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Ist der Zirkus mit Wildtieren ein Auslaufmodell?

und jedes Jahr werden es mehr ...
Braunschweig: Schützenplatz |

100 Menschen und 110 Tiere sind mit Zirkus Knie auf Reisen.


So die Eigenwerbung des Zirkus. Von den 100 Menschen sind die wenigsten Artisten. Die meisten sind Begleitpersonal für Auf- und Abbau und den Betrieb.

Es sind überwiegend Tiere, die den Zuschauer eine kurze Zeit unterhalten, für kleines Geld - damit es sich jeder leisten kann. Der Preis, den die Tiere dafür zahlen, ist es, ein Leben in viel zu kleinen Gehegen, Käfigen und Ausläufen zu verbringen. Zoologen üben daran Kritik, denn im Vergleich mit dem Säugetiergutachten, dass für die Tiger im Braunschweiger Zoo gilt, verbringen die Tiger im Zirkus Knie ihr ganzes Leben quasi auf einem Gäste-WC. Was für eine Vorstellung - im doppelten Sinn.

Die Mehrzahl der bei Knie mitgeführten Tiere gehören zu den Wildtieren. Liger (Hybrid aus Tiger und Löwe) gibt es in der Natur nicht. Weiße Löwen entstehen durch Inzucht. Zoologen und Wildtierbiologen kritisieren das scharf.

Am Ostersamstag haben wieder Tierfreunde vor den Eingängen auf das Leid der Tiere in reisenden Zirkussen aufmerksam gemacht. Inzwischen ist es nur noch eine Minderheit der Bürger, die an ihnen vorüber gingen, um sich die Show anzusehen. Die Mehrheit der Bürger findet es nicht mehr zeitgemäß. Und es werden jedes Jahr mehr Menschen, die sich beteiligen und mit Protestbannern zeigen:

"Ja! Wir mögen Zirkus - aber ohne wilde Tiere."


Die Initiative Stadttiere Braunschweig hat nachgezählt: 71 Bürgerinnen und Bürger aus allen Gesellschaftsschichten hielten Banner, verteilten Infoflyer oder suchten das konstruktive Gespräch mit den Besuchern. Nicht jeder war dem aufgeschlossen. Die meisten waren eher unangenehm berührt. Viele nahmen jedoch die Informationen freundlich entgegen. Einzelne äußerten, dass sie der gleichen Meinung wären und im nächsten Jahr lieber einen Zirkus ohne Wildtiere besuchen würden.

Die Initatorin der Aktion, Michaela Stamm von der Tierrechtsinitiative Braunschweig zeigte sich sehr zufrieden: "Der Protest wird in jedem Jahr größer. Dass es heute 70 Personen geworden sind, die mit uns gemeinsam hier stehen, hat auch mich überrascht!" Deutschland könne - ebenso wie viele seiner europäischen Nachbarn - ein Wildtierverbot im Zirkus erlassen. Bis der Beschluss des Bundesrates aus 2011 umgesetzt wird, sind die Kommunen gefordert, Lösungen zu finden, den Bürgerwillen umzusetzen.
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3 Kommentare
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Renata Wyganowska aus Braunschweig - Innenstadt | 06.04.2015 | 16:22  
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Dagmar Raspe aus Braunschweig - Innenstadt | 06.04.2015 | 21:32  
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Elisa Gallus aus Südstadt-Rautheim-Mascherode | 07.04.2015 | 13:15  
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