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Müssen Senioren zum Fahreignungstest?

Arnd Vinzenz Schneider und Achim Klaffehn von der Kreisverkehrswacht Helmstedt im Gespräch mit dem Leiter des Arbeitskreises "Senioren als Vorbild im Straßenverkehr" Wolofgang Schmidt
 
Diskussionsrunde des Arbeitskreises Vorbild im Straßenverkehr in den Räumen des JFBZ
Helmstedt: Streplingerode 25/26 |

Wird es erforderlich an einem amtlichen Test teilzunehmen?

Diese jährlich neu aufgeworfene Frage stand im Mittelunkt einer Sitzung der „Senioren als Vorbild im Straßenverkehr“ im Jugend-Freizeit-und-Bildungszentrum. Wolfgang Schmidt verdeutlichte die Problematik anhand von Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages. Auch die Deutsche Verkehrswacht hatte dieses Thema auf der Agenda ihrer diesjährigen Hauptversammlung in Würzburg.
Achim Klaffehn führt dazu aus: Wenn man die Gruppe der Autofahrer und Autofahrerinnen betrachtet, die das 65.Lebensjahr überschritten haben, nimmt diese seit vielen Jahren kontinuierlich zu. Das wird auch noch über viele Jahre weiter so bleiben. Unter diesem Aspekt kann es nicht verwundern, wenn mittlerweile Senioren im Straßenverkehr häufiger in der Unfallstatistik auftauchen als früher. Die Gruppe der Senioren im JFBZ beunruhigt das Thema offensichtlich weiter. Jürgen Oppermann hinterfragte, wann eventuell wirklich einschneidende Kontrollen auf ältere Autofahrer zukommen. Unstrittig ist dabei die Erkenntnis, dass der Alterungsprozess auf Funktionen Einfluss nimmt, die für das sichere Führen eines Fahrzeuges von Bedeutung sind. Gleich mehrere Sehfunktionen verschlechtern sich im Alter. Die Wahrnehmung von Signalen und deren richtige Zuordnung können beeinträchtigt sein. Im Unterschied zu jungen Verkehrsteilnehmern ist eine schlechter Reaktionsgeschwindigkeit und eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit gegeben. Hinzu kommt, dass im höheren Alter Erkrankungen und Medikamenteneinnahmen wahrscheinlicher werden, was selbstverständlich auch für die Frage sicheren Fahrens von Belang ist.
Nun könnte man den Schluss ziehen, dass es unumgänglich ist, ältere Autofahrer auf ihre Fahrtauglichkeit hin zu testen, zumal die entsprechenden Testverfahren vorhanden sind.
Diese Schlussfolgerung wird nach Ansicht von Klaffehn in der Fachwelt weiterhin kontrovers diskutiert. Es ist wohl so, dass altersspezifische Leistungseinbußen nicht unbedingt zu einer Verringerung der Fahrsicherheit der Senioren führen müssen. In der realen Welt des Autofahrens stehen vielfältige Kompensationsmöglichkeiten zur Verfügung und entsprechend der demografischen Entwicklung entstehen immer mehr Hilfestellungen, die auf die Probleme des Alterns zugeschnitten sind. Dabei ist auch die Entwicklung zum autonomen Fahren zu sehen.
Ein breites Feld der Diskussion nahm auch die Erkenntnis ein, dass man gerade im ländlichen Raum nicht auf die eigene Mobilität verzichten kann. Der öffentliche Personenverkehr ist viel zu sehr ausgedünnt und die Möglichkeiten im Netz einzukaufen können das Mobilitätsproblem nicht lösen.
Die Teilnehmer des Arbeitskreises kamen zu dem Ergebnis, dass es für sie Wünschenswert ist, wenn Überprüfungen in Eigenverantwortung durchgeführt werden sollten. Selbsterkenntnisse zum Beispiel im Programm „Fit im Auto“ sind einem behördlichen Zwang an Überprüfungen teilzunehmen vorzuziehen. Es bleibt weiter offen, welche politischen Entscheidungen auf die Gruppe der Senioren zukommen. Eine Mobilitätsberatung wird allerdings als wichtig angesehen.

Foto JPG: Achim Klaffehn: Der Arbeitskreis „Senioren als Vorbild im Straßenverkehr“ bei der Fachtagung über die Mobilität im Alter in den Räumen des JFBZ.
Foto: JPG: Im Gespräch über die Mobilitätsentwicklung: Arnd Vinzenz Schneider und Achim Klaffehn von der Kreisverkehrswacht Helmstedt mit Wolfgang Schmidt vom AKS
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