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Bürgerstiftung veranstaltete Ehrenamtstag in der WelfenAkademie

Auf dem Podium hier mit (von links) Friedhelm Meiners, Ullrich Deissner, Armin Maus und Hildegard Eckhardt kam es zu interessanten Gesprächen.
Braunschweig: WelfenAkademie | Zum Ehrenamtstag hatte die Braunschweiger Bürgerstiftung in das Audimax der WelfenAkademie geladen. Unter dem Motto „Zeit ist mehr als Geld‟ diskutierten hochkarätige Gesprächspartner vor zahlreichen Gästen auf dem Podium nach einem Impulsvortrag des Finanzministers Peter-Jürgen Schneider. Es gibt noch immer zahlreiche Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Es bedarf aber an besserer Koordination und Förderung – so lautete der Konsens der Experten.

Zunächst begrüßte Joachim Roth als „Hausherr‟ die Gäste. Der Vorstandsvorsitzende der WelfenAkademie, die zu den Kooperationspartnern der Bürgerstiftung zählt, stellte eingangs die rhetorische Frage: „Was machen Sie mit dem Rest Ihres Lebens?‟ Diese Überlegung verleite, so Roth, viele ältere Menschen und insbesondere Rentner dazu, ein Ehrenamt zu suchen und auszuführen. „Nie waren Rentner so gesund und so voller Tatendrang wie heute‟, sagte Roth – ein Glücksfalls für das Ehrenamt.
Eine wichtige Aufgabe der Gesellschaft sei es aber, auch junge Menschen für unentgeltliches Engagement zu begeistern und dafür attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen.

In seinem Impulsvortrag bemühte der niedersächsische Finanzminister Schneider das Bild des Staatsgebäudes. Die Bundesrepublik habe hervorragende rechtliche Rahmenbedingungen. „Das schönste Gebäude aber nützt nichts, wenn man es nicht mit Leben füllt‟, so der Minister. Dies müsse über das Engagement der Menschen passieren. Als Beispiel nannte er die Aufnahme von Flüchtlingen. Der Staat erfülle dabei seine Pflicht.
Damit die Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, aber in Deutschland ein Gefühl von menschlicher Wärme spüren – dafür bedarf es ehrenamtliches Engagement.

In der Podiumsdiskussion ging Moderator Armin Maus mit seinen Gesprächspartnern immer wieder auf die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt ein. Der Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung fragte beispielsweise den Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Ullrich Deissner, wie man den Schatz heben könnte, der darin besteht, dass viele Menschen wohl ein Ehrenamt ausfüllen möchten. Es bedarf einer besseren Koordination – so Deissners Antwort. Die Bürgerstiftung biete dafür bereits einen Ansatz. Sie verstehe sich als Plattform, wo Engagierte ein passendes Projekt für sich finden könnten. „Bei uns findet man Ideen und Gleichgesinnte‟, so Deissner.

Auch Franz Matthies macht sich Gedanken zu den Rahmenbedingungen. Der Vorsitzende des Stadtsportbundes sieht insbesondere Probleme bei den Führungspositionen in Vereinen. Die ehrenamtlichen Vorstände seien meistens alt. Es mangele an Nachwuchs. „Uns machen die Altersstrukturen zu schaffen. Ich bin nicht die Zukunft des Braunschweiger Sports‟, sagte der 74-Jährige. „Das Ehrenamt muss auch Freude bereiten‟, ergänzte er.
In den Vorständen dominiere das Alter, unter anderem auch weil der Anspruch an die Aufgaben sehr hoch sei. Das bestätigte Friedhelm Meiners. „Ich habe hohen Respekt vor Kirchenvorständen. Sie kämpfen sich ehrenamtlich durch wirklich schwierige Themen‟, sagte der Pastor der St. Martini-Gemeinde

Damit junge Menschen, die im Berufsleben stehen, überhaupt Zeit fürs Ehrenamt aufwenden, muss es auch in den Unternehmen entsprechende Lösungen geben. Für Hildegard Eckhardt, Geschäftsführerin von eckcellent IT, sei das selbstverständlich. Ihr Unternehmen wurde mehrfach als besonders familienfreundlich ausgezeichnet. „Bei uns ist immer der Anspruch da, Flexibilität zu ermöglichen, damit Mitarbeiter einem Ehrenamt nachgehen‟, so Eckhardt. Das führe sogar dazu, dass ihre Mitarbeiter besonders kollegial und sozial-kompetent seien.

„Freiwillige brauchen eine Unterstützung‟, findet auch Henning Eschemann, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig. Besonders junge Menschen wollen erst einmal Spaß haben und etwas eigenverantwortlich umsetzen. „Die engagieren sich oft aus anderen Gründen als Ältere‟, so Eschemann. Um diese Generation noch mehr ins Ehrenamt einzubeziehen, müssten vor allem Hemmnisse abgebaut werden.
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