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Partnerbörse für vier Pfoten

Fundtier Luke sucht nach einem sportlichen Herrchen, möglichst mit Hundeerfahrung.
 
Schäferhund Dino kennt die Grundkommandos und geht ganz gut an der Leine.

Tierheim Helmstedt: Vierbeiner suchen tierliebe Zweibeiner.

Von Maria Lüer, 28.04.2017.

Helmstedt. Sobald sich die Tür am Pastorenweg 16 öffnet, schallt Hundegebell über die Anlage. Pfoten tapsen aufgeregt durch die Zwinger und große Kulleraugen blicken durch die Gitterstäbe. Überall scheint es zu miauen. Alle herrenlosen Vierbeiner werden im Tierheim Helmstedt betreut und gepflegt. Einige nur für ein paar Tage, viele für Wochen, Monate und manche sogar für Jahre. Die vier fest angestellten Mitarbeiter sowie drei Teilzeitkräfte haben vor allem ein Ziel: ein neues Zuhause für ihre Gäste zu finden.

„Je kürzer sie bleiben, umso besser“, sagt Bianca Wehnert, die seit nunmehr zwei Jahren für die Leitung der Einrichtung verantwortlich ist. „Einige Tiere sind ängstlich und suchen einen Besitzer mit Geduld, andere müssen das Herrchen wechseln, weil ihr früherer Besitzer gestorben ist“, erzählt Wehnert. Manche herrenlose Katzen seien streunend gefunden worden und ins Tierheim gebracht. Vor allem Hunde, die ohne Schutz, Futter und Wasser ausgesetzt und verstoßen wurden, seien unter den Schützlingen, die das Tierheim betreut. „Zur Zeit leben hier etwa 50 Tiere, darumter 24 Katzen, 14 Hunde und einige Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel“, berichtet Wehnert. „Trotzdem ist das Tierheim momentan nicht überfüllt“, meint sie. „Die Tiere kommen und gehen.“

An Arbeit mangelt es wohl trotzdem nicht: Ställe werden gesäubert, Felle gepflegt, Tierarztgänge erledigt, die Tiere werden gefüttert und regelmäßig beschäftigt. Die Mitarbeiter sind dabei immer auf die Hilfe von Privatpersonen angewiesen. „Wenn man sich als Besucher um ein Tier kümmern möchte, beispielsweise mit einem Hund Gassi gehen will, muss man sich ausweisen und auf dem Gelände zunächst im Umgang mit dem Tier beweisen“, erklärt Wehnert. „Wenn wir sehen, dass die Chemie zwischen Tier und Mensch stimmt, freuen wir uns über die zusätzliche Zuwendung, die das Tier dann erfährt.“

Spannend und abwechslungsreich sei die Arbeit im Tierheim – immer wieder stelle sie die Mitarbeiter aber auch auf eine emotional harte Probe. Das Schicksal eines Hundes sei dabei besonders herzergreifend, wie Wehnert schildert: Ben, ein vierjähriger Gebirgsschweißhund, war im Tierheim angekommen. Er war Epileptiker und hatte in einer Nacht einen Anfall – sein Herz blieb dabei stehen und er verstarb. „Ich versuche möglichst keine Beziehung zu den Tieren aufzubauen. Zwangsläufig passiert dies aber jedes Mal wieder. So ein Fall wie mit Ben, der geht einem natürlich ans Herz“, schildert Wehnert.

Die meisten Hunde oder Katzen werden abgegeben, weil es entweder eine Fehlentscheidung war, das Tier zu kaufen oder zu verschenken oder weil den Besitzern die Arbeit lästig wird, weiß Wehnert: „So etwas sollte eigentlich nicht vorkommen, denn die Anschaffung eines Tieres bedeutet natürlich auch, dass man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.“
Eine ganz wichtige Überlegung sei auch, ob man finanziell in der Lage ist, ein neues Familienmitglied zu halten. Denn Futter, Tierarztbesuch, Hundesteuer und Ähnliches summieren sich – je nach Art und Größe des Tieres – leicht zu mehreren hundert Euro pro Jahr.

„Unsere tägliche Herausforderung ist es, für einen Vierbeiner den richtigen Zweibeiner zu finden“, macht Wehnert deutlich. Momentan suche zum Beispiel Fundtier Luke nach einem neuen Zuhause. Der fünfjährige Doggenmischling besitzt eine enorme Kraft und sollte dementsprechend an sportliche Menschen – möglichst mit Hundeerfahrung – vermittelt werden. Auch Dino warte noch auf ein neues Herrchen. Der Schäferhund ist fünf Jahre alt und wurde überwiegend im Garten gehalten. Er benötigt unbedingt ein Zuhause, das ihn sowohl geistig als auch körperlich auslastet.

Doch nicht nur Hunde, alte oder kranke Tiere kommen ins Tierheim, auch Exoten werden immer mal wieder aufgegabelt. „Das außergewöhnlichste Tier, das wir bis jetzt hier beherbergt hatten, war eine ausgewachsene Rotwangen-Schmuckschildkröte“, verrät Wehnert. „Der Alltag hier ist also immer abwechslungsreich und interessant.“

Obwohl die Arbeit im Tierheim sowohl körperlich als auch emotional anstrengend ist, missen möchte Wehnert sie nicht: „Es macht einfach Spaß. Und besonders schön ist es, wenn sich Tiere, die verwahrlost und krank zu uns gekommen sind, wieder erholen und dann ein neues Zuhause finden.”


Kontakt

Tierheim Helmstedt
Pastorenweg 16
38350 Helmstedt

Telefon: 05351/3580
Telefax: 05351/3580

Öffnungszeiten: Dienstags, donnerstags und freitags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr
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