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Wenn das Auto denkt und lenkt

Zum Auftakt des Aufbaus besuchten Olaf Lies (Sechster von links), niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie die Partner des Testfeldes Niedersachsen die Anlagen. Fotos: Lüer
 
Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigem Aufbau über 280 Kilometer.

Autonomes und vernetztes Fahren: Technik für Strecken in der Region wird seit Montag erprobt.

Von Maria Lüer, 25.10.2017.

Region. Autos wie von Geisterhand gesteuert auf der Autobahn? Was noch wie Zukunftsmusik klingt, liegt gar nicht in so weiter Ferne – denn am Montag hat der Aufbau des Testfelds Niedersachsen begonnen:

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat drei mobile Masten errichtet, mit denen die Forscher die Technik zur Erfassung des Verkehrs testen. Bis Ende der Woche ist die mobile Messtechnik auf der A 39 zwischen der Ausfahrt Cremlingen und dem Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter an wechselnden Orten zu sehen. Die sechs Meter hohen Anlagen sind mit Sensoren ausgestattet, die anonymisiert Signale und Daten empfangen und weitergeben. Damit können die Forscher wichtige Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Veränderungen automatisierte und vernetzte Fahrzeuge auf das Fahrverhalten und den gesamten Verkehr haben. 

Den Startschuss für die ersten Messungen des Verkehrsgeschehens im Testfeld Niedersachsen auf der A 39 zwischen der Ausfahrt Cremlingen und dem Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter setzte Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: „Niedersachsen ist der Automobilstandort Nummer eins in Europa. Vor allem die Themen Digitalisierung, das hochautomatisierte und autonome Fahren werden die Bausteine für die Automobilindustrie sein. Wir werden aber auch weiterhin nicht nur Produktionsstandort, sondern auch Entwicklungsstandort für neue Technologien sein. Darum war für uns sehr früh klar, dass wir die optimalen Bedingungen dafür schaffen müssen. Mit dem Testfeld hat Niedersachsen einen Ort, an dem technisches Know-how und zukunftsweisende Ideen aus Wissenschaft und Wirtschaft aufeinandertreffen und Mobilität der Zukunft entwickelt und im Realbetrieb getestet werden können.“

Anonymisierte Erfassung

Die nun aufgestellten sechs Meter hohen Masten sind mit Sensorik zur anonymisierten Erfassung des Verkehrsgeschehens ausgerüstet. Damit können die Forscher wichtige Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Veränderungen automatisierte und vernetzte Fahrzeuge auf das Fahrverhalten und den gesamten Verkehr haben. Die ersten Messungen der Masten dienen der Prüfung der Technik und sollen Aufschluss darüber geben, wo und wie viele Masten 2018 an der Strecke installiert werden. „Das Testfeld Niedersachsen dient Unternehmen und Wissenschaftlern zur Entwicklung automatisierter und vernetzter Fahrzeugfunktionen und Mobilitätslösungen“, erläutert Karsten Lemmer, DLR-Vorstand für Verkehr und Energie. „Mit diesem einzigartigen Instrument für Tests im öffentlichen Raum können wir beispielsweise das Fahrverhalten unter realen Bedingungen beobachten und Fahrzeugintelligenz so zielgerichtet für bestmögliche Effekte entwickeln.“
Das DLR investiert zweieinhalb Millionen Euro in den Aufbau des Testfeldes Niedersachsen und erhält eine Förderung von zweieinhalb Millionen Euro vom Land Niedersachsen aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

280 Kilometer Testfeld

Das Testfeld Niedersachsen erstreckt sich nach seinem vollständigen Aufbau über 280 Kilometer auf den Autobahnen A 2, A 39, A 391 sowie mehrere Bundes- und Landesstraßen. Neben dem Aufbau der Erfassungstechnik wird ab 2018 auch die Strecke genauestens kartographiert und für Simulationen aufbereitet. Mit der Errichtung von Kommunikationstechnik entlang der A 39 wird darüber hinaus die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Technologie (Car2X) erforscht. Das Testfeld ermöglicht es, das Fahrverhalten und den Verkehrsfluss aus einer Vogelperspektive zu analysieren, verschiedene Szenarien zur Einführung automatisierter und vernetzter Fahrzeuge zu simulieren oder die Wirksamkeit neuer Verkehrsdienste und intelligenten Infrastrukturkomponenten zu erproben. Mit der Fertigstellung Ende 2018 beginnt die anschließende Nutzungsphase des Testfelds Niedersachsen, das als offene Plattform für Industrie und Forschung und ihre Fragestellungen individuell nutzbar ist.
Partner in dem Projekt sind neben dem DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Land Niedersachsen auch der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V., Continental AG, IAV GmbH, NordSys GmbH, Oecon Products & Services GmbH, Siemens AG, Volkswagen AG und Wolfsburg AG. „Diese Bekenntnis zum Testfeld Niedersachsen zeigt die Bedeutung des Instruments für Wirtschaft und Wissenschaft und stellt die bedarfsgerechte Gestaltung und so die spätere Nutzung sicher“, freut sich DLR-Vorstand Lemmer.
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3 Kommentare
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Peter Direske aus Schöningen | 25.10.2017 | 14:32  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 25.10.2017 | 18:26  
13
Peter Direske aus Schöningen | 25.10.2017 | 22:45  
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