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Miss Handwerk feilt nicht nur Nägel

Helena Reppin setzte sich bei der Wahl auf der Internationalen Handwerksmesse in München gegen fünf Mitbewerberinnen durch. Foto: Werbefotografie Axel Weiss

Die 23-jährige Helena Reppin besucht die Steinmetzschule in Königslutter und will dort ihren Meister machen.

Von Maria Lüer, 04.04.2017.

Königslutter. Die Domstadt am Elm hat schon wieder eine neue Miss: Maurerin und Steinmetzin Helena Reppin wurde jüngst zur „Miss Handwerk 2017“ gewählt. Die gebürtige Lübeckerin absolviert gerade ihre zweijährige Fachschulausbildung in der Steinmetzschule Königslutter. Danach möchte sie noch ihren Meister machen. Wir sprachen mit der 23-Jährigen über ihren Beruf und das Model-Dasein.

?Helena, du absolvierst gerade deine zweijährige Fachschulausbildung in der Steinmetzschule Königslutter – was findest du an diesem Beruf interessant und was bewegt eine junge Frau wie dich, gerade diesen Werdegang zu wählen?

!Ich finde es toll, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen. Die fertige Arbeit kann man sich Jahre später noch angucken, da bin ich stolz drauf. Mir gefällt es mit Menschen zusammen zu arbeiten, auch der ewige Ortswechsel des Arbeitsplatzes (Baustellen, Büro oder Werkstatt) tut gut. Meine Eltern haben in Lübeck einen Baubetrieb (Marmorwerk Reppin), in dem ich gerne nach meiner Weiterbildung mit einsteigen möchte. Ich bin mit dem Handwerk groß geworden und quasi in die Fußstapfen meiner Eltern getreten. Bevor sie sich weiter gebildet haben, hat meine Mutter zuvor Maurerin gelernt. Sie war die erste Maurerin in Norddeutschland und brauchte damals noch eine Genehmigung. Mein Vater war Steinmetz.

?Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in diesem handwerklichen Beruf tätig zu sein?

!Bevor man als Geselle oder Gesellin arbeiten darf, muss man eine dreijährige Ausbildung absolvieren. Man sollte handwerklich geschickt sein und Herausforderungen sowie die Arbeit an der frischen Luft mögen. Außerdem ist es wichtig, gerne mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten und auch mal mit anpacken zu können.

?Was beeinflusst dich und deine künstlerische Arbeit?

!Falls mit künstlerisch ,,Skulpturen oder Grabmal“ gemeint ist, muss ich wohl passen. Ich arbeite in der Sparte des Bausteinmetzen. Meine Aufgabenbereiche sind Fassaden, Fußböden, Küchen, Bäder, Arbeitsplatten, Fensterbänke, Ablagen, eben all das, das man aus Naturstein fertigen kann. Wir bekommen Rohplatten geliefert, schneiden diese in der Werkstatt auf Kundenwunsch zu und bauen es vor Ort ein. Natürlich gibt es die künstlerischen Momente auch dort ab und zu. Diese werden beeinflusst durch den Schwierigkeitsgrad des Auftrages und den hoffentlich reibungslosen Ablauf. Und natürlich auch durch das eigene Wohlbefinden.

?Wie wird man „Miss Handwerk“?

!Jeder Handwerker oder jede Handwerkerin kann sich beim Handwerksblatt (Germany’s Power People) bewerben. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt kann dann im Internet abgestimmt werden. 18 männliche und weibliche Kandidaten werden schließlich zum professionellen Fotoshooting eingeladen. 12 Frauen und 12 Männer schaffen es jeweils in den GPP Kalender und jeweils sechs weitere stehen dann zur Wahl zu Miss oder Mister Handwerk. Jetzt werden noch einmal drei Monate im Internet für den Favoriten abgestimmt. Dies zählt ein Drittel zur Entscheidung. Die restlichen Stimmen von Publikum und Jury werden beim Finale bei der Internationalen Handwerksmesse in München abgegeben.

?Gibt es für dich Parallelen zwischen der Arbeit eines Steinbildhauers und eines Models?

!Nein. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich da keine Parallelen.

?Was macht dir am Modeln besonders Spaß? Gibt es etwas, das dich stört?

!Die neuen Erfahrungen reizen mich am meisten. Es ist schon etwas besonderes, mal ab und zu vor der Kamera zu stehen. Und die Ergebnisse zu sehen bringt auch viel Spaß. Der negative Teil am Modeln ist, dass die Termine meist am Wochenende sind.

?Wie hast du dich auf die Miss-Wahl auf der Handwerksmesse in München vorbereitet?

!So richtig vorbereitet habe ich mich nicht. Ich denke, man sollte natürlich an die ganze Sache herangehen und sich nicht verstellen.

?Du kommst ursprünglich aus Lübeck – wie gefällt dir die Region, wie gefällt dir Königslutter? Was unternimmst du hier in deiner Freizeit?

!Da ich nur montags bis freitags in Königslutter bin, habe ich nicht so viel Zeit. Nach der Schule bereite ich mich entweder auf Klausuren vor oder gehe reiten. Ich habe in Königslutter einen Reitstall gefunden, in dem ich Pferde reiten darf und meinem Hobby nachgehen kann. Dies ist auch ein guter Ausgleich zum Lernen.
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