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M1 – und andere Katastrophen im All

Wann? 04.02.2014 19:00 Uhr

Wo? Sternwarte Braunschweig, In den Heistern 5b, 38108 Braunschweig DE
Das ist M1. Dieses Bild zeigt den planetarischen Nebel, der sich permanent ausdehnt. Das Foto ist im Kreise der Sternfreunde Braunschweig-Hondelage entstanden.
Braunschweig: Sternwarte Braunschweig |

Manchmal bestimmen Zufälle die Forschung, von denen vorher niemand eine Ahnung hatte. Erst die Zusammenfassung vieler Einzelbeobachtungen ergibt dann ein Gesamtbild des Geschehens. So auch bei M1…

Wir schreiben das Jahr 1054.
Es ist der 11. April. In einem Kloster in Flandern freut sich ein Mönch über den klaren Himmel, weil er die Position der Sonne genauer bestimmen möchte. Er baut seine Geräte auf, blickt zum Himmel und staunt nicht schlecht: neben der Sonne, am helllichten Tag, erblickt er einen Stern. Er kennt sich aus am Himmel und ist sich sicher: an dieser Stelle war vorher kein Stern! Er dokumentiert seine Beobachtung genauestens.
4. Juli: Ein chinesischer Hofastronom geht seiner Arbeit nach. Er soll sich heute um den Stand der Sonne kümmern. Aber was ist das? An dieser Stelle war kein Stern!!! Er schreibt alles ganz genau auf. Seine Dokumentation wird die bekannteste über dieses Ereignis.
Im Laufe der Zeit wird an mindestens 11 weiteren astronomischen Einrichtungen in der ganzen Welt dieses Phänomen dokumentiert. Nur diese 13 Beobachtungberichte sind bis heute erhalten und überliefert, künden aber garantiert von der gleichen Sache!
28. August 1758.
Charles Messier tobt! Er brüllt und schimpft, dass seine Sternwarte wackelt! Eine ganze Nacht hat er einen „falschen“ Kometen gejagt! Nein! Das würde ihm nie wieder passieren – NIE WIEDER!
Was war geschehen? Charles Messier, 28 Jahre alt, mittlerweile Astronom und erfolgreicher Kometenjäger, konnte im Alter von 13 Jahren einen hellen Kometen am Taghimmel beobachten. Dieses Ereignis entfachte in ihm den Wunsch, Astronom zu werden und sich der Suche nach Kometen zu widmen. Diese Leidenschaft hat Messier zeitlebens nicht mehr losgelassen und er ist ein großartiger Kometenentdecker geworden. An Entdeckungen von Galaxien und Sternhaufen hatte er aber kein Interesse. Diese Objekte störten ihn nur.
Kometen waren in den Teleskopen der damaligen Zeit nur als kleine Nebelfleckchen zu erkennen. Diese Nebelfleckchen bewegten sich über den Sternenhimmel. Aus der Bewegung kann man die Bahn des Kometen ableiten. Es gibt aber auch andere Nebelfleckchen, die sich nicht bewegen. So einem Nebelfleck war Messier am 28.08.1758 aufgesessen. Wertvolle Beobachtungszeit war dahin, und noch schlimmer: Diesen stillstehenden Nebelfleck hatte schon 1731 der Astronom Lord Rosse beschrieben und dessen Koordinaten vermessen. Das sollte Messier nicht wieder passieren! In Zusammenarbeit mit anderen Astronomen entstand ein Katalog, der die stillstehenden Nebelfleckchen beschrieb und die Koordinaten dieser bekannt machte, damit sie niemand mehr mit Kometen verwechseln konnte.
Dieser Katalog ist heute als Messier-Katalog bekannt und für jeden Sternfreund ein guter Begleiter, interessante Objekte am Himmel zu finden. Der Nebelfleck vom 28.08.1758 ist als erster Eintrag in diesem Katalog gelistet, also als Messier1 oder kurz M1.
Um 1900.
Die Fotografie hält Einzug in die astronomische Forschung. Astronomen in der ganzen Welt fotografieren den ganzen Himmel und einige ausgewählte Objekte – so natürlich auch M1.
Einige Jahre später.
Astrofotografen fotografieren wieder M1. Sie vermessen die Größe des Nebels und vergleichen diese mit der Größe aus früheren Fotos. Dabei machen sie eine erstaunliche Entdeckung. Der Nebel dehnt sich aus. Diese Tatsache veranlasst die Wissenschaftler mal genau zu messen. Sie bestimmen die jährliche Ausdehnungsrate und gucken mal, wann der Nebel nur ein Punkt war. Naja, fast unnötig zu erwähnen, dass dies im Jahr 1054 der Fall war…
Es wird deutlich, dass die Astronomen im Jahr 1054 den Tod eines Sternes beobachtet hatten. Dem interessierten Laien stellen sich dabei natürlich gleich folgende Fragen.
Wie sterben Sterne eigentlich?
Sterben alle Sterne gleich?
Stirbt unsere Sonne auch irgendwann?
Wie wird sie sterben?
Wie werden Sterne geboren?
Wie leben Sterne?
Diese und viele weitere Fragen klären wir am 04. Februar 2014. Denn dann führen wir wie jeden ersten Dienstag im Monat einen Besuchertag in der Sternwarte Braunschweig-Hondelage durch. Um 19:00 Uhr geht es los!
Bei klarem Himmel gucken wir uns M1 einmal im Teleskop an. Aber es gibt in jedem Fall einen Vortrag, der die Arbeiten des Charles Messier würdigt und uns das Leben von Sternen näher bringt.
Am ersten Dienstag im Januar hatten wir „Jupiter – ein Schwergewicht am Abendhimmel“ als Thema. Mehrere Effekte (gutes Wetter, Urlaub, großes Interesse an diesem Thema) haben zu einem Besucheransturm geführt, den wir so noch nicht zu bewältigen hatten. Wir waren natürlich ausgesprochen erfreut über den großen Zuspruch, wissen aber, dass die Interessen einiger unserer Besucher zu kurz gekommen sind. Aus diesem Grund werden wir das Thema, wie an diesem Abend angekündigt, nochmal anbieten. Dies wird aber in den Monaten mit Sommerzeit der Fall sein, weil Jupiter hell genug ist, am frühen Abend erkundet zu werden. In den verbleibenden dunkleren Abenden wollen wir uns auch dunkleren Objekten am Himmel widmen. Für größere Besucherströme wollen wir in Zukunft besser gerüstet sein. In jedem Fall freuen wir uns über jeden Besucher und natürlich auch…
… auf Sie am Dienstag, den 04.02.2014, in der Sternwarte Braunschweig-Hondelage (In den Heistern 5b)! Bitte kommen Sie bis 19:00 Uhr und bringen Sie eine Taschenlampe mit - der Weg zur Sternwarte ist natürlich nicht beleuchtet.
Weitere Infos zur Sternwarte unter: www.sternfreunde-hondelage.de (Tel.: 0152-02118994).
Der kleine Unkostenbeitrag für diesen Abend wird ausschließlich zur Erhaltung der Sternwarte und zur Aufrechterhaltung unserer Jugendarbeit genutzt. Wir bieten kostenlose Führungen für Braunschweiger Schulklassen an, betreiben eine Schul-Arbeitsgemeinschaft Astronomie für jüngere Schüler und unsere Astro-Kids haben es bei „Jugend-forscht“ schon auf die ersten Plätze geschafft!
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