Anzeige

"Ryanair schon aus moralischen Gründen ablehnen"

Nur selten starten Chartermaschinen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg – zum Beispiel wenn der VfL Wolfsburg zu internationalen Spielen aufbricht (auf dem Bild: das Team im November 2015 auf dem Weg nach Moskau). (Foto: Foto: rs24/Simka)
Braunschweig: Flughafen Waggum |

Unser Leser Hans Ochmann schreibt uns zum Thema “Ryanair ab Braunschweig …...”, nB vom 24. 05. 2017.

Braunschweig, 28. Mai 2017. "Wer Ferienflüge mit dem Reisebüro Schmidt vom Flughafen Braunschweig (-Wolfsburg) mitgemacht hat, wird anerkennen müssen, dass diese Flüge für Menschen in Süd-Ost-Niedersachsen eine wunderbar vorteilhafte und bequeme Sache sind. Mit einer Kuriosität am Ende, denn das Gepäck wird unter freiem Himmel ausgegeben. Schön, wenn es dann nicht regnet!

Die Flüge sind Charterflüge. Sie sind nicht Linienflüge einer Billigflugesellschaft wie Ryanair. Wegen der Nähe zu Hannover brauchen wir die nicht unbedingt. Diese Nähe dürfte auch betriebswirtschaftlich nicht unproblematisch sein. Wegen der äußerst begrenzten Kapazität der Baulichkeiten in Braunschweig könnte es auch nur wenige zusätzliche Verbindungen geben, keineswegs das übliche breite Angebot.

Für Ryanair zu investieren, wäre verantwortungsloser wirtschaftlicher Wahnsinn. Städte, die mit Investitionen auf Ryanair gesetzt haben, sind bitter enttäuscht worden. Die Gesellschaft ist “geil” darauf, von der öffentlichen Hand Subventionen zu nutzen, und verabschiedet sich schnell, wenn es sich zuwenig rechnet.

Zudem sollten auch Ex-VW-Chef Hahn und die Wolfsburger MIT aus moralischen Gründen ein Geschäft mit Ryanair ablehnen. Sie praktiziert einen äußerst abstoßenden Kapitalismus, wenn man sich bewußt macht, wie Ryanair mit einem Großteil seiner Piloten umgeht.

Obwohl nach meiner juristischen Überzeugung die Arbeit eines Piloten eine reine Dienstleistung ist – wie dies auch weitgehend von fast allen normalen Fluggesellschaften praktiziert wird – macht Ryanair die Piloten zu Werksunternehmern, die den Flug, etwa Braunschweig-Mallorca als Werk schulden. Diese Piloten als “Werksunternehmer” haben einen einzigen Mitarbeiter, nämlich sich selbst, und tragen das gesamte unternehmerische Risiko für Nichbeschäftigung, Krankeitsfall und Altersversorgung. Das alles zur Gewinnmaximierung von Ryanair. Nach zuverlässigen und nicht widerlegten Berichten in den Medien, leben die Piloten in elender Abhängigkeit.

Für die Passagiere wächst das Risiko, weil diese Piloten oft auch noch das Flugzeug steuern, wenn der normal gesicherte Arbeitnehmer krankheitshalber zu Hause bleiben muss. Es wäre höchste Zeit, dass die EU und/oder der Bundestag diesen Mißbrauch des Werkvertragsrechtes als rechtswidrig aus der Welt schafft.

Hans Ochmann, Braunschweig
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
5 Kommentare
6
Frank Sager aus Braunschweig - Innenstadt | 28.05.2017 | 21:24  
781
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 30.05.2017 | 13:38  
41
Reinhard Manlik aus Braunschweig - Nordstadt | 30.05.2017 | 14:57  
781
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 31.05.2017 | 13:06  
781
S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 31.05.2017 | 14:54  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.