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Eine biblische Oase mitten in Schöningen

Elke Stern hegt und pflegt den Bibelgarten um die Klosterkirche St. Lorenz in Schöningen seit nunmehr 22 Jahren. Fotos (5): Lüer

Der Bibelgarten rund um die Klosterkirche St. Lorenz verspricht einen Streifzug durch die Heilige Schrift.

Von Maria Lüer, 14.07.2017.


Schöningen. Wie viele Pflanzen in der Bibel Erwähnung finden, das wird einem klar, sobald man sich im Bibelgarten von St. Lorenz umschaut. Noch ehe man die Schilder und Infotafeln liest, strömen schon die Ideen.

Ein Ölbaum, natürlich: Ein Olivenzweig, den die Taube brachte, war für Noah das Zeichen, dass die Wasser der Sintflut sich verlaufen hatten. Oder die Feige: Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, erkannten sie ihre Nacktheit und bekleideten sich mit einem Schurz aus Feigenblättern. Die Christrose, der Palästinaknöterich und die Israeltanne sprechen für sich, ebenso der Jerusalemdorn. Anderes wie Brennnessel und Distel überrascht einen. Über Tafeln erfährt man: Das „Unkraut“ findet sich im Alten Testament häufig in Zusammenhang mit lebensfeindlichen Bereichen der Welt. Wo Kulturland durch Kriege, Naturkatastrophen, Entvölkerung oder einfach aufgrund von Faulheit nicht mehr bearbeitet wurde, eroberte es sich schnell diese Flächen zurück.

Menschliches Sein
Vor nunmehr 22 Jahren setzte Elke Stern ihre Idee eines Bibelgartens rund um die Schöninger Klosterkirche ehrenamtlich um. „Besucher sollen hier den Bezug von den rund 150 Pflanzen zu Inhalten der Bibel erfahren“, erläutert die Initiatorin, die bei Bedarf auch Führungen und Rundgänge anbietet. „Vor allem aber möchten wir bei jedem auch das Bewusstsein für das menschliche Sein erwecken.“

Hege und Pflege
Dass der Garten unglaublich viel Hege und Pflege benötigt, das möchte die 69-Jährige gar nicht beschönigen: „Aber es fällt mir nicht schwer, ich mache die Arbeit hier wirklich sehr gerne und möchte sie noch lange nicht aufgeben.“ Sie ergänzt: „Es gibt nichts schöneres als dabei zuzusehen, wie hier alles wächst und blüht.“ Besonders gerne beobachte die Rentnerin übrigens die sieben Früchte des gelobten Landes – Datteln, Wein, Olive, Feige, Granatapfel, Weizen und Gerste – beim Gedeihen.

Der Garten, der – nicht nur für die Gemeinde – längst auch zu einem beliebten Veranstaltungsort in der Region geworden ist, ist für jeden offen und lädt seine Gäste stets zum Verweilen und zum Genießen ein. „Die Anlage ist ein idealer Ort für alle, die ihren Alltag hinter den Klostermauern einmal aussperren möchten“, bemerkt Stern. Und ja, die biblische Oase, sie verspricht Besinnung. Mitten in der Stadt.
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