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Trotz Personalmangels: Ein Plädoyer für die kleinen Wehren

Die Feuerwehr in Ahmstorf gruppiert sich mit ein paar Kollegen aus Rennau vor dem Start zum Wettbewerb am vergangenen Wochenende. Foto: Erik Beyen

Die Feuerwehr Ahmstorf nimmt an jedem Wettkampf teil.

Von Erik Beyen, 15.08.2017.

Ahmstorf. Es seien gerade die Feuerwehren in den kleinen Orten und Gemeinden, die dort wesentlichen Anteil am gesellschaftlichen und kulturellen Leben hätten, meint Gero Janze in einer Mail an unsere Zeitung. Da ging es um die Feuerwehr-Kreiswettbewerbe am letzten Wochenende in Flechtorf. Janze gehört der Wehr aus Ahmstorf an. Keinen der Wettbewerbe habe diese verpasst, und das trotz Personalknappheit. Im Wettbewerb belegten sie in ihrer Wertungsgruppe den 15. Rang von 19. Auf den ersten Blick kein so gutes Ergebnis. Der zweite Blick aber erzählt eine ganz andere Geschichte.

Im Landkreis sind 68 Feuerwehren aktiv. Nur 27 Gruppen haben am Wettbewerb teilgenommen. Gero Janze sieht darin bereits den ersten Punkt für seine Wehr und jene aus Rennau. „Viele haben mit Personalmangel zu kämpfen. Umso herausragender ist es, dass Ahmstorf immer an den Wettbewerben teilnimmt. Das Dorf hat 160 Einwohner. Ahmstorf konnte komplett eine eigene Gruppe stellen“, schrieb er. Rennau bekam Schützenhilfe aus Grasleben und Ahmstorf. Kameradschaft ist alles, und: Bereits durch die Teilnahme hätten sie die 41 Wehren hinter sich gelassen, die nicht angetreten sind, so Janze.

Neun Kräfte gehören zu einer Gruppe. Zum Wettbewerb mussten sie einen Löschangriff simulieren. Dabei kam es auf Zeit, Sauberkeit und Sicherheit an. Selbst Pflegezustand des Feuerwehrfahrzeugs, geputzte Stiefel und Dienstkleidung gingen in die Wertung ein. Neben dem Löschangriff mussten die Wehren Sonderprüfungen ablegen. Janzes Kameraden aus Ahmstorf leisteten sich dabei keinen einzigen Fehler. Lediglich der Zeitfaktor, drei kleine Fehler in der Übung mit jeweils fünf Fehlerpunkten habe sie eine bessere Platzierung gekostet. Immerhin: Die übrigen teilnehmenden Wehren aus der Samtgemeinde Grasleben konnte Ahmstorf hinter sich lassen.

Übrigens: Die Feuerwehren aus Wolstorf und Klein Steimke haben die Wettbewerbe gewonnen, auch keine großen Wehren. Zum Thema Personalmangel und immer wieder von politischer Seite in den Raum gestellte Schließungen von Wehren hat sich unlängst Kreisbrandmeister Olaf Kapke geäußert, als er die Kreis-Feuerwehrbereitschaft nach ihrem Hochwassereinsatz in Goslar begrüßte. Alle waren sie vertreten, und alle hätten, so Kapke, einen nachhaltig positiven Eindruck hinterlassen. Allein diese Tatsache solle jenen, die von der Schließung kleiner Wehren sprechen, den Mund schließen. „Jeder einzelne der Feuerwehrleute zählt“, rief er den Heimkehrenden zu.

Vor diesem Hintergrund ist das Engagement der Samtgemeinde beachtlich. Ein Beispiel: Trotz Personalknappheit nimmt Rennau am Samstag ein neues Fahrzeug offiziell in Betrieb. Anreize schaffen und die Moral stärken, heißt das Rezept.
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