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Alle Jahre wieder: Am heiligen Abend knallen Jagdbüchsen auf dem Flughafen

Wildkaninchen - erst Osterhase dann Weihnachtsbraten? (Foto: pixabay.com - Public Domain)
Braunschweig: Flughafen Waggum | Anwohner und Tierschützer sind entsetzt. „Am Fest der Liebe, dem Geburtstag des Jesuskindes, das bei Ochs und Esel im Stall geboren wurde, und der in seinem Wirken die Tiere stets unter seinen Schutz gestellt hat, werden unzählige Tiere direkt vor den Augen und Ohren von Kindern und Anwohnern auf dem Flughafengelände getötet.“ Renata Wyganowska von der Initiative Stadttiere Braunschweig stimmt das an diesem Tag besonders nachdenklich.

Auslöser ist eine Anfrage der BIBS an die Verwaltung der Stadt BS vom 22.10.2015 über die alljährliche Jagd auf dem Flughafen Braunschweig. Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage wollte die Bezirksratsfraktion Wabe-Schunter-Beberbach wissen, ob Personen und auf das Flughafengelände mitgeführte Schuss- und Stichwaffen sowie die eingesetzten Fahrzeuge kontrolliert werden.

Die Waggumer und Bienroder bereiten sich an diesem Morgen auf das höchste christliche Fest vor. So wollte die BIBS-Fraktion weiter wissen, ob es gerade an Heiligabend ethisch vertretbar sei, in der Nähe des an diesem Vormittag hochfrequentierten Supermarktes Hasen und Füchse zu erschießen.
Die Verwaltung stellt fest, sie habe lediglich die rechtliche Zulässigkeit zu prüfen. Die Jagd werde auf Wunsch der Flughafengesellschaft durchgeführt. Bei der Einfahrt auf das Gelände würden Fahrzeuge und Personen kontrolliert. Eine Kontrolle der Schusswaffen erfolge nicht, da der Zweck bekannt sei.

Die Weihnachtsjagd auf dem Flughafen hat nun Tierschützer und Tierrechtler auf den Plan gerufen. Bei allem Verständnis für die Sicherheit des Rollfeldes wird seitens der Tierlobby eines kritisiert: Erst haben sie den Tieren ihr Zuhause genommen nun werden die Überlebenden des ökologischen Kahlschlags getötet. „Füchse zu erschießen macht aus unserer Sicht überhaupt keinen Sinn“, gibt Beate Gries von der Initiative Stadttiere Braunschweig zu bedenken. „Im Gegenteil. Auf anderen Flughäfen werden Füchse gern gesehen, weil sie Kleinsäuger dezimieren und dadurch auch Greifvögel fernhalten, die durch sogenannten „Vogelschlag“ den Flugzeugen gefährlich werden können und hohe Kosten verursachen.“

Teile des Flughafens und vor allem die neue Landebahn gehörten bis 2010 zum Naturschutzgebiet Querumer Forst. Der NABU-Braunschweig kämpfte sich für die Tiere durch die Instanzen der Gerichte – ohne Erfolg: „Der Wald ist unser Lebensraum“ – titelte damals z.B. der NABU auf Postern und Plakaten. 32 ha Wald mit 60.000 Bäumen fielen der Flughafenerweiterung zum Opfer. Und nun die Jagd am Heiligen Abend. Das ist für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger doch zu viel. Führt das nun zu einer Neuauflage von Ärger und Protesten bei der Flughafengesellschaft?
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Beate Gries aus Lehndorf-Watenbüttel | 07.02.2016 | 18:25  
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