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Neuen Fischsaurier gefunden

Die ehrenamtlichen Präparatoren Konrad Supplie (l.) und Dr. Frank Roscher legen das versteinerte Skelett des Fischsauriers frei. Foto: Thomas Ammerpohl
Braunschweig: Naturhistorisches Museum |

Ob es sich um eine neue Art handelt, zeigt sich erst nach der Präparation.

Von Martina Jurk, 10.06.2015.

Braunschweig. Sebastian Radecker, geowissenschaftlicher Präparator des Naturhistorischen Museums und seine ehrenamtlichen Helfer haben derzeit alle Hände voll zu tun. Der Fund eines 180 Millionen Jahre alten Fischsauriers (Ichthyosaurier) in Schandelah beschäftigt das Team. Denn noch weiß niemand, um welchen Ichthyosaurier es sich genau handelt. Das zeigt sich erst nach der Präparation. Und die kann Monate dauern.

Jeden Tag kommen die Präparatoren der Aufklärung ein Stück näher. Dr. Frank Roscher war bei allen bisherigen Saurierfunden beteiligt. Seitdem der Zahnarzt im Ruhestand ist, hat er das Präparieren zu seiner ehrenamtlichen Aufgabe gemacht. Fingerfertigkeit und seine Instrumente kann er dabei gut einsetzen. „Ich hatte meine Praxis in Hondelage und beobachtete die Arbeiten an der Fundstätte eines der ersten Saurier. Millionen Jahre alt, das war schon beeindruckend“, schwärmt Roscher. Seitdem hat es ihn gepackt. Vorsichtig spachtelt er den Lehm von den Knochen. Schließlich hängt viel davon ab, wie gut das Saurierskelett zu erkennen sein wird.
In zehn Jahren ist es der sechste Saurierfund des Museums – fast schon nichts Spektakuläres mehr. 2011 und 2012 wurden in Cremlingen und Hondelage mehrere Ichthyosaurier gefunden. Dabei wurde sogar eine ganz neue Gattung aus der Unterkreide entdeckt. „Das Sensationelle: Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass diese mit der Jurazeit ausgestorben waren“, erinnerte Museumsdirektor Professor Ulrich Joger.
Das Besondere bei dem jetzigen Fund ist, dass es der erste auf einem neuen Grabungsgelände ist. Joger hofft, dass es sich bei dem versteinerten Reptil um eine neue Art handelt. Das wäre eine weitere Sensation. Seit Sommer 2014 wird im Geopunkt Schandelah der Posidonienschiefer untersucht. Die in Braunschweig ansässige Dr.-Scheller-Stiftung macht’s möglich.
Der Saurierfund in Cremlingen war für Dr. Rüdiger Scheller der Anlass, zusammen mit seiner Frau Kristiane eine Stiftung zu gründen. Um die Suche nach weiteren Funden zu intensivieren, erwarb die Stiftung 2013 aus Eigenmitteln den Steinbruch in Schandelah.
„Die Stiftung hat besonders die paläontologischen und biologischen Schätze im Visier“, sagte Rüdiger Schelling. Gemeinsam mit der Bürgerstiftung soll ein Lernort errichtet werden. So könnte Schülern angesichts der Millionen Jahre alten Funde vermittelt werden, sorgfältig mit der Erde umzugehen. „Das tun wir Menschen ja gerade nicht. Deshalb ist das meine Vision“, so der Stifter. Von der Stiftung ins Leben gerufen worden ist der Geopunkt Schandelah als naturhistorisches Gesamtprojekt für die Region Braunschweig/Harz. Durch eine breite Allianz von Unterstützern werden unter der wissenschaftlichen Leitung des Naturhistorischen Museums auf dem 3,5 Hektar großen Waldgelände nordöstlich von Schandelah umfassende Untersuchungen in mehreren Grabungsphasen durchgeführt. Sie betreffen die Zeit des Jurameers von vor circa 180 Millionen Jahren.
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