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Das Leben des Brian in der musischen Akademie aufgeführt

Braunschweig: Musische Akademie |

Always look on the bright side of life – mit diesem Song verabschiedete sich die Schauspieltruppe Mandioka am Sonntagabend von ihrem Publikum und erntete für ihr Theaterstück “Mandioka eunt domus” nach einer kurzweiligen Vorstellung großen Applaus.

von Helge Keller, 17.02.2016

Bereits die erste Szene ließ erkennen, wie das Stück wohl verlaufen würde: Eine kreischende Mutter erlaubt widerwillig und nur nach der Übergabe von Geschenken drei Weisen ihren Knaben zu preisen. Doch statt Jesus liegt da Brian im Bett, ein Missverständnis, das auch den Astrologen schnell auffällt und sie mitsamt aller Geschenke, auch Myrre und Balsam, zum Weiterziehen bewegt. Auch die darauffolgenden Szenen verschafften dem eingefleischten Monty Python-Fan ein wohliges Gefühl von Vertrautheit. Brian, mittlerweile ein erwachsener junger Mann steht mit seiner Mutter in einer Traube von Menschen und lauscht einem Mann, der wohl über Skifahrer respektive die ganze Wintersportindustrie redet und die Griechen, Pardon, die Siechen preist. Spätestens jetzt dürfte den meisten Zuschauern klar geworden sein, wie es weitergeht. Ganz dicht am Original wird Szene für Szene die Geschichte von Brian erzählt, von seinem Eintritt in die VVJ, seiner mangelnden Lateinkenntnisse an der Palastmauer, des terroristischen Angriffs, seiner Einkerkerung mitsamt Besuch bei Pilatus und anschließender Flucht bis zum Finale, an dessen Ende seine Kreuzigung steht, die munter von Schauspielern und Publikum zu eingangs erwähntem Song bepfiffen wird.

Mandioka hat mitnichten das Leben des Brian neu erfunden, brauchten sie auch nicht. Stattdessen wussten die Schauspieler in ihren Rollen mit den altbekannten Dialogen und kultigen Sprüchen zu überzeugen. Da wird auch der eine oder andere Versprecher schnell verziehen. Stimmig adaptiert präsentieren die elf Akteure im Stile Monty Pythons das Bühnenstück und ließen kaum Zweifel an ihren künstlerischen Fähigkeiten und das trotz oder gerade wegen des Spielens mehrerer Rollen. Dass im Publikum Otternasen, Lerchenzungen und andere Leckereien gereicht wurden, schaffte ebenso eine schöne Atmosphäre wie die Verteilung von Steinen für die Kreuzigung.
Und übrigens: eine Sache haben sie dann doch anders gemacht als das Original – erstaunlich anders: Brians Mitinsasse im Kerker im Lichte eines nicht ganz unbekannten Diktators aus dem letzten Jahrhundert erscheinen zu lassen, ist wohl genauso gewagt wie gelungen.

Für jeden Fan sind die neun Euro Eintritt sehr gut investiert, wem das zu viel ist, kann ja immer noch versuchen, an der Kasse zu feilschen.
Wer sich noch nicht überzeugt fühlt, dem kann ich nur noch eins entgegnen: SPALTER!

Kleiner Tipp: Film (unmittelbar) vorher gucken!

Dreimal gibt es noch die Möglichkeit Rübennase und Co live in der musischen Akademie zu sehen: Am 20.02., 05.03. und 06.03.2016. Infos auch unter: www.mandioka.de
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