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„Kalli“ Feldkamp im „Heinrich-Grupe Sportheim“ beim SC rot-Weiß Volkmarode

Von Hans-Georg Backhoff
Eigentlich war die übliche „Trainerrunde“ angesetzt, zu der auch Trainerlegende und Volkmaroder Neubürger Karl-Heinz Feldkamp, „Kalli“ eingeladen war. Aus der Trainerrunde wurde allerdings eine phantastische „Ein-Mann-Show“!
Der Mann hat nicht nur sehr viel Ahnung vom Fußball (das haben ja fast alle anderen auch) - nein, er ist ein wahrer Entertainer, ein begnadeter Erzähler, ein Mann der Extraklasse!
Seine Rhetorik ist perfekt, seine Pointen (leider zu wenig) kommen an, er beherrscht seine Zuhörer absolut.
Selten hat jemand es verstanden, die Zusammenhänge zwischen Motivation, Erfolg und Misserfolg im Fußballgeschäft so treffend und fundiert zu schildern und zu begründen!
Provozierend - die Antwort wohl schon wissend - fragt er nach dem Vorhandensein von „Trainingsleitlinien“ (weiß der
C-Jugendtrainer überhaupt was der B-Jugendtrainer so macht?), er erklärt, warum ein „Warm-machen“ ohne Ball kontraproduktiv zum Fußball ist und preist in höchsten Tönen die Trainingsgeräte „Pendel“ und „Sprungseil“, die – zugegeben – kaum oder gar nicht mehr genutzt werden.
Auf die Frage was er denn von Co-Trainern halte, antwortete Kalli:
"Nicht viel, einer baut die Hütchen auf, der andere zeigt den Spielern die Übungen zum Warmmachen und der nächste trägt die Bälle“.
Kalli mag „rot-weiß“, kommt er doch aus Oberhausen, wo er bei Rot-Weiß“ von 1952 bis 1967 in der Regionalliga West, der damaligen zweithöchsten deutschen Liga, spielte.
Doch es zog ihn in die Bundesliga und – es zog ihn nach Braunschweig zu der damals so erfolgreichen Eintracht.
Doch daraus wurde nichts; sein Präsident sagte „nein“ und da Kalli damals sehr gut verdiente (ca. 500,00 DM) blieb er in Oberhausen ohne Jägermeister und Bundesliga.
Die lernte er erst später 1978 als Trainer bei Arminia Bielefeld kennen.
Bis 1992 war er bei mehreren Bundesligaclubs (Kaiserslautern, Dortmund, Uerdingen, Frankfurt) beschäftigt, unterbrochen durch ein kurzes Intermezzo  bei Al-Ahly Kairo in Ägypten.
Zu Beginn des Jahres 1990 kehrte er für zwei Jahre nach Kaiserslautern zurück. Hier hatte er seine größten Erfolge – er wurde Pokalsieger (1990) und Deutscher Meister (1991).
Nach dem Ende seiner Tätigkeit in Kaiserslautern wechselte Kalli in die Türkei zu Galatasaray Istanbul, mit denen er auf Anhieb Türkischer Meister wurde, sieben Jahre später auch bei Beşiktaş Istanbul, wo er aber 1999 nach nur kurzem Engagement zurücktrat.
Er arbeitete als Co-Kommen-tator für das Fernsehen, war im Aufsichtsrat beim 1. FC Kaiserslautern und kehrte 2007 nach einer längeren Trainingspause wieder in die Türkei zurück, wo er dann als Trainer des Traditionsklubs Galatasaray Istanbul im Jahre 2008 zurücktrat.
Was für ein Leben, was für Erfolge und was für Geschichten!
Da ist in der Türkei der Motorrasenmäher, den er kaufte und der den Handrasenmäher ablöste; der Verein sah dazu keine Veranlassung, also nahm er „die Sache selbst in die Hand“.
Oder der Clubpräsident in Kairo, der nach dem Training die Mannschaft aufstellen wollte, da Kalli ja nur Trainer war und nicht Präsident.
Er spricht von Hans-Peter Briegel, den er einst für den besten Fußballspieler der Welt hielt, der aber überhaupt kein Talent zum Fußballspielen hatte.
Kalli weiß wovon er spricht und er weiß auch wie man seine Zuhörer in den Bann ziehen kann!
Hier und heute in Volkmarode, wo er sich mit seiner Frau sehr wohl fühlt, will er nun kein Trainer mehr sein.
Aber er schaut gern `mal vorbei, will am Zaun „kiebitzen“ und - wenn gewünscht - auch noch ein paar Tipps geben.
Und das ist auch gut so!
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