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„Erinnern, begegnen und zusammenarbeiten..."

Am letzten Tag der Europakonferenz in Kreisau/Polen steht die Planung 2015/2016 auf der Tagesordnung und der Aufruf: „Erinnern, begegnen und zusammenarbeiten statt Wiederbelebung von Feindbildern, Aufrüstung und Sanktionen“.
 
Dr. Astrid Sahm (IBB-Mitarbeiterin) und Peter Junge- Wendtrup (IBB-Geschäftsführer) tragen die Endfassung des Aufrufs vor.
Kiel: Bildungsstätte | Aufruf anlässlich der IBB-Partnerschaftstagung
vom 23.-26. Oktober 2014 in Krzyzowa/Kreisau

„Erinnern, begegnen und zusammenarbeiten statt Wiederbelebung von Feindbildern, Aufrüstung und Sanktionen“
Heute erleben wir, wie die Konflikte in der Ukraine eskalieren. Über 3.000 Zivilisten wurden getötet, Städte und Infrastruktur zerstört und Menschen mussten ihre Heimat verlassen; sie befinden sich auf der Flucht. Gerade im Osten der Ukraine gibt es nur wenige europaweite Kooperationen, die eine gesamteuropäische Perspektive aufzeigen könnten.
Mitten in Europa droht eine neue militärische Konfrontation und Aufrüstung, eine Atmosphäre des gegenseitigen Misstrauens und neuer Feindbilder, des Chauvinismus und des Hasses zwischen den Völkern. Die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Krieges sind noch nicht abzusehen. Die Vision von einem „gemeinsamen Haus Europa“ ohne nationale und ideologische Trennlinien unter Einbeziehung von Belarus, Russland und der Ukraine rückt in die Ferne – an diesen Perspektiven wird nicht gearbeitet.
In dieser Situation erheben wir als Bürger und Vertreter einer europäischen Zivilgesellschaft unsere Stimme gegen die destruktive Logik des Krieges, gegen eine Politik der Aufrüstung und des Aufbaus von Feindbildern. Wir verlangen von allen beteiligten Seiten die Einhaltung der Minsker Vereinbarung. Dauerhafte Konfliktlösungen und Friedensperspektiven können nur in partnerschaftlichen Dialogen und Zusammenarbeit entstehen. Als konstruktive Perspektive sehen wir folgende Antworten:
1. Wir fordern die Gesellschaften und die Politik auf, an Perspektiven für ein „gemeinsames Haus Europa“ auf der Grundlage demokratischer Werte zu arbeiten. Ein solches Haus kann nur in gleichberechtigten, partnerschaftlichen Dialogen und in gemeinsamen Projekten entstehen. Die von Gewalt und Krieg unmittelbar betroffenen Menschen brauchen unsere Solidarität und Unterstützung.
2. Eine Ursache für die Wiederbelebung von Feindbildern ist die unzureichende Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit des 20. Jahrhunderts. Es bestehen nationale und historische Klischees und Menschen werden als „Faschisten“ und „Terroristen“ verunglimpft statt nach Wegen in eine gemeinsame friedliche Zukunft zu suchen. Notwendig ist, die schmerzlichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts differenziert zu bearbeiten. Nur eine generations- und länderübergreifende Bearbeitung kann Versöhnungsprozesse ermöglichen. Vor diesem Hintergrund bitten wir Politiker und die Zivilgesellschaften in Ost und West, sich auf eine Gedenkveranstaltung in Trostenez und Blagowschtschina vor dem Hintergrund des 70. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus im Mai 2015 zu verständigen.
3. Angesagt sind Dialoge, Begegnungen und eine praktische Zusammenarbeit zwischen Initiativen der Zivilgesellschaften und den verantwortlichen Politikern aus den Länder Ost- und Westeuropas. Anstatt neuer Rüstungsprogramme brauchen wir gemeinsame Austausch- und Begegnungsprogramme von Schülern und Studenten, Journalisten und Historikern und der Politik. Wir fordern die verantwortlichen Politiker aus den verschiedenen Ländern auf, hierfür entsprechende finanzielle Mittel bereit zu stellen. Belarus und Minsk können zu Stätten der Vermittlung und der Begegnungen werden.
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