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Dankesschreiben für 15 Jahre geschenktes, neues Leben.

Rückblich auf 2001 (von Links). April 2001 / Minsk: Erstes Zusammentreffen der Tschwernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V. mit Katja Schimtschik (9 Jahre); Katja im November nach der Operation; Besuch am Krankenbett nach der Operation.
 
Katja Schimtschik im November 2016 in Belarus mit ihren beiden Kindern (4 und 1 Jahr alt). Katja ist glücklich und dankbar, dass ein "neues Leben" bekommen konnte. Die Lebenserwarten vor der Operation: 14 Jahre. (Foto: Katja Schimtschik)
Uehrde: Paul Koch | Es ist ja nicht gerade alltäglich, dass man Dankesschreiben erhält. Vor einigen Tagen erhielt Paul Koch, Gründer und langjähriger Vorsitzender der ehemaligen „Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V.“ ein Dankesschreiben (mit Fotos von ihrer jungen Familie) für

„15 Jahre geschenktes, neues Leben“

von Katja Schimtschik aus Belarus mit folgenden Worten:

„Ich möchte mich bei Ihnen noch einmal aufs herzlichste bedanken. Meine Dankbarkeit Ihnen gegenüber kennt keine Grenze. Am 14. Juni (Voruntersuchung) und am 14. November sind 15 Jahre vergangen, als Sie mir ein neues Leben geschenkt haben. Dank Ihrer Hilfe habe ich eine glückliche Familie, 2 Söhne (Marc 4 Jahre alt und Tsimafej 1 Jahr und 7 Monate jung). Ich bin sicher, dass wenn meine Kinder das begreifen könnten, würden sie Ihnen auch Dankeschön sagen.“

Nach Rückfrage bei Katja erhielt Paul Koch die ausdrückliche Genehmigung das Dankesschrieben zu veröffentlichen, da damals sehr viele Menschen – fast die ganze Region hier – durch Geldspenden, Gedanken und Gebete – beteiligt waren.
Katja schreibt in einer zweiten Email:

„Sie sollen mir glauben, dass ich damals mit 9 Jahren und auch heutzutage gut verstehe, dass alles mit Hilfe von vielen guten Menschen getan worden ist. Einfach in all diesen Jahren sind in meinem Gedächtnis nur Ihre Gesichter und Namen geblieben. Und ich bin allen sehr dankbar und fast jede Nacht bete ich für alle, die mir mein Leben geschenkt haben. Ich war mit 9 Jahren sehr schüchtern, so bin ich leider auch geblieben, aber veröffentlichen Sie bitte meinen Brief, damit die anderen Menschen wissen, dass ich sie auch in Erinnerung halte und sehr dankbar bin. Auch meine Eltern lassen Sie herzlich grüßen.“

Hintergrund der Herzoperation von Kaja Schimtschik im Jahre 2001:

Anfang 2001 erreichte die damalige „Tschernobyl-Initiative in der Propstei Schöppenstedt e.V.“ die Bitte aus Belarus um Unterstützung für ein 9 Jähriges Mädchen mit einem Herzfehler der möglicherweise als Folge der Tschernobyl-Katastrophe angesehen werden konnte. Der gesamte Vorstand und auch Vorsitzende Paul Koch und Geschäftsführerin Irene Koch taten sich mit dieser Anfrage schwer, war doch bislang Einzelfall-Hilfe bewusst ausgeschlossen. Zu viele, vor allem schwer überprüfbare Anfragen flatterten auf den Tisch. Nach welchen Gesichtspunkten sollte man zusagen – nach welchen Gesichtspunkten ablehnen? Nun kam aber die Bitte von „Fürsprechern“. Unser Partner und Freund Dr. Mikhail Malko überbrachte die Bitte des Herzspezialisten Prof. Katko aus Minsk, dessen Klinik die Tschernobyl-Initiative damals schon einige Zeit mit Materialspenden unterstützte. Prof. Katko hatte bei Katja einen seltenen Herzfehler diagnostiziert (Atresie der Lungenarterien, Typ IV, Vertikelseptumdefekt, mehrfache aortopulmonale Kollaterale, chronische Hypoxaemie.). Prof. Katko wäre zu dieser Zeit in Minsk der einzige gewesen, der Katja hätte operieren können. Prof. Katko war aber zu dieser Zeit nach einem Schlaganfall teils gelähmt und konnte nicht mehr operieren.
Der Vorstand stand vor der schweren Frage was zu tun sei. In diesem Falle wollte der Vorstand die Bitte nicht von vornherein abschlagen, aber der Verein hatte mit solchen speziellen und gezielten Geld-Sammelaktionen keine Erfahrung. Die Vorstandsmitglieder zogen das Vereinsmitglied Dr. Horst Wohlfarth hinzu, der sich maßgeblich um die fachärztlichen Fragen und dem Suchen nach einer geeigneten Klink kümmerte.
Bald war klar, dass für eine Entscheidung als allererstes weitere Informationen von dem Mädchen und ihrer Familie benötigt wurden.
Eine zu dieser Zeit ohnehin geplante Begegnungsfahrt (Lehrerfortbildung mit dem Amt für Religionspädagogik/Tschernobyl-Initiative) nach Belarus sollte diese Möglichkeit einschließen. Am letzten Abend dieser Begegnungsreise kam es dann zum Treffen mit Jurij Schimtschik und seiner Tochter Katja (damals 9 Jahre alt) in Minsk. Mit diesem Treffen und dem notwendigen Foto ist fast automatisch die Entscheidung gefallen. Nun war klar, dass der Verein alles tun wird um diesem Mädchen zu helfen.
Die Spendenaktion in der Region und im Internet lief mit den ersten Veröffentlichungen sehr positiv an. Viele kleine Spenden aus der Region und je eine Spende von 5.000,- DM über das Internet von weit außerhalb unserer Region am Anfang und am Ende der Sammelaktion, ermöglichten die Voruntersuchung im Juni 2001 (5.616,- DM) und die Operation im November 2001 (37.422,- DM) im Berliner Herzzentrum.
Katja ging es bereits eine Woche nach der Operation wesentlich besser als vor der Operation. Um den weiteren Genesungsverlauf von Katja zu unterstützen, lud der Verein sie (und ihre Schwester Rita) in den folgenden Jahren zu der Kindererholungsmaßnahme ins Falkenheim/ Groß Denkte ein.

Nachdem Katja 15 Jahre alt wurde, konnte sie nicht mehr im Rahmen der Kindererholung eingeladen werden. Der Kontakt zu Familie Schimtschik ist aber (auch Dank der Unterstützung von Dr. Mikhail Malko) nie abgerissen. 2012 empfing Fam. Schimtschik Paul Koch und einige Pfarrer und Pfarrerinnen aus der Propstei Schöppenstedt, die sich damals auf einer Belarus-Informations-Rundreise befanden.

Nun der Dankesbrief, der Erinnerungen an vor 15 Jahren weckt. „Ein enormer Zusammenhalt im Vorstand, Verein und der ganzen Region, machte dieses schöne Ereignis möglich“, erinnert sich Paul Koch.

Zu „Voruntersuchung“, „Operation“ und „Katja heute (2006)“ Informationen Im Internet:
http://www.tschernobyl-initiative.welcomes-you.com...
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