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Expedition Heimat: Schätze vor der Haustür

Henning Zellmer, Geschäftsstellenleiter des Geopark Trägervereins, weiß, dass die geologische Vielfalt in der Region außergewöhnlich hoch ist. Foto: Lüer
 
Die Lübbensteine bei Helmstedt.

Im Geopark lässt sich zwischen Steinen, Pflanzen und Tieren die Geschichte erkunden.

Von Maria Lüer, 09.06.2017.

Königslutter. Geschichte und Kultur sind in Königslutter alles, bestimmt aber keine trockene Theorie. Zum Anfassen, Erleben und Entdecken soll sie sein – im Geopark mit dem langen Namen Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen kein Problem.

Schon früh reifte der Gedanke, einen Geopark im Braunschweiger Land zu entwickeln, schließlich ist hier die erdgeschichtliche Entwicklung der letzten 290 Millionen Jahre erlebbar. „Karl-Friedrich Weber legte den Grundstein und trieb die Gründung des größten Geoparks Deutschlands, des zweitgrößten Europas, entscheidend voran“, berichtet Henning Zellmer, Geschäftsstellenleiter des Geopark Trägervereins. Seit November 2015 ist der Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen gar mit dem Titel „Unesco Global Geopark“ ausgezeichnet worden. Ein toller Erfolg für den bis 2016 als Träger verantwortlichen Verein Femo, aber vor allem für die zahlreichen ehrenamtlichen Mitstreiter, die die Idee „Freilichtmuseum“ immerwährend mit Leben erfüllen.

Regionale Identität und Identifikation, Schutz und Heimat – dafür stehe der Geopark, versichert Zellmer. Ob es die historischen Gesteine und die alten Fossilien sind, die im Geopark-Informationszentrum zu einer Reise durch die Erdgeschichte einladen, oder die spannenden Exponate wie zum Beispiel das Skelett eines Ichthyosaurus, die Modelle steinzeitlicher Menschen oder sogar lebende Tiere und Pflanzen – wer sich erst einmal auf die Suche begeben hat, dessen Feuer für die erdgeschichtlichen Kostbarkeiten ist entfacht.

Der außergewöhnlichste Fund in unserer Region? Für Zellmer liegt dies auf der Hand: „Die Entdeckung der Schöninger Speere ist natürlich etwas ganz Besonderes.“ Aber auch die Geo-Routen und Pfade, auf denen sowohl Erwachsene als auch Kinder einen Spaziergang durch wunderschöne Natur erleben können, seien immer einen Ausflug wert. Im Findlingsgarten nördlich von Königslutter oder im Naturerlebnisgarten in Velpke lässt sich Geologie, Botanik, Archäologie und Geschichte spielerischem erlernen. In Groß Steinum ist anhand von sechs Stationen nachzuvollziehen, wie einst ein Großsteingrab erbaut wurde.

Im Erlebnissteinbruch Hainholz wird vorgestellt, wie in Steinbrüchen gearbeitet wurde und was ein Steinmetz zu leisten hatte. An einer Halde aus Muschelkalkschutt klopfen und sammeln Kinder mit großem Eifer. Ins Reitlingstal locken gleich mehrere Routen, in Langeleben wird es auf dem Elfenpfad märchenhaft. Er ist mit nur einem Kilometer Länge auch für jüngere Kinder zu bewältigen.

Zum Bismarckturm und der Asseburg führt der Erlebnispfad Asse, am Kloster in Königslutter beginnt der Lutterbach-Pfad, in Heeseberg geht es zu ehemaligen Steinbrüchen. „Es ist faszinierend, auf welch engen Raum so viel geologische Vielfalt existiert“, sagt Zellmer. Und tatsächlich: Die schönsten Schätze liegen eben doch vor der eigenen Haustür.

Das Geopark-Infozentrum, An der Stadtkirche 1 in Königslutter am Elm, ist dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Erreichbar ist das Portal zum GeoPark im Braunschweiger Land unter der Telefonnummer 05353/91 32 35.
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