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Sternbild Einhorn - dunkel mit hellen Farbtupfern

Wann? 03.01.2017 19:00 Uhr

Wo? Sternwarte Braunschweig, In den Heistern 5b, 38108 Braunschweig DE
Das Bild ist in unserer Sternwarte entstanden. Der Rosettennebel liegt im Sternbild Einhorn und ist ein Emissionsnebel. Zu erkennen an der roten Farbe. Sind die Strukturen nicht großartig???
Braunschweig: Sternwarte Braunschweig | Das Sternbild Einhorn ist ein dunkles Sternbild mit tollen Farbtupfern in seinem Inneren. Ein Farbtupfer ist der Rosettennebel. Diesen und andere Nebel ein wenig zu studieren, ist nicht nur ästhetisch ein Genuss, sondern auch wissenschaftlich eine Herausforderung.
Am Dienstag, den 03.Januar 2017, ab 19:00 Uhr in der Sternwarte Braunschweig in Hondelage werden wir Ihnen zeigen, wo das Sternbild Einhorn am Himmel zu finden ist und welche Objekte in diesem ein Genuss für die Sinne sind.
Kommen Sie zu unserem Besucherabend in die Sternwarte Braunschweig-Hondelage (In den Heistern 5b). Weitere Infos zur Sternwarte unter: www.sternfreunde-hondelage.de (Tel.: 0152-02118994). Bitte bringen Sie eine Taschenlampe mit, der Weg ist natürlich nicht beleuchtet. Mit Ihrem kleinen Eintrittsgeld unterstützen Sie unsere Jugendarbeit.
Das Sternbild Einhorn ist kein Sternbild der Antike. Es ist keine Story vom liebestollen Göttervater Zeus und seiner nicht so umgänglichen Frau Hera verfügbar. Das Sternbild ist auch relativ dunkel, birgt aber Objekte, die wir einmal näher beleuchten sollten.
Wenn Sie sich zu Weihnachten ein neues Teleskop gekauft haben - oder es sich haben schenken lassen, dann haben Sie ein Schwarz/Weiß-Teleskop erworben! Kein Grund, es dem Händler um die Ohren zu hauen. ALLE Teleskope bilden die Objekte am Himmel in unseren Augen nur schwarz/weiß ab. Unsere Sehzellen in den Augen benötigen mehr Licht, um im Gehirn einen Farbeindruck zu erzeugen - grämen Sie sich also nicht! Erst bei der Astrofotografie, bei der Bilder länger, früher auf Film, heute auf Halbleiterchips belichtet werden, können Farben erkannt werden. Wenn wir Astrofotos von Nebelgebilden angucken, dominieren 3(2) Farben: Weiß (keine echte Farbe), Rot und Blau. Weiß ist ja eine Zusammensetzung aus allen Farben, daher keine "echte" Farbe. Bleiben also Blau und Rot. Das kennen wir doch irgend wo her? Richtig! Der Himmel ist blau. Die Sonne ist (hoch am Himmel) weiß und wenn sie unter- oder auf geht, ist sie rot.
Das können wir nachmachen. Und zwar in der Küche. Also ab in die Küche! Wir brauchen dazu eine Taschenlampe mit "normalem" Leuchtmittel - ein älteres Modell. Ein großes Glas Wasser und einen Löffel zum Umrühren. Fügen Sie ein paar Tropfen Milch in das Wasserglas und rühren Sie gut um. Leuchten Sie von der Seite das Glas an. Der Inhalt erscheint bläulich. Gucken Sie die Taschenlampe durch das Glas an, wenn diese nicht zu hell ist, damit Ihre Augen unbeschadet bleiben. Die Taschenlampe ist rötlich gefärbt.
Warum ist das so bei der Taschenlampe und der Sonne? Im Wasserglas hat die Milch kleine Fetttröpfchen hinterlassen. In der Atmosphäre fliegen kleine Staubteilchen herum. Blaues Licht hat eine kürzere Wellenlänge. Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine kurze Welle mit einem Teilchen kollidiert, ist also größer als bei längeren Wellen. Das Licht wird zur Seite gestreut. Blau geht also nach außen weg. Rot ist länger wellig. Es durchdringt also die Teilchen besser. Daher bleibt nach Durchdringung des "verschmutzten" Mediums nur Rot übrig.
Raus aus der Küche, ab an den Himmel! Auch hier gibt es Sterne in Nebelgebieten. Diese Sterne strahlen den Nebel an. Das rote Licht geht ohne Probleme durch den Nebel hindurch. Gestreut wir also das blaue Licht, wie in unserem Glas (Milch-)Wasser. Diese Gebiete sehen wir also blau und nennen sie Reflexionsnebel. Das blaue Licht wird ja reflektiert. Wenn wir einen Stern durch ein Nebelgebiet betrachten könnten, würde er auch röter erscheinen.
Beim Rosettennebel, der ja total rot strahlt, gibt es noch ein anderes Phänomen, das auch in anderen "Strahlungsnebeln" auftritt. Die rote Farbe ist also nicht das Ergebnis von Durchstrahlung durch die Nebelgebiete. Hier sind Sterne am Werk, die mitten in den Nebelwolken liegen. Diese bestrahlen diese Nebel und regen die Atome (meistens Wasserstoff) zum Strahlen an. Wenn Wasserstoff angeregt wir, strahlt er rot. Diese rote Farbe sehen wir dann und erfreuen uns an den großartigen Strukturen in diesen Nebeln. Ach ja, Nebel! Nein, nicht wie auf der Erde. In diesen "Nebeln" gibt es maximal ein Atom auf jeden Kubikmeter...
Kommen Sie zu uns am ersten Dienstag im Januar. Wenn das Wetter gut ist, gibt es den Rosettennebel live am Teleskop - wenn auch nur schwarz/weiß. Wir zeigen Ihnen auch gern, wie Sie auf einfache Weise Astrofotos machen können, die dann richtig bunt werden... Wir sehen uns also!
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