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Senioren als Autofahrer - besser als ihr Ruf

Senioren nehmen freiwillig an einem Fahrsicherheitstraining teil
Helmstedt: AWO Begegnungsstätte |

Vortrag bei der Senioren Union

Zu dem Ergebnis, dass Senioren besser sind als ihr Ruf, kamen die Teilnehmer der Senioren Union der CDU nachdem sie sich den Vortrag von Achim Klaffehn in der AWO-Begegnungsstätte angehört und eifrig mitdiskutiert hatten. Hans-Jürgen Krumpelt hatte die Veranstaltung organisiert, da immer wieder die Aussage im Raum steht, dass Senioren – spätestens ab 75 Jahren – nicht mehr Autofahren sollten oder amtlich überprüft werden müssten. Klaffehn zeigte zunächst auf, welche altersbedingten Umstände diese Ansicht immer wieder neu anfachen. Beispielsweise wurden Veränderungen mit der Sehfähigkeit und andere Problemfelder erläutert. Etwa dass bei wechselnden Lichtverhältnissen die Augen länger brauchen, um sich anzupassen. Die Einschätzung von Geschwindigkeiten und Entfernungen wird schwerer. Es gibt Verzögerungen beim Umschalten von der Fernsicht zur Nähe (z.B. zum Tacho). Das Sichtfeld ist eingeschränkt und die Blendempfindlichkeit bei spiegelnder oder nasser Fahrbahn nimmt zu. Besonders hohe Töne (Martinshorn) und leise Geräusche werden nicht oder weniger gehört. Die Probleme mit dem Schulterblick im Alter sind allgemein bekannt. Aber auch die Kraft lässt nach, so dass es zu Problemen bei der Vollbremsung kommen kann. Eine verlängerte Reaktionszeit wird ebenso festgestellt wie das Nachlassen der Konzentration wenn mehrere Dinge gleichzeitig erledigt werden müssen. Schließlich gibt es noch die Tatsache, dass es im Alter auch vermehrt vorkommt, das Medikamente eingenommen werden die selbst oder im Rahmen der Wechselwirkung gegen die Fahreignung sprechen.
Dagegen steht aber auch die Unfallbeteiligung der Senioren, die Statistik belegt nicht, dass ältere Autofahrer mehr schwere Verkehrsunfälle verursachen als die Verkehrsteilnehmer anderer Altersgruppen. Unbestritten ist dabei die höhere Eigenverletzlichkeit. Dies wird insbesondere durch die Unfälle als Fußgänger oder Radfahrer belegt. Nahezu jeder zweite Getötete ist über 65 Jahre alt. Der Vorteil der älteren Verkehrsteilnehmer liegt an der Erfahrung, die in einem langen Zeitraum der Verkehrsteilnahme liegt. Sie passen in aller Regel sorgsam ihren Fahrstil, die Fahrstrecke und die Zeit der Verkehrsteilnahme ihren Fähigkeiten an.
Klaffehn empfahl allen Teilnehmern sich regelmäßig vom Arzt untersuchen zu lassen und sehr genau auf ihr körperliches Befinden zu achten sowie sich fortzubilden. Auch hier macht Übung im höheren Alter noch den Meister. Die Fahrkompetenz kann unter Umständen durch Assistenzsysteme im Auto gesteigert werden als auch durch Fahrsicherheitstrainings. Diese werden im Landkreis Helmstedt durch die Kreisverkehrswacht Helmstedt gemeinsam mit der Polizei und den Fahrlehrern Heiko Miethke und Gerhard Barton durchgeführt.

Foto JPG: Unterschiedliche Aktionsangebote der Verkehrswacht können von Senioren zur Fortbildung wahrgenommen werden (Rollatortraining, Testgeräte, Fahrsicherheitstraining).
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