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„Das Handwerk tut sich mit der Digitalisierung immer noch etwas schwer“

Innungsobermeister Dirk Evers möchte während seiner Amtszeit die Handwerkerschaft stärken. Foto: privat

Dirk Evers ist zum neuen Innungsobermeister der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg gewählt worden.

Von Maria Lüer, 02.05.2017.

Helmstedt. Dirk Evers ist Helmstedts neuer Innungsobermeister: Der Geschäftsführer der Evers Bau-Tischlerei GmbH wurde innerhalb der Kreishandwerkerschaft einstimmig in sein neues Amt gewählt. Im Interview erzählt er, warum auch an der guten alten Handwerker-Branche die Zeit nicht ganz spurlos vorbei geht und wie die Moderne alles verändert.

?Herr Evers, wollten Sie Innungsobermeister werden oder sind Sie überredet worden?

!Nein, ich bin nicht überredet worden. Als laut wurde, dass ein neuer Innungsobermeister gewählt werden soll, habe ich mich aus voller Überzeugung aufstellen lassen.

?Worin sehen Sie die Herausforderung als Innungsobermeister?

!Während in der Industrie die Digitalisierung der Arbeitsprozesse immer selbstverständlicher wird, tut sich das Handwerk damit noch etwas schwer. Eine Herausforderung besteht darin, dieser Sachlage einen neuen Schwung zu verleihen. Außerdem liegt es mir daran, die Interessen der Mitglieder unserer Handwerksinnung bestmöglich zu vertreten.

?Wo sehen Sie die künftigen Schwerpunkte Ihrer Arbeit als Innungsobermeister?

!Während meiner Amtszeit möchte ich die Handwerksinnung vor allem stärken und die Zahl der Mitglieder vergrößern.

?Wollten Sie schon immer im Handwerk tätig sein oder hatten Sie mal einen anderen Berufswunsch?

!Ich hatte schon immer mit dem Handwerk zu tun. Aus beruflichen Gründen bin ich irgendwann die kaufmännische Linie gefahren, später dann aber wieder zum Handwerk zurückgekehrt.

?Was sagen Sie zu dem drohenden Fachkräftemangel aus Sicht des Handwerks?

!Für die Betriebe wird es immer schwerer, gut ausgebildetes Personal zu finden. Wenn es Probleme mit der Besetzung von Stellen gibt, wird vor allem die unzureichende Qualifikation der Bewerber beklagt. Der Fachkräftemangel ist also tatsächlich ein ganz großes Problem, das auch der Kunde und die Kundin zu spüren bekommt: Die Preise sind hoch, weil die Branche nicht genügend Personal hat und ihre Aufträge nicht abarbeiten kann. Es ist aber nun einmal so, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Die Konsequenz: Der Fachkräftemangel verteuert alles.

?Wie sehen die Zukunftsaussichten für das handwerkliche Arbeitsfeld aus? Warum lohnt sich eine Ausbildung zum Handwerker für junge Menschen?

!Das Handwerk ist attraktiv, weil es Zukunft hat. Die Branche hält eine hohe Zahl an verschiedenen Ausbildungsberufen für junge Menschen bereit – viele mit hervorragenden Einstiegs- und Aufstiegschancen. Die breite Palette der Berufe spricht Technik-Freaks ebenso an wie künstlerisch Ambitionierte. Außerdem eröffnen vielseitige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten den Weg hin zum Meister, zum Betriebswirt, zum Betriebsleiter oder zum selbstständigen Unternehmer.

?Was wünschen Sie dem Handwerk in der Region?

!Dem Handwerk in der Region wünsche ich weiterhin eine hervorragende Auftragslage sowie zahlreiche neue Nachwuchskräfte.
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