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Mit Brötchentüten gegen Gewalt

Braunschweiger Innungsbäcker kooperieren mit der Frauenberatungsstelle.

Von Alexandra Wolff, 14.09.2011.

Braunschweig. „Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte“. Dieser Satz prangt jetzt auf 50 000 Brötchentüten, die sechs Bäckereien verteilen. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt eine Kooperation der Braunschweiger Bäckerinnung mit der Frauenberatungsstelle. Auf den Brötchentüten mit gebäckbraunen und frauenvioletten Kreisen stehen die Telefonnummern von Institutionen, die Hilfe anbieten, wenn jemand im Familienkreis körperlich oder psychisch misshandelt wird.

Ein ungewöhnlicher, aber effektiver Weg, Familien zu erreichen, die zu wenig von ihren Rechten und Hilfsmöglichkeiten wissen, sagt Karsten Tutschek, Vorstandsmitglied der Bäckerinnung: „Werbung, die in Briefkästen geht, landet meistens sehr schnell im Papierkorb.“ Er hatte das deutschlandweite Projekt „Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte“ bei der Innung vorgestellt.
Initiiert haben diese Aktion Teilnehmer des Runden Tisches bei häuslicher Gewalt. Dazu gehören beispielsweise die Rechtsanwältinnen Gabriele Krüger und Barbara Kramer, der Sozialdienst der Justiz und das Opferhilfebüro. „Häusliche Gewalt kommt bei uns nicht in die Tüte“ ist also ein interdisziplinäres Projekt.
Dass sich jetzt auch Betriebe, die nichts mit diesem Thema zu tun haben, gegen häusliche Gewalt aussprechen, zeige, wie wichtig und anerkannt diese Problematik sei, so Inge Lübbers, Leiterin der Frauenberatungsstelle. Sie betont, dass häusliche Gewalt schon sehr früh beginnt: „Es fängt damit an, dass der Mann die Frau zu etwas drängt, das sie nicht will. Es gibt unendlich viele Fälle, in denen die Gewalt schleichend beginnt. Manche Frauen denken aber auch, dass die ehelichen Pflichten im Gesetz verankert sind, was nicht mehr so ist. “
Der Service-Club Zonta finanziert das Projekt, so dass die Aktion nun auch nach Braunschweig kommt. Bei Zonta haben sich Frauen in Führungspositionen zusammengeschlossen, um Projekte gegen Gewalt an Kindern und Frauen zu unterstützen.
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