Anzeige

SEK-Einsatz in Gifhorn - falscher Alarm

Blaulicht
Gifhorn: Zentrum |

In der Südstadt hat es in der Nacht zu Freitag, 10. Februar, einen SEK-Einsatz gegeben.

Die Beamten des Spezialeinsatzkommandos aus Hannover drangen in eine Wohnung ein und überwältigten dort einen 41-Jährigen, heißt es in einer Polizeimitteilung. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen, verletzt wurde niemand.

Anschlag geplant?

Hintergrund des polizeilichen Einsatzes waren Hinweise auf ein Facebook-Profil mit eindeutigen Bezügen zum sogenannten "Islamischen Staat" (IS). Auf der Profilseite wurde auch eine Person mit einer Pistole dargestellt. Eine inhaltliche Bewertung führte zu dem Ergebnis, dass der Profilinhaber möglicherweise zeitnah einen Anschlag planen könne.

Nummer führt nach Gifhorn


Ein auffälliges Profil brachte den Stein ins Rollen.
Des Weiteren gab es auf der Seite Hinweise auf eine Telefonnummer, zu der als Anschlussinhaber ein 41-jähriger Gifhorner ermittelt werden konnte. Als Konsequenz beantragten die Beamten der Polizeiinspektion Gifhorn über die Staatsanwaltschaft Hildesheim eine richterliche Durchsuchungsanordnung für die Wohnung des Mannes, die schließlich vom zuständigen Richter am Amtsgericht in Hildesheim erlassen wurde.

Hohes Risiko

Weil die Polizei nicht ausschließen konnte, dass der Mann auch eine Schusswaffe besitzt und deswegen die Gefährdungslage für die Beamten besonders hoch war, entschloss sich der Einsatzleiter, das Spezialeinsatzkommando aus Hannover anzufordern.

Einsatz in der Nacht

Um kurz vor 1 Uhr drangen die SEK-Kräfte in die Wohnung des 41-Jährigen ein und überwältigten ihn. Im Zuge der Wohnungsdurchsuchung und ersten Vernehmung des Deutschen ohne Migrationshintergrund stellte sich heraus, dass dieser keinerlei Bezug zum Islam, geschweige denn zu islamistischen Kreisen hat oder hatte.

Auch wurden weder Waffen noch Munition oder andere gefährliche Gegenstände in der Wohnung gefunden.

Sprecher verteidigt Einsatz

Aber es gibt noch offene Fragen zu dem wahrscheinlich gefälschten Facebook-Profil. Polizeisprecher Thomas Reuter sagte im Gespräch mit news38.de, dass der Mann am Freitagvormittag noch einmal zu einem Gespräch auf die Wache komme. "Wahrscheinlich werden wir nicht weiter ermitteln", so Reuter. Der Mann sei nicht einschlägig polizeibekannt gewesen. "Zum Glück wurde niemand verletzt – und das kaputte Türschloss wird ersetzt."

Gegen Kritik an dem Einsatz wehrt sich Reuter: "Besser wir schreiten ein – tun wir nichts, hagelt es auch wieder Kritik", gibt er zu bedenken.

Das Landeskriminalamt ermittelt jetzt, wer für den ominösen Facebook-Eintrag verantwortlich ist.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.