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Der heilige Hubertus und die Frage "Ist das noch Gottesdienst?"

  Braunschweig: Klosterkirche Riddagshausen | Die Hubertusmesse am Sonntag zog wieder viele Menschen an. Zum 40. Mal wurde in Braunschweig dem heiligen Hubertus gedacht. Jäger und Tierschützer haben an diesem Tag den gleichen Weg: Die Klosterkirche in Riddagshausen.
„Ich bin eigentlich hier, weil ich ein schönes Blaskonzert hören wollte“ so ein Besucher. In der Kirche: Jäger und Gläubige. Vor der Kirche: Kritiker des kirchlichen Segens für das Töten von Tieren, weshalb manche von ihnen auch nicht mehr zu „denen da drin“ gehören wollen. Die stille Mahnwache der Tierschützer fand Zustimmung vorbeigehender Passanten. Wogegen einige Besucher der Messe die Teilnehmer der Mahnwache verbal angriffen.
Dem heiligen Hubertus ist diese Messe gewidmet. Einst leidenschaftlicher Jäger, soll er rücksichtslos auf alles geschossen zu haben, was sich in „seinem“ Wald bewegte. Bis, ja bis eine Erscheinung Jesu ihn in seinem Tun aufhielt. Einem weißen Hirsch, auf den er gerade angelegt hatte, erstrahlte mitten im Geweih ein Kreuz. Als Gottesfürchtiger Mensch schwor Hubertus von Lüttich der Jagd ab und wollte nie wieder ein Tier töten.
Der Schädel eines Hirsches samt Geweih - auf ein Kreuz genagelt – vor dem Altar der Klosterkirche in Riddagshausen. Am Sonntag hatte diese Szenerie für einige Besucher doch etwas Skurriles. Ist das noch Gottesdienst mit Predigt und Segnung oder eine kulturelle Veranstaltung mit fragwürdigem Hintergrund zu der die Kirche sich hergibt? Nach der Predigt von Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer hatte die Jägerschaft das Wort. Gastredner sind eher unüblich in einem Gottesdienst. Inhaltlich war die Rede von Dieter Höhne für Tierfreunde und Naturschützer eine Herausforderung (siehe Faktencheck unten). Vor der Tür wurde Kritik laut an der Kirche: Verletzung der Neutralitätspflicht und einseitige Jagd-Veranstaltung. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger und alle großen Tierschutzverbände in Deutschland kritisieren seit vielen Jahren die Hubertusmessen der Kirchen: Auch der Abschuss von Haustieren erhält an diesem Tag den Segen der Kirche für das nächste Jagdjahr.
Die Frage: "Ist das noch Dienst an einem Gott, der Gefallen hat, an allen seinen Geschöpfen?" muss wohl jeder für sich beantworten.

**** Zum Nachlesen: ein kleiner Faktencheck zur Nachhaltigkeit und Biodiversität als eines der Hauptziele der Jagd (aus der Rede von Dieter Höhne)

Quellen: Landesjagdbericht

und wissenschaftliche Studie Predatie bij weidevogels.

- Freiwilliger Verzicht auf Abschuss von Rebhühnern: Abschuss: 256 Tiere.
- Der Feldhase - ebenfalls auf der roten Liste der bedrohten Arten - 56.625 Tiere abgeschossen.
- Schutz von Wiesenbrütern durch Abschuss von Beutegreifern – hier vorrangig der Fuchs: für 70% des Rückgangs der Wiesenbrüter ist die moderne Landwirtschaft und die Flurbereinigung verantwortlicher Verursacher. Den geringsten Anteil an der Dezimierung von Wiesenbrütern haben Füchse mit 1,6% (siehe Schaubild).

- für Landwirtschaft und Jagd ist in Niedersachsen das selbe Ministerium zuständig.
- Landwirte sind in der Regel auch im Besitz eines Jagdscheins.
- Niedersachsen hat deutschlandweit die meisten Jäger pro Einwohner
- Niedersachsen hat deutschlandweit die meisten Jäger bezogen auf die Fläche
- der Abschuss von Hunden und Katzen wird in Niedersachsen nicht in der Jagdstrecke (Jahresbilanz) erfasst (Bsp. NRW Zuständigkeit für die Jagd im Umweltministerium).
- Jagdfreie Länder/Gebiete
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9 Kommentare
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Randall Skeffington aus Braunschweig - Innenstadt | 08.11.2016 | 16:00  
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Anja Hallermann aus Braunschweig - Innenstadt | 08.11.2016 | 16:24  
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Renata Wyganowska aus Braunschweig - Innenstadt | 08.11.2016 | 19:55  
7
Christian Böning aus Hondelage | 08.11.2016 | 21:03  
6
Martina Ludwig aus Hillerse | 10.11.2016 | 09:34  
154
Elisa Gallus aus Südstadt-Rautheim-Mascherode | 26.11.2016 | 11:14  
7
Markus Könich aus Wolfenbüttel Stadt | 23.12.2016 | 23:10  
283
Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 28.12.2016 | 18:38  
7
Markus Könich aus Wolfenbüttel Stadt | 28.12.2016 | 21:24  
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