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Wolfsburg ist zurück im Abstiegskampf

Luiz Gustavo leitete mit einem Rückpass auf Torhüter Diego Benaglio den zwischenzeitlichen Ausgleich ein. Foto: regios24/Darius Simka

Fußball-Bundesliga: Heimpleite gegen Augsburg beendet die Mini-Serie des VfL.

Wolfsburg, 31.01.2017.

Willkommen zurück auf dem Boden der Tatsachen, willkommen zurück im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga: Nach zuvor drei Siegen in Serie musste sich der VfL Wolfsburg zum Rückrundenstart dem FC Augsburg mit 1:2 (1:1) geschlagen geben und verpasste dabei leichtfertig den erhofften Befreiungsschlag im Tabellenkeller.

Es herrschte Enttäuschung, es herrschte Ernüchterung, als Schiedsrichter Bastian Dankert den müden Kick vor 24 000 Zuschauern in der Volkswagen Arena abpfiff. Nicht nur bei den Spielern der „Wölfe“, die mit gesenktem Haupt in Richtung Kabine schlichen, auch bei den Fans der Grün-Weißen war die Laune entsprechend im Keller. Schon während der 90 Minuten hatte es immer wieder Pfiffe von den Rängen gegeben.

Und das, obwohl der Nachmittag doch so blendend begonnen hatte: Bereits in der vierten Minute markierte Torjäger Mario Gomez die 1:0-Führung für die Hausherren, als er einen Freistoß von Neuzugang Yunus Malli verlängerte. Glück für die „Wölfe“, dass das Tor zählte, denn Gomez stand zum einen im Abseits und zum anderen berührte er das Leder auch noch mit dem Arm.

Die erhoffte Sicherheit gab dieser Treffer allerdings nicht. Die keineswegs überzeugenden Augsburger befreiten sich mehr und mehr und kamen – dank tatkräftiger Unterstützung des VfL – noch vor der Pause zum verdienten Ausgleich. Luiz Gustavo spielte einen riskanten Rückpass, Torwart Diego Benaglio schoss Halil Altintop den Ball an den Kopf. Das Leder segelte an die Latte, den Abpraller köpfte der Augsburger mühelos zum 1:1 ein. Eine Slapstick-Einlage, über die all diejenigen lachten, die nicht mit den Wolfsburgern fieberten.

Und es sollte noch bitterer werden für den VfL, dem einmal mehr die nötigen Ideen im Spiel fehlten. Denn in der 69. Minute kamen die Augsburger durch Dominik Kohr noch zum 2:1-Siegtor und schoben sich mit diesem Erfolg in der Tabelle an den „Wölfen“ vorbei. Da Ingolstadt zeitgleich das Kellerduell gegen den HSV mit 3:1 gewann, ist der Vorsprung des VfL auf den Relegationsrang bis auf vier Punkte zusammengeschrumpft – wahrlich kein Ruhekissen. „Wir spielen momentan gegen den Abstieg und brauchen über nichts anderes nachzudenken. Das müssen wir annehmen. Wir haben viele neue Spieler bekommen, es gibt einen Umbruch und das braucht seine Zeit. Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen“, unterstrich Rechtsverteidiger Paul Seguin und fügte an: „Wir haben die ersten 30 Minuten sehr gut gespielt und dann bekommen wir ein dummes Gegentor. Danach war das Selbstvertrauen weg und wir spielen keinen richtigen Fußball mehr.“

Gewohnt klare Worte fand auch Nationalstürmer Mario Gomez: „Heute haben wir genauso gespielt wie zu Beginn der Saison. Wir haben viel zu viel quer und zurück gespielt, waren behäbig und naiv – so gewinnt man einfach kein Bundesligaspiel.“
Trainer Valérien Ismaël sah es ähnlich. „Wir sind sehr enttäuscht heute. Wir haben uns unglaublich viel vorgenommen für dieses Spiel. Statt uns zu befreien, haben wir sehr viele einfache Fehler im Abspiel gemacht, die uns verunsichert und den Gegner bestärkt haben. Der Ausgleich ist eigentlich ein Symbol dessen, da wir aus dem Nichts ein Tor bekommen.“ Und mit Blick auf die Tabelle meinte er: „Wir haben den Befreiungsschlag verpasst – es wird eine zähe Geschichte bleiben.“
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