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Zahlreiche Braunschweiger wanderten aus

Auswanderer im Diorama eines Zwischendecks
 
Blick in das "Gerstäcker-Zimmer"
Braunschweig: Gerstäcker-Museum |

Amerika, du hast es besser!

Das berühmte Goethe-Zitat kennzeichnet die Flucht aus Deutschland bzw. sogar aus Europa im 18. und 19. Jahrhundert treffend. Viele überzeichneten in romantischen Erzählungen oder unverantwortlichen Werbebroschüren das Bild vom freien, amerikanischen Pionier, der das Land urbar machte und seine Familie ernährte. Hunderttausende versuchten ihr Glück in der Ferne - und viele gingen dabei elend zu Grunde

Ein ständiger Mahner

Friedrich Gerstäcker (1816-1872), selbst mit knapp 21 Jahren den Versprechungen der Auswanderer-Anwerber erlegen und nach Amerika ausgewandert, war zeitlebens ein Mahner vor unbedachten Schritten. Nicht nur in zahlreichen Werken verarbeitete er die Schicksale der Auswanderer, sondern in regelmäßigen Zeitungsartikeln warnte er vor übertriebenen Hoffnungen. Nord- und Südamerika hatte er aus eigener Anschauung geschildert, sich insbesondere bei den verschiedenen Regierungen für die deutschen Ansiedlungen in Südamerika stark gemacht.

30.000 Auswanderer aus dem Herzogtum

Aus dem Herzogtum Braunschweig wanderten im Verlauf von knapp zweihundert Jahren seit dem 18. Jahrhundert gut 30.000 Menschen aus. Nur wenige Schicksale wurden so bekannt, dass wir ihnen auch heute noch folgen konnten. Drei Beispiele wurden herausgegriffen und in der neuen Dauerausstellung im Gerstäcker-Museum in der Wolfenbütteler Str. 56 dargestellt. Diese drei Auswandererschicksale finden sich in ähnlicher Form auch in den Romanen Gerstäckers wie z.B. im zweibändigen Werk "Nach Amerika" oder in der Fortsetzung "In Amerika" sowie seinem Frühwerk "Der deutschen Auswanderer Fahrten und Schicksale".

Armut - Sträfling - Unternehmer

Das Schicksal vieler Auswanderer war die Armut, die ihnen in der Heimat das Überleben kaum ermöglichte. Sie setzten alles daran, um die Überfahrt für sich und ihre Angehörigen zu bezahlen - und saßen dann oft in den Ankunfthäfen fest. Der gebildete Auswanderer, der mit Wissen und Kapital ausgestattet, nach Amerika ging und dort ein erfolgreiches Unternehmen aufbaute, bildet dazu das krasse Gegenbeispiel. Und der in Ketten heimlich an Bord gebrachte Sträfling, von der einheimischen Behörde abgeschoben, mischte sich unter alle anderen Schicksale.

In der Ferne eine neue Heimat

Das erhofften sich alle Auswanderer: In der Ferne eine neue Heimat zu finden, in der sie wirklich leben konnten. Die verschiedenen Schicksale aus unserem Land werden im Gerstäcker-Museum anschaulich dargestellt und lohnen einen Besuch auch gerade für Schulklassen, die auf Wunsch auch außerhalb der Öffnungszeiten geführt werden können. Das von ehrenamtlichen Helfern betreute Museum hat von Montag bis Freitag in der Zeit von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet, am Sonntag von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr.
Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Straßenbahnhaltestelle (Richtung Stöckheim/Melverode, Linie 2), befindet sich unmittelbar vor dem Museum (derzeit noch Schienenersatzverkehr). Eine Parkmöglichkeit für PKWs befindet sich unmittelbar am benachbarten Schloss Richmond. Weitere Informationen gibt es auch unter www.gerstaecker.org
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