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Der Krieg kennt kein Happy End

Jonas Kolb (links) und Pastor Andreas Neef (rechts) unterstützen die Autorin Ahlam Al Shour in allen Belangen. Foto: Lüer

Die Syrerin Ahlam Al Shour publiziert knapp zwei Jahre nach ihrer Flucht ihre erste Geschichte auf Deutsch.

Von Maria Lüer, 24.01.2017.

Schöningen. Die Syrerin Ahlam Al Shour lebt erst seit Oktober 2015 in Deutschland – und hat schon ihr erstes Buch veröffentlicht. Auf Deutsch. Mit „Wie man das zweite Mal erschaffen werden kann“ publiziert die 36-Jährige eine melancholische Geschichte um die Schlacht des gütigen Königs Arameus und dessen tyrannischen Gegenspieler König Sameus, die das ruhige Leben von den Protagonisten Danny und Maria für immer verändert.

„Ich möchte die Menschen bewegen, meine Geschichten zu lesen“, sagt die 36-Jährige bei der Pressekonferenz in der Christuskirche Schöningen. „Ich möchte zum Nachdenken anregen, wachrütteln und zeigen, was Krieg, Zerstörung und das Böse einem jeden Menschen antut.“ Den Krieg, den hat Al Shour in ihrer Heimat selbst erlebt. Mit ihren zwei Kindern flüchtete die Mutter ohne ihren Mann in 15 Tagen über den Libanon, über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Erst hier fühlt sich die kleine Familie nun sicher und wohl.

Die deutsche Sprache lernte die Autorin in kürzester Zeit in den Kursen der Ländlichen Erwachsenenbildung in Braunschweig (LEB), die mit der Flüchtlingshilfe Schöningen kooperiert. Lehrer Jonas Kolb ist stolz auf seine Schülerin: „Es ist außergewöhnlich, dass jemand unsere Sprache so schnell lernt.“ Kolb, der nicht nur als Lehrer und Lektor fungiert, sondern Al Shour auch beim Layout des Buchcovers unterstützend zur Seite stand, bewundert die Motivation und den Anspruch seiner Sprachschülerin.

An der Fortsetzungsgeschichte, die ebenso wie ihre Vorgängerin mit philosophischen und ethischen Elementen gespickt sein wird, arbeitet die studierte Elektroingenieurin derweil schon wieder. „Ein glückliches Ende wird es aber nicht geben“, verrät sie uns jetzt schon einmal. Verständlich. Der Krieg kennt schließlich kein Happy End.
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