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Hier ist der Wald noch wild

Heinz-Otto Denstorf ist seit einigen Jahren für die 170 Hektar große Naturschutzfläche im Landkreis Helmstedt verantwortlich. Fotos (5): Lüer

Das Beienroder Holz entwickelt sich ohne menschliche Eingriffe.

Von Maria Lüer, 28.02.2017.

Lehre. Die meisten Menschen haben ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn sie „Förster“ hören: Grüne Uniform, Schnurrbart und Hund an der Seite. Ein Klischee, wie Dr. Heinz-Otto Denstorf offensichtlich beweist. Der 62-Jährige ist bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) tätig und seit einigen Jahren für die einzige, rund 170 Hektar große Naturschutzfläche im Landkreis Helmstedt, dem Beienroder Holz, verantwortlich.

„Unser Ziel ist die natürliche Entwicklung des alten Baumbestands“, betont Denstorf. Der Laubwald mit seinen zahlreichen ökologischen Nischen soll sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Umgestürzte Bäume wie Buchen und Eichen – die meisten seien zwischen 200 und 300 Jahre alt – reißen Lücken in den Wald und bieten als Totholz besonderen Vogel- und Käferarten wie zum Beispiel dem Eremiten einen Lebensraum.

In den vielen alten Bunkeranlagen auf dem Gelände fänden Fledermäuse außerdem geeignete Plätze für ihre Wochenstuben und Überwinterung. „Wir lassen alles so wie es ist“, betont Denstorf. „Hier wird nichts mehr aufgearbeitet.“ Zu tun gibt es allerdings immer etwas. „Die Herausforderung unserer Arbeit liegt darin, dass keine negativen Auswirkungen auf unsere Nachbarflächen übergehen“, erklärt Denstorf und ergänzt: „Ein Grund, warum hier zum Beispiel die Wildschweine noch gejagt werden müssen.“

Spannend seien die Aufgaben für Denstorf im Wald. „Meine eigenen Ideen in Naturschutz umzusetzen, war mir seit jeher ein großes Anliegen. Auf den ersten Blick mag der Wald unordentlich wirken – ich aber sage: alles natürlich.“ Die Schönheit der Natur ist unverkennbar. Auch im Beienroder Holz.
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