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Geboren im Orionnebel – der Kreißsaal der Sterne!

Wann? 04.03.2014 19:00 Uhr

Wo? Sternwarte Braunschweig, In den Heistern 5b, 38108 Braunschweig DE
Dieses Bild war mein erster Versuch vor vielen Jahren, den Orionnebel abzulichten. Ihnen wird das bestimmt besser gelingen!!!
Braunschweig: Sternwarte Braunschweig |

Im Kreißsaal der Sterne werden Sternen-Babys geboren, wie Menschenbabys in Kreißsälen der Krankenhäuser. Die nächsten Kreißsäle der Menschen liegen weniger als 50 km von unserem Wohnort entfernt. Der nächste Kreißsaal der Sterne ist (astronomisch betrachtet) noch viel näher an uns dran. Nur „schlappe“ 1300 Lichtjahre von uns entfernt – also so ziemlich „um die Ecke“!

Der Orionnebel ist ein solcher Kreißsaal. In ihm werden permanent Sterne geboren. Weil er ganz nah an uns dran ist, haben ihn unsere Astronomen zu dem am besten untersuchten Sternen-Kreißsaal gekürt. Es gibt dort Sterne, die schon geboren sind, aber auch Sterne, die noch „im Mutterleib“ schlummern.
Mit den heutigen, neuen Untersuchungsmethoden haben nicht nur Ärzte in der Babyuntersuchung vor der Geburt, sondern auch Astronomen bei der Untersuchung der Protosternenscheiben (Sterne vor der Geburt) ganz erstaunliche Fakten zusammengetragen. Wir werden uns hier natürlich eher um die Ergebnisse der Astronomen kümmern…
Wie alt sind diese Sternen-Babys? Untersuchungen kommen auf 1 Million Jahre. Nun, für uns Menschen ist das eine unvorstellbare Zeitspanne. Aber rechnen wir mal ein wenig auf den Menschen um…
Nehmen wir mal ein Menschenleben mit 100 Jahren an. Klar die 100 Jahre sind ein gerader Wert und nur zum besseren Rechnen da. Bei den Größenordnungen des Sternenlebens kommt es auf +-50 Jahre Menschenleben wirklich nicht an. Überlegen wir weiter: es gibt schnelllebige und weniger schnelllebige Sterne. Die schnelllebigen werden 10 Millionen Jahre alt, die anderen 10 Milliarden Jahre. Unsere Sonne ist zum Beispiel mit ihren 4 Milliarden Jahren an ihrem Lebensmittelpunkt.
Jetzt zunächst zu den Schnelllebigen. Eine Million von zehn Millionen Jahren entspricht 1/10. 1/10 von den angenommen 100 Menschen-Jahren entspricht 10 Jahren (also ein Menschenkind, das in die 4. Klasse geht) – so weit, so gut.
Nun zu den Langlebigen. Eine Million Jahre von 10 Milliarden Jahren entspricht 1/10000. 1/10000 von 100 Jahren entspricht ca. 3-4 Tagen! 3 Tage sind sie nach Menschenmaßstab alt, die Kleinen. Och, wie süß, können die Augen kaum öffnen und sind vollkommen hilflos.
Was bei der Geburt von Menschen geschieht, wissen wir nur zu gut. Wie Babys bereits im Mutterleib untersucht werden wissen wir auch. Aber wie werden Sterne, die noch nicht geboren wurden, untersucht? Diese und die folgenden Fragen drängen sich somit auf:
Welche Farbe entwickeln Sternbabys nach der Geburt?
Wie werden Sterne eigentlich geboren?
Wie werden Sternenentstehungsgebiete untersucht?
Was passiert, wenn ein Stern vom Protostern (im Mutterleib) zum Stern (nach der Geburt) wird?
Was hat diese Forschung für unser Leben konkret für Konsequenzen?
Diese und viele weitere Fragen klären wir am 04. März 2014. Denn dann führen wir wie jeden ersten Dienstag im Monat einen Besuchertag in der Sternwarte Braunschweig-Hondelage durch. Um 19:00 Uhr geht es los!
Bei klarem Himmel gucken wir uns den Kreißsaal der Sterne mit seinen Babys einmal im Teleskop an. Aber es gibt in jedem Fall einen Vortrag, der die oben gestellten Fragen beantwortet und uns die Geburt von Sternen näher bringt.
Tja, jetzt werden Sie denken: ich gehe dann in die Sternwarte, freue mich an den Informationen und gehe glücklich wieder nach Hause. Ja geht, können Sie machen! Aber, wie wäre es denn mal mit Mitmachen???
Sie brauchen dazu: eine Kamera (die mindestens 30 Sekunden belichten kann, besser B-Funktion) mit einem lichtstarken Objektiv (2,8 wäre gut), ein gutes Stativ, eine klare Nacht und… ein wenig Experimentierfreude! Bitte probieren Sie es auch mit anderen Kameras, Händys etc. Wir sind an allen Ihren Ergebnissen interessiert!
Zunächst suchen Sie bitte in einer klaren Nacht das Sternbild Orion auf. Schauen Sie dazu in Richtung Süden. Es wird Ihnen ein Sternbild auffallen, das vier Kastensterne enthält. In diesem Kasten sind drei Sterne in einer Linie zu finden. Dieses Sternbild ist auch für unerfahrene Beobachter leicht zu entdecken. Die drei Sterne heißen Gürtelsterne, weil sie den Gürtel Orions markieren. Wir interessieren uns für eine Gegend, die zwei Gürtelweiten unter dem rechten, oberen Gürtelstern liegt. Dort werden Sie vielleicht eine kleine Sternenansammlung bemerken. Montieren Sie nun die Kamera auf das Stativ. Wenn Sie die Gürtelsterne und die unteren Kastensterne im Gesichtsfeld der Kamera haben, kann gar nichts mehr schief gehen. Stellen Sie, sofern das geht, ISO 800 ein und belichten Sie mit einem Fern- oder dem Selbstauslöser 30 Sekunden. Es sollte ein rot-blauer Nebelfleck zu sehen sein. Glückwunsch! Sie haben Ihr erstes Astrofoto gemacht! Experimentieren Sie ruhig etwas mit Belichtungszeit, Bildausschnitt, Brennweite etc. Schicken Sie, wenn Sie Freude an der Aktion hatten, ihre Fotos an die u.a. Email-Adresse. Wir werden die Besten aussuchen und die Fotografen zu einem Vereinsabend einladen, an dem es um Astrofotografie gehen wird. Gucken Sie den professionellen Astrofotografen dann über die Schulter und erfahren Sie, wie Ihre Bilder noch schöner werden können.
Am letzten Besuchertag kam Kritik in der Form auf, dass einige Teilnehmer wissen wollten, wer hinter den Artikeln der Sternwarte steckt. Prinzipiell arbeiten wir in der Sternwarte immer im Team. Der Vorstand, die Jugendarbeit, die Astrofotogruppe, alle anderen Aktivitäten und die Pressearbeit sind Teamarbeit. Nun gut, einer muss die Ergebnisse dann formulieren und weitergeben. Das mache ich. Mein Name ist Bernd Hartwig. Ich interessiere mich mein ganzes Leben lang für Astronomie. Bin aber erst seit 4 Jahren richtig dabei. Das heißt, ich muss noch sehr viel lernen! Das geschieht, wenn ich den Vorträgen meiner Vereinskollegen lausche oder beim Verfassen von Pressemitteilungen. Sie können mir gern eine Mail schicken, diese gebe ich dann an das Sternwarten-Team weiter. Unter: bernd@bhartwig.de erreichen Sie mich. Und denken Sie an Ihre ersten Astrofotos, die Sie gern auch an diese Mailadresse schicken können. Am Dienstag, den 4. März 2014, kann ich aus persönlichen Gründen leider nicht anwesend sein. Aber denken Sie bitte an diesem Abend an den berühmten Astronomen Charles Messier, der am 4. März 1769, also genau vor 245 Jahren den Orionnebel als 42stes Objekt in seinen berühmten Nebelkatalog eingetragen hat (Messier 42 oder kurz M42).
Wir freuen uns auf Sie und Ihre Fotos am Dienstag, den 04.03.2014, in der Sternwarte Braunschweig-Hondelage (In den Heistern 5b)! Bitte kommen Sie bis 19:00 Uhr und bringen Sie eine Taschenlampe mit - der Weg zur Sternwarte ist natürlich nicht beleuchtet.
Weitere Infos zur Sternwarte unter: www.sternfreunde-hondelage.de (Tel.: 0152-02118994).
Der kleine Unkostenbeitrag für diesen Abend wird ausschließlich zur Erhaltung der Sternwarte und zur Aufrechterhaltung unserer Jugendarbeit genutzt. Wir bieten kostenlose Führungen für Braunschweiger Schulklassen an, betreiben eine Schul-Arbeitsgemeinschaft Astronomie für jüngere Schüler und unsere Astro-Kids haben es bei „Jugend-forscht“ schon auf die ersten Plätze geschafft!
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