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„Möchten der Sand im Getriebe sein“

Dr. Andreas Lüddecke (1. Vorsitzender), Andrea Zelesnik (Geschäftsführerin) und Joachim Kuthe (2. Vorsitzender) erweitern das Konzept des Vereins Pro Patient. Foto: André Pause

Hilfe im Ernstfall: Der gemeinnützige Verein Pro Patient stellte sein erweitertes Konzept vor.

Von André Pause, 13.03.2015.

Braunschweig. Bis vor einiger Zeit hieß der gemeinnützige Braunschweiger Verein Pro Patient noch „Aktiv werden in der Informationsvermittlung bei Nierenerkrankungen“. Etwas ungelenk und auch unscharf formuliert.

Jetzt mit dem neuen Namen ist auf den ersten Blick klarer, worum es geht: nicht nur um die Niere, sondern um die ganzheitliche Beratung von chronisch kranken Menschen und deren Angehörigen nämlich. Zudem ist das Konzept zum Wohle Kranker, Pflegebedürftiger und Menschen mit Behinderung erweitert worden.

Die Geschäftsführerin von Pro Patient, Diplom-Sozialpädagogin Andrea Zelesnik, steht Patienten bei der Wahrnehmung ihrer Rechte gegenüber Kostenträgern wie Kranken- und Pflegekassen, der Rentenversicherung oder Integrationsämtern seit vielen Jahren zur Seite. Kann sie einmal nicht helfen, was, wie sie betont, selten vorkomme, komme ihr in 30 Berufsjahren gewachsenes, belastbares und umfangreiches Kompetenznetzwerk zum Tragen.
Dass Bedarf besteht, zeigt die Zahl derer, die bei Zelesnik Hilfe suchen: Fünf bis zehn Patienten berät sie pro Woche, mal mehr mal weniger. Etwa 150 Menschen, in diesem Fall auch Schicksale, umfasst ihr Patientenstamm. Ihr Aktionsradius beträgt dabei etwa 60 Kilometer. Gegen eine Anfahrtpauschale reise sie aber auch schon mal weiter. Zudem bestünde die Möglichkeit der Beratung via Telefon oder E-Mail.

Konkrete Fälle brauchen bei der resoluten Frau gar nicht erst erfragt werden. Die Beispiele sprudeln nur so aus ihr heraus. Dass sie sich dabei regelrecht in Rage redet, kann ihr keiner verdenken, der die Geschichten einmal gehört hat: „Einmal hatte eine Betriebskrankenkasse einen 39-jährigen Patienten aussteuern wollen, da dieser seinen Anspruch angeblich ausgeschöpft habe“, erzählt Zelesnik, „in seiner Not wandte sich der Patient an uns. Wir stellten dann fest, dass er keineswegs die ihm zustehenden 78 Wochen Krankengeld erhalten hatte. Vielmehr hatte die BBK ihm sage und schreibe 263 Tage zu wenig berechnet.“ Das für den Betroffenen erfreuliche Ergebnis: Die Kasse musste ihm weiterhin Krankengeld zahlen, insgesamt rund 12 000 Euro.
Die Kostenträger seien dagegen weniger begeistert, was wenig verwundert, denn Pro Patient, so Andrea Zelesnik, möchte mit seinen umfassenden Tätigkeitsfeldern (unter anderem: umfassende psycho-sozialrechtliche Information und Beratung für Patienten und Angehörige, Beratung und Unterstützung von Arbeitgebern, Pflegestufungsberatung und Beratung im Schwerbehindertenrecht) „Sand im Getriebe eines lobbygesteuerten Gesundheitssystems sein“. Geldmittel seien aus dieser Richtung demnach nicht zu erwarten. Neben Patientengebühren entsprechend dem Einkommen finanziert sich der Verein durch Fördergelder und Spenden.
Weitere Infos erhalten Sie unter www.pro-patient.info im Internet oder telefonisch unter 30 29 25 70.
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