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Berlin-Impressionen

Blick vom Europaplatz auf die spiegelnde Fassade des Hauptbahnhofs.
 
Berlin Hauptbahnhof, Ausgang Europaplatz: Was ist echt, was ist nur Fassade?
Berlin: Berlin |

Nach Berlin hatte uns, meine Frau und mich, ein musikalisches Ereignis gelockt. Außerdem wollten wir die Video-Präsentation „Von Monet bis Kandinsky“ sowie das Asisi-Panorama "The Wall" zur Berliner Mauer sehen.

Die Bahnfahrt nach Berlin bot Gelegenheit, in der DB-Kundenzeitschrift mobil, Ausgabe 02/2018 zu schmökern. Ein Artikel befasste sich mit einem Imbiss in Kreuzberg, an der die Schlange der Kunden während der Öffnungszeiten nicht abreißt: Eine Imbissbude namens Mustafas Gemüse-Kebap. Wir entdeckten den mittlerweile legendären Imbiss später in Berlin Kreuzberg nahe der U-Bahnstation Mehringdamm. Leider fehlte uns die Zeit, sich in die Schlange einzureihen und den Kultdöner zu probieren.

Die animierte Video-Präsentation „Von Monet bis Kandinsky.Visions alive“ im Komplex "Alte Münze" zeigte Werke von 16 Künstlern der Klassischen Moderne: Degas, Gauguin, Klimt, Toulouse-Lautrec usw. Eine faszinierende, musikalisch untermalte Darstellung der Bilder im vollen Format und in Details an allen Wänden. Die Begleitmusik hätte nach unserem Empfinden etwas leiser sein können.

Die eingravierten Namen und die Lichter auf den Stufen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ließen uns bei unserem Bummel innehalten. Noch deutlich hatten wir den Anschlag am 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Erinnerung.

Beeindruckend und teilweise bedrückend das 15 m hohe Panorama „The Wall“ von Yadegar Asisi. Von einer Plattform aus blickt der Besucher auf und über die Mauer des geteilten Berlins in den 80er Jahren mit eingespielten Originalstimmen „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“. Eine wichtige Ausstellung gegen das Vergessen, die besonders nachdenklich macht, wenn man - wieder draußen in der Realität - den ehemaligen Checkpoint Charlie und das Treiben dort vor Augen hat.
An anderer Stelle werden Gebäude aus vergangenen und für die meisten Menschen nicht gerade glänzenden Epochen wieder aufgebaut oder mit pompösen Denkmälern erinnert. Checkpoint Charlie: Hier war für die meisten Menschen diesseits und jenseits lange Zeit die Welt zu Ende. Der weltweit bekannte Grenzübergang vom amerikanischen zum sowjetischen Sektor, wo sich amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden, trauriger Schauplatz von Fluchtversuchen, Toten und Schicksalen; hier fokussierten sich der Bau und das Wiedereinreißen der Mauer. Aber heute dominieren Bretterzaun-Atmosphäre, Mauershop, Hütchenspieler, Mützen- und Gasmasken-Verkauf, ein nachgebautes Kontrollhäuschen, Sandsäcke, Flaggen, dem Originalschauplatz nachempfunden - . mit Foto-Gelegenheit in Uniform. Irgendwie empfinde ich die Örtlichkeit und das Treiben den Ereignissen, die Berlin und ganz Deutschland lange Jahre getroffen und geprägt haben, nicht angemessen.

Abschluss unserer Berlinreise bildete ein Besuch im Café Zooba am Kino Zoo Palast. Bei Cappuccino und Kuchen beobachteten wir, was sich draußen auf Straße und Fußweg abspielte. Das war uns neu: Bunt gekleidete Bettlerinnen drückten Kindern Spielzeug in die Hand. Zückten die Eltern ihre Geldbörse nicht, nahmen sie den Kleinen das Spielzeug sofort wieder weg und tanzten weiter.
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