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Wieder mal Berlin

Am Checkpoint Charlie ist immer etwas los. Die Touristen können sich als Grenzsoldaten verkleidet fotografieren lassen.
 
Die Bösebrücke am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße.
Berlin: Hauptbahnhof |

Am Wochenende 11. bis 13. März zog es uns wieder einmal nach Berlin. Die Anfahrt im DB-Zug machten wir gemeinsam mit Schalke-Fans. Es war zwar etwas lauter als gewöhnlich, aber noch in Ordnung. Die Anreisenden wussten noch nicht, dass Hertha ihrer Mannschaft noch am gleichen Abend eine Niederlage bereiten würde.

Im Motel One am Hauptbahnhof hatten wir reserviert. Das Zimmer in der zehnten Etage bescherte uns einen guten Überblick über einen Teil der Stadt. Die Bahnhofs- und Verkehrsgeräusche erreichten uns nicht. Über einen Berlin-Besuch habe ich schon einmal berichtet: http://www.unser38.de/braunschweig-nordstadt/aktiv...
Als erstes versorgten wir uns mit einer Berlin-Welcome-Card. Dieses Ticket erlaubte uns, innerhalb eines Tarifbereiches so oft zu fahren, wie wir wollten, gewährte zusätzlich Ermäßigung für einige Unternehmungen und in einem Begleitbüchlein gab es noch interessante Tipps. In Einzelfahrscheinen hätten wir mit Sicherheit ein Vielfaches ausgegeben und unnötig Zeit an Fahrkartenautomaten verloren.
Tipp: Eigentlich essen wir gern asiatisch, haben es uns zu Hause jedoch abgewöhnt, weil in den uns bekannten Restaurants Zusatzstoffe wie z. B. Glutamat verwendet werden und wir im Anschluss regelmäßig gesundheitliche Probleme bekommen. Im Hauptbahnhof entdeckten wir das Schnellrestaurant Asiagourmet. Da ich keinen Hinweis auf Zusatzstoffe fand, fragte ich den Chef. Der schüttelte den Kopf „kein Glutamat“. Die Menüs waren lecker, wir schmeckten sogar die Zutaten heraus und haben es sehr gut vertragen.

Die Linie S 1

Animiert von einer Fernsehsendung, in der eine Fahrt in der Linie S1 dokumentiert wurde, wollten wir auch der Vergangenheit nachspüren. Ziel war die Bornholmer Brücke, die eigentlich Bösebrücke heißt, über die am Abend des 9. November 1989 die Menschen von Ost nach West strömten. Als wir die S-Bahn verließen, sahen wir gerade noch, wie eine Stange Zigaretten den Besitzer wechselten. Am nordöstlichen Ende der Brücke auf dem Gelände des ehemaligen Grenzüberganges, jetzt „Platz des 9. Novembers 1989“, ist eine Freiluft-Dokumentation der damaligen dramatischen Ereignisse eingerichtet.
Dagegen geht es am Checkpoint Charlie eher rummelig zu. Hier können sich Touristen als Grenzsoldaten verkleidet fotografieren lassen.

Alter St. Matthäus Kirchhof

Ein weiteres Ziel mit der S 1 und sicher einer der Höhepunkte unseres Wochenendes war der Besuch „Alter St. Matthäus Kirchhof“ in der Großgörschenstraße (S 1 und U 7 Yorkstraße). Hier sind viele bekannte Persönlichkeiten begraben oder werden durch eine Gedenkstätte geehrt: Gebrüder Grimm (Sprachwissenschaftler, Märchen), Rudolf Virchow (Arzt), Paul Parey (Verleger), Hedwig Dohm (Frauenrechtlerin), Max Bruch (Komponist), Adolf Diesterweg (Pädagoge), Rio Reiser (König von Deutschland), Denk mal PositHIV - eine Gedenkstätte für an AIDS Verstorbene. Besonders anrührend: Der Garten der Sternenkinder. Etwa fünzig Gräber auf dem über 150 Jahre alten Friedhof sind als Ehrengräber des Landes Berlin ausgewiesen.
Ein „muss“ ist auch das zum Friedhof gehörige, urige Café „finovo“ – Ende und Neubeginn - mit Blumenladen „Roter Mohn“. Auf alten Thonet-Stühlen haben wir durch die geöffnete Küchentür Bernd Boßmann, dem Inhaber, beim Kuchen backen über die Schulter geschaut. Auch ihn kannten wir bereits aus der TV-Dokumentation der Linie S 1.
Unsere Finanzen schließen eigentlich einen Aufenthalt im Hotel Adlon Kempinski aus. Jedoch stellte das Hotel in seinen Gängen Fotos bekannter Künstler und Politiker unter dem Titel „Als Bilder noch bewegten“ des Pressefotografen Prof. Jochen Blume aus: J-F Kennedy, Konrad Adenauer, Sophia Loren, Willi Brandt u. a. Ein Grund, sich einmal in dem geschichtsträchtigen Hotel umzusehen. Auch als offensichtliche Nichtgäste des Hauses Unter den Linden 77 wurden wir freundlich empfangen.
Ausgangspunkt eines längeren Spaziergangs war der Hackesche Markt (S5, S 7, S 75). Gerade dieser Platz ist ein Beispiel, dass sich Autos, Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen auch ohne Absperrgitter vertragen können. Durch die Hackeschen Höfe schlenderten wir in die Straßen des alten jüdischen Viertels zum Alten Jüdischen Friedhof und der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße.
Bei allen Fahrten und Spaziergängen durch die Stadt beeindruckten uns neben den alten Gebäuden und Fassaden immer wieder die interessanten Wandmalereien ebenso wie die hässlichen Graffiti-Bilder. Oft haben wir uns gefragt: Wie sind die da hingekommen.

Die Buslinie 100

Natürlich durfte auch eine Fahrt mit der Buslinie 100 vom Bahnhof Zoo bis zum Alexanderplatz mit dem 368 m hohen Fernsehturm und der Weltzeituhr und der Anzeige ihrer 24 Zeitzonen nicht fehlen. Wir haben die Fahrt am Sonntag gemacht. Auch wenn der Bus teilweise eigene Fahrspuren hat; der Verkehr ist sonntags nicht so dicht und hektisch. Der Bus, häufig sind es Doppeldecker, fährt an den meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei: Zoo, Siegessäule, von den Berlinern Goldene Else getauft, Schloss Bellevue, Haus der Kulturen, Schwangere Auster genannt, Regierungsviertel, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Madame Tussauds, Friedrichstraße/Gendarmenmarkt, Rotes Rathaus. Der Gendarmenmarkt ist sicher einer der schönsten Plätze in Berlin. Zum Abschluss unseres Berlin-Wochenendes haben wir einige dieser Anziehungspunkte noch einmal im hopp on-hopp off- Verfahren mit der Buslinie 100 besucht.
Danach ging es auf die Rückreise. Von Berlin ein Katzensprung: Nach einer Stunde und 25 Minuten hatte uns Braunschweig wieder.
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