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Integration als Investition für die Zukunft

  Braunschweig: AWO-Kampus |

Tagung zum Thema Migrantenorganisationen und bürgerschaftliches Engagement durchgeführt

Migrantenorganisationen sind längst Teil unserer Gesellschaft. Sie schotten sich nicht ab sondern engagieren sich mit Erfolg und auf zahlreichen Integrationsgebieten für Zugewanderte. Doch ohne Ehrenamtliche läuft auch dort nichts, wobei es vor allem gebildete junge Frauen und Jugendliche seien, die sich engagieren. Diese Aktivitäten seien auch ein Zeichen dafür, dass sich ein Mensch sicher fühlen muss um sich in der Zivilgesellschaft zu engagieren, so Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachsen auf einer Tagung zum Thema Migrantenorganisationen und bürgerschaftliches Engagement in der Flüchtlingsfrage, die am Sonnabend im Vortragssaal auf dem AWO Kampus unter großem Zuspruch namhafter Vertreter aus derartigen Organisationen und Ehrenamtlichen aus Vereinen stattfand.

Wir verstehen uns als wichtiger Teil der Gesellschaft, betonte Dr. Anwar Hadeed von der Arbeitsgemeinschaft Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen und bescheinigte den Organisationen eine Brückenfunktion. Zugang und Vertrauen können Verständigungsschwierigkeiten entgegen wirken. Dr. Sadiqu Al-Mousllie (Islamische Gemeinschaft Braunschweig e.V.) zeigte charmant und humorvoll auf, wie z.B. bei der Schilderung von körperlichen Beschwerden das Herz buchstäblich in den Bauch rutscht, wenn kulturelle Unterschiede Missverständnisse hervorrufen.

Wir müssen Erfahrungen und Fähigkeiten von Menschen mit eigenem Migrationshintergrund noch stärker nutzen, beschwor auch Adama Logosu-Teko vom Leitungsteam Haus der Kulturen und samo.fa (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit), die Runde und forderte dazu auf, die Geflüchteten so schnell wie möglich zu einem Teil unserer Gesellschaft zu machen.

Migrantenorganisationen bewährt im bürgerschaftlichen Engagement

Sprache, Wohnen, Arbeit und Beschäftigung, die eine angemessene soziale Rolle garantieren, sind für die Integration entscheidend, betonte Matthias Wunderling-Weilbier vom Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig und unterstrich: Ohne Ehrenamt geht es nicht. „Wir müssen die Dinge in den Griff bekommen und uns mit Macht gegen Ausgrenzungsbemühungen stemmen“.

Viel Lob gab es für die Sozialdezernentin der Stadt Braunschweig, Dr. Andrea Hanke, die, so Rifat Fersahoglu-Weber, Vorstandsvorsitzender des AWO Bezirksverbandes Braunschweig, in der schwierigen Zeit und auf bestehende Netzwerke zugehend, unaufgeregt eine Aufgabe erfüllte, die so nicht zu erwarten war. Sie selbst betonte, sie sei unvermindert beeindruckt vom bürgerschaftlichen Engagement und den belastbaren Strukturen des Ehrenamts. Anerkennung und Dankbarkeit zollten die Migrantenorganisationen dem bürgerschaftlichen Engagement in der Flüchtlingskrise: Viele von uns waren sehr überrascht über das gezeigte und anhaltende Engagement, so Dr. Anwar Hadeed.

„Menschen mit Werteverständnis müssen helfen“, forderte Claudius Colsman von der Konzern Flüchtlingshilfe Volkswagen. Er betonte, dass gesellschaftliche Verantwortung zur Unternehmenskultur des Konzerns gehöre, man fördere vor allem Begegnung und Bildung – Sprachförderung auch in der Fachsprache diene der Qualifizierung. Integration muss gelingen, sagte er, es gibt keinen anderen Weg.

Wie wichtig die Integrationsarbeit und damit Qualifizierung und das Thema Sprachförderung für eine gelungene Eingliederung in die Gesellschaft ist, unterstrich auch Klaus-Peter Bachmann, Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages: „Selbst wenn diese Menschen nicht bei uns bleiben dürfen oder zurückkehren wollen, liegt in ihrer hier erlangten Mehrsprachigkeit ein Schlüssel zum Erfolg.“ Das Ehrenamt darf nicht die staatliche Grundversorgung ersetzen. Andrea Hanke: Der Staat hat seine Gewährleistungspflicht zu erfüllen und darf nicht alles aufs Ehrenamt abschieben.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt für eine visionäre Zukunft

Zum Abschluss gab es eine Talkrunde mit Verantwortlichen aus der Praxis: Norbert Rüscher koordiniert das Ehrenamt zur Integration von Flüchtlingen bei der Stadt Braunschweig, Tanja Pantazis, Regionalbeauftragte politische Bildung bei der Volkshochschule Braunschweig, Alena Timofeev, Heidberg Aktiv und Dora Balistreri, Integrationsbeauftragte Haus der Kulturen.

Die Tagung wurde von den Vorsitzenden der Freiwilligenagentur Jugend, Soziales und Sport, Falk Hensel und Dr. Otmar Dyck moderiert. Musikalische Begleitung gab es von JoJay. Es haben 65 Personen an der Tagung teilgenommen.

Die Tagung wurde von der Braunschweiger Koordinationsstelle des Projektes „Bürgerschaftliches Engagement für Flüchtlinge in der AWO“ durchgeführt. Dieses wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration“.

Ein Zuschuss für die Tagung kam über das Landesprogramm „Migration, Vielfalt und Teilhabe“ durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Schreibmaterial wurde von der Volksbank BRAWO gespendet.

Weitere Fotos auf www.freiwillig-engagiert.de

Text: Eva-Maria Dennhardt
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