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Kokosblütenzucker und seine Vorteile für Diabetiker

Gesunde Ernährung liegt im Trend – immer neue Ernährungsformen und Diäten sollen einen gesunden und vitalen Körper fördern. Besonders beliebt ist das sogenannte „Clean Eating“, eine Bewegung, die industriell verarbeitete und künstlich raffinierte Produkte von den Speiseplänen streicht. Der größte Feind vieler Gesundheitsexperten, Fitnessgurus und „Clean Eater“ ist der raffinierte, weiße Haushaltszucker. Dieser wird aus dem Sirup von Zuckerrüben oder aus Zuckerrohr hergestellt.

In Dokumentationen und Artikeln zum Thema „gesunde Ernährung“ wird der weiße Zucker als gefährliches Suchtmittel, größter Dickmacher und sogar als Gift für den Körper bezeichnet. Aus diesem Grunde entsteht seit einigen Jahren ein florierendes Geschäft mit natürlichen Alternativen zum Industriezucker, die gesünder als umstrittene künstliche Süßstoffe sind. Dazu gehören Dicksäfte, Stevia oder Xylit. In aller Munde ist seit einiger Zeit der Kokosblütenzucker, der nach dem Vormarsch von Kokosöl und Kokoswasser als Universalmittel jetzt auch eine Wunderlösung für Liebhaber süßer Leckereien sein soll.

Warenkunde – Unterschiede zum Industrieprodukt

Kokosblütenzucker unterscheidet sich von herkömmlichem Zucker schon im Erscheinungsbild: Das hellbraune Süßungsmittel hat keine kristallin-gekörnte Struktur, sondern ist eher pulverartig. Geschmacklich bringt der Kokosblütenzucker neben einer leichten Süße eine Karamellnote mit. Nach Kokosnuss schmeckt und riecht er, im Gegensatz zu Kokosöl, nicht. Die Süßkraft ist eine Spur weniger stark als beim normalen Zucker, weswegen manche eine etwas größere Mengen benötigen werden. Im guten Geschmack liegt der große Vorteil von Kokosblütenzucker gegenüber Süßungsmitteln wie Xylit und Stevia, die einen künstlich wirkenden Eindruck auf dem Gaumen hinterlassen.

Gewonnen wird Kokosblütenzucker aus dem Saft von Palmenblüten, der zum Sirup eingekocht, erhärtet und schließlich gemahlen wird. In Flüssigkeit löst sich Kokosblütenzucker deutlich leichter auf als Haushaltszucker. Für die Herstellung von Desserts, Gebäck und süßen Getränken ist das zwar praktisch, jedoch liegt der Preis von einem Kilo Kokosblütenzucker durchschnittlich gut 30 mal höher als der von einem Kilo herkömmlichem Zucker. Deswegen wird er häufig als exotisches Topping verwendet und so eher sparsam eingesetzt. Der Kaloriengehalt von beiden Süßungsmitteln ist sehr ähnlich, der Kokosblütenzucker hat sogar eine etwas höhere Energiedichte. Das rührt daher, dass sich darin noch einige Nährstoffe verbergen, die in Haushaltszucker kaum vorkommen. Enthalten sind zum Beispiel die Mineralstoffe Magnesium, Eisen, Kalium, Phosphor und Zink. Dazu kommen Aminosäuren, Vitamin C und B-Vitamine.

Manche Hersteller zeichnen ihre Kokosblütenzuckerprodukte als Rohkost aus. Das ist allerdings nicht richtig, da der Sirup bei der Herstellung erhitzt wird. Somit ist er nicht für die vegan-rohköstliche Ernährungsweise geeignet. Auch beachten muss man, dass Zucker nicht nur aus Kokospalmen gewonnen werden kann. Steht bei den Inhaltsstoffen der Begriff „Palmzucker“, ist dieser kein Kokosblütenzucker. Beim Kauf muss man darauf achten, dass das Produkt nicht mit anderen Zuckerarten gestreckt ist oder andere Zusätze enthält.

Gesunde Pluspunkte

Wie bereits erwähnt, enthält Kokosblütenzucker Nährstoffe, die der weiße Zucker nicht mehr oder kaum enthält. Das liegt aber einzig und allein daran, dass er nicht raffiniert ist. Der Kokoszucker wird nicht benötigt, um diese Nährstoffe aufzunehmen. Dafür sind andere Nahrungsquellen wie Obst und Gemüse deutlich besser geeignet, da mit ihnen viel größere Mengen der gesunden Stoffe verzehrt werden.

Einen nicht unerheblichen Vorteil für eine gesunde Ernährungsweise stellt allerdings die basische Verstoffwechselung dar. Das bedeutet, dass der Körper nicht übersäuert und den optimalen pH-Wert aufrechterhalten kann.

Bisher gibt es allerdings nicht viele repräsentative Studien zu der Frage, ob Kokosblütenzucker wirklich so gesund ist, wie behauptet wird. Eine in kleinerem Rahmen durchgeführte Studie besagt, dass der Zucker aus Kokosblüten einen niedrigen glykämischen Index haben soll. Der glykämische Index gibt an, wie stark der Blutzuckerspiegel beim Verzehr von einem Lebensmittel ansteigt. Der Vorteil von einem langsamen Anstieg besteht darin, dass kein plötzlicher Heißhunger nach einer Blutzuckerspiegelspitze einsetzt. Während man den künstlichen Süßstoffen nachsagt, dass sie Übergewicht durch Heißhunger fördern, kann Kokosblütenzucker in Maßen genossen also auch bei einer Diät, die den glykämischen Index mit einbezieht (z. B. die Glyx-Diät), hilfreich sein.

Fazit: Angenehmer Geschmack, zu teuer

Die großen Stärken von Kokosblütenzucker liegen im natürlichen und angenehmen Geschmack und in den gesundheitlichen Vorteilen. Es handelt sich um ein basisches Produkt, dass einen vergleichsweise niedrigen glykämischen Index zu haben scheint. Jedoch ist der Preis so hoch, dass es sich eher um einen Luxus-Süßstoff handelt, der andere Süßungsmittel beim Backen und Kochen so nicht ersetzen kann. Mit 384 Kalorien pro 100 g handelt es sich auch keinesfalls um ein Diätprodukt, dass ohne Rücksicht auf die Menge verzehrt werden kann.

Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, ist mit Kokosblütenzucker ebenfalls nicht gut bedient. Dieser wird zwar nicht industriell hergestellt, hat aber einen langen Lieferweg aus Tropenregionen wie Indonesien und Thailand bis nach Deutschland. Damit steigt die CO₂-Bilanz des Produkts unverhältnismäßig in die Höhe. Der Nährstoffgehalt ist dem von anderen nicht raffinierten Zuckerarten sehr ähnlich und kann aufgrund der niedrigen Verzehrmenge nicht als Lieferant für diese gelten. Auch sind Hinweise auf Verpackungen, die das Produkt beispielsweise als „100 % natürlich“ bezeichnen, differenziert zu betrachten. Dies ist im Grunde nur eine Vermarktungsstrategie, denn nicht raffinierter Rüben- und Rohzucker ist ein nicht weniger natürliches Produkt als der Kokosblütenzucker.
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