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Alle Pfoten voll zu tun ...

Peter Wilhelm mit Aladin. Wilhelm ist Tierpflegermeister und Kurator des Stöckheimer Zoos, der mit viel Engagement von einem kleinen Team geleitet wird. Fotos: Nizar Fahem
 
Arbeitsteilung: Bei den Rothandtamarinden ziehen nicht nur die Eltern, sondern auch die Geschwister die Jungen auf.

Frühling im Stöckheimer Zoo: Nicht nur bei den Affen gibt es Nachwuchs – Ein Besuch.

Von Birgit Leute, 15.04.2017.

Braunschweig. Gleich drei Überraschungsgäste kurz nach dem Frühstück – das ist nichts für Leon. Schließlich muss der Affenpapa ein Auge auf den Nachwuchs halten, der leicht übermüdet über seiner Schulter hängt. Zur Beruhigung erhält Vati eine Heuschrecke – alles gut, die tun nix. Ein Besuch in der Kinderstube des Stöckheimer Zoos.

Im Frühling wird in den Volieren und Gehegen des Arche Noah Zoo an der Leipziger Straße gebaut und gebastelt was das Zeug hält. Bei den Vögeln könne es noch etwas dauern, bis der Nachwuchs schlüpfe, „aber unsere Affen und Stachelschweine haben bereits Junge“, vermeldet Peter Wilhelm, Tierpflegermeister und Kurator, auf unsere Anfrage. Also los.

Mama säugt, Papa schleppt

Das Zuhause von Lani und Leon sorgt gleich für Schweißausbrüche: Das Gehege der Goldkopflöwenäffchen, so der korrekte Name, ist eine mollige Ganzjahres-Sauna – 24 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Die Äffchen stammen aus Südamerika und lieben es warm. Vor allem aber sind sie vorbildliche Eltern: Wie bei den Löwenäffchen üblich ziehen Lani und Leon die Jungen gemeinsam groß – Mama sorgt für die Milch, Papa trägt die Kinder spazieren. Dabei lassen sie die Kleinen nicht eine Minute alleine: „In den ersten Wochen sitzen die kleinen Äffchen eigentlich nur auf dem Rücken der Eltern, werden dort warm gehalten und umsorgt“, erzählt Wilhelm. Dass sie bei den wilden Sprüngen der Eltern nicht hinunterrutschen ist ein Wunder, die Ausflüge gleichen Achterbahnfahrten, aber „das Festhalten ist ein Reflex. Das können die sofort nach der Geburt“, beruhigt Willem. Genauso führsorglich geht es ein Haus weiter zu. Paul und Pia haben ebenfalls alle Greifpfoten voll zu tun. Wie die Löwenäffchen stammen die beiden Rothandtamarinde aus Südamerika und sind seit Anfang März stolze Eltern eines Kindes. Erst im Herbst kamen sie mit ihrem älteren Nachwuchs aus dem Zoo Berlin. Dass sie ein halbes Jahr später schon fleißig mit der Familienplanung beschäftigt sind, sei ein Zeichen dafür, dass der Zoo ihren nicht gerade kleinen Ansprüchen gerecht werde, freut sich Wilhelm. Schon das Frühstück ist mit Liebe geschnibbelt: Zweierlei Obst vom Großmarkt – in Lebensmittelqualität, bitteschön – später dann noch frisches Gemüse, etwas Huhn und knusprige Heuschrecken als kleiner Snack für Zwischendurch.

Stacheln hoch heißt „Stop“

Nur gut, dass die Stachelschweine, die gerade ebenfalls süßen Nachwuchs haben, härter im Nehmen sind: Sie begnügen sich mit Wurzeln und Knollen, Kräutern und Baumrinde und selbst frühlingshafte zehn Grad machen ihnen nichts aus: Die Truppe wuselt munter zwischen den Beinen zweier Dromedare im Außengehege herum. Mit den Müttern ist allerdings gerade nicht gut Kirschen essen. „Die verteidigen ihren Nachwuchs“, warnt Willelm vorsorglich und hat Recht. Kaum nähern wir uns, werden die Stachel aufgestellt, jetzt bloß keine hektischen Bewegungen. „Die wollen erst einmal Eindruck schinden, sich größer machen“, dolmetscht der Tierpflegermeister. Richtig gefährlich werde es, wenn sich die Schweine herumdrehen und rückwärts auf einen zukommen würden. „Dann können sie die festen hinteren Stacheln in den Gegner rammen“, erzählt Wilhelm. Der Besuch bleibt unblutig – mit beruhigendem Zureden geben die Mütter doch noch einen kurzen Blick auf die Jungen frei: Drei süße stachelige Schweinchen drängen sich in der Stallecke. Man will sich gar nicht vorstellen, was die Mütter bei der Geburt ... „Nein“, wehrt Willhem lachend ab, „die Stacheln sind am Anfang ganz weich. Sonst gäbe es bestimmt irgendwann keine Stachelschweine mehr...“


Der Zoo ist täglich von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet (Einlass bis 17 Uhr). Eintritt: Erwachsene 7 Euro, Kinder bis 16 Jahre 5 Euro. Alle Infos auch unter www.zoo-bs.de.
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