroder Bad wird für das Gesundschwimmen ganz allgemein und besonders für ältere Menschen dringend benötigt (demografischer Wandel). Ältere Menschen wollen sich nicht mehr im Badeanzug einer überwiegend jungen Öffentlichkeit präsentieren, und sie bevorzugen eine ruhige Atmosphäre beim Schwimmen. Für sie muss ein Schwimmbad mit dem ÖPNV in angemessener Zeit erreichbar sein.

5. Eintrittspreise

Die Eintrittspreise sind in Gliesmarode noch erschwinglich, was natürlich besonders für Familien und sozial Schwache von Bedeutung ist. Im Spaßbad wird es nach zwei Stunden richtig teuer, so dass sich viele Familien einen mehrstündigen Aufenthalt – z.B. am Wochenende oder in den Ferien – einfach nicht mehr leisten können.

6. Öffentlicher Raum, Landschafts – und Überschwemmungsschutz

Die Bebauung des Soolangers würde den Verlust eines weiteren Stücks des öffentlichen Raums und die Versiegelung weiterer Landschaftsteile bedeuten, die bis heute als Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet ausgewiesen sind.

7. Sanierungskosten

Die Sanierungskosten sind nur halb so hoch wie in den Kostenaufstellungen zum 3-Bäderbeschluss von 2007 behauptet und wären daher durchaus bezahlbar. Nach einer energetischen Sanierung sind wesentlich geringere Betriebskosten zu erwarten.

8. Behauptete Konkurrenz zur „Wasserwelt“

Das Argument, das Gliesmaroder Bad würde eine zu große Konkurrenz zur „Wasserwelt“ darstellen, kann so nicht gelten. Gliesmarode soll ja besonders für Schwimmanfänger, das Schulschwimmen und für ältere Mitbürger erhalten bleiben. SpaßbadfreundInnen sind da ein ganz anderer Interessentenkreis.

9. Obrigkeitsstaatliche Durchsetzung des 3-Bäderbeschlusses

Der Bäderbeschluss wurde undemokratisch (Ablehnung eines Volksbegehrens) und auf der Basis überhöhter Schätzungen für die Sanierungkosten der Stadtteilbäder herbeigeführt. Letzteres wurde 2007 bereits von der damaligen CDU-Bezirksbürgermeisterin Heidemarie Mundlos für das Wendener Bad beklagt und Anfang 2014 auch durch unser Sanierungsgutachten für das Gliesmaroder Bad belegt.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.