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Von Elefantenbändigern und Lebensrettern

Feuerwehrhauptmeister Tobias Bauer, Kai Tessmann, Daniela Gatzemeier, Michael Schumann und der stellvertretende Ortsbrandmeister Maik Hoppe (von links). Sie alle tragen Mia-Sophie Gatzemeier aus der Jugendfeuerwehr auf Händen. Foto: Erik Beyen

Die Ortsfeuerwehr hat vielschichtige Aufgaben und ist ein wichtiger Teil des öffentlichen Lebens.

Von Erik Beyen, 01.09.2017.

Grasleben. Was macht man eigentlich, wenn ein Elefant auf die Seite kracht und nicht wieder hochkommt? Ganz klar: Man ruft die Feuerwehr. Genau das ist den Einsatzkräften aus Grasleben 2008 passiert. Damals wurden sie nach Döhren gerufen, weil eben …, aber gut: Darüber und über den Status der Feuerwehren im gesellschaftlichen Leben eines Ortes wie Grasleben haben einige Ehrenamtliche mit unserer Zeitung im Feuerwehrgerätehaus Grasleben gleich hinter dem Rathaus gesprochen. Fakt ist: Ohne die Freiwillige Feuerwehr ginge in Grasleben wohl nicht so viel.

Die Wehr zählt 49 aktive Mitglieder, darunter neun Frauen und insgesamt 12 Doppelmitglieder, also Menschen, die in zwei Wehren gleichzeitig Dienst tun. Die Mitgliederzahl sei ein ganz wichtiger Aspekt, wie Gero Janze, selber ein Doppelmitglied, erklärte. Sie sei nämlich echt. Tatsächlich streicht die Feuerwehr jene Mitglieder von der Liste der Aktiven, die nicht regelmäßig zu den Diensten kommen oder zu Einsätzen kaum zur Verfügung stehen. Und trotzdem könne man im Ernstfall immer einen Zug stellen, so der stellvertretende Ortsbrandmeister Maik Hoppe. Das ist eine starke Leistung, denn gerade die Ehrenamtlichen müssen für ihren Dienst im Ernstfall von ihren Arbeitgebern auch freigestellt werden. „Da haben wir richtig Glück“, weiß Gero Janze, denn die Unternehmen würden vorbildlich kooperieren. Eine starke Leistung ist auch die Tatsache, dass die Kinderfeuerwehr 23 Mitglieder und die Jugendfeuerwehr 33 zählt. In diesem Jahr steht übrigens ein Jubiläum an, aber das sei eine eigene Geschichte, so Gero Janze, die erzählen wir also ein anderes mal.

Während des Gesprächs, es fand in der Zeit des Hochwassers statt, meldete sich Ortsbrandmeister Christoph Hasenfuß per Telefon. Er musste in Wolfenbüttel Sandsäcke befüllen und transportieren. Die Einsatzlage der Feuerwehr in Grasleben ist offenbar ungewöhnlich vielschichtig. Das mag an der geografischen Lage der Gemeinde liegen, sozusagen mitten im Landkreis Helmstedt und doch direkt an der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Apropos: Wie war das noch mit dem Elefanten? Der war nämlich eigentlich eine Elefantenkuh mit Nachwuchs. Der Sturz der Dickhäuterin entpuppte sich also als durchaus misslich – für Tier und Mensch, denn der Nachwuchselefant war über die Rettungsaktion für die Mama gar nicht amüsiert. Und so wurden die Feuerwehrleute aus Grasleben zu Elefantenrettern und -bändigern zugleich.

In diesem Jahr hatten sie bis jetzt etwa 70 Einsätze, darunter Großbrände, Unwetter und Überschwemmungen, Storchenrettung, Notfalltüröffnungen, Schlangen einfangen – langweilig wird es für die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr in Grasleben nicht. Wahrscheinlich auch deswegen ist sie auch für Quereinsteiger und Kinder so interessant. Ihr ganzer Stolz ist übrigens der Multistar, eine Kombination aus Löschfahrzeug mit Teleskopleiter und Korb für Einsätze in luftiger Höhe. Mit dem retten sie nicht nur, sie waren auch jüngst beim Feuerwehrfest der Velpker Wehr zu Gast. Kontakt: www.feuerwehr-grasleben.de.
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