Anzeige

Integration – einfach gelebt

Verein Stadtteilentwicklung Weststadt schreibt Erfolgsgeschichte.

Von Martina Jurk, 12.09.10

Braunschweig. Intgration wird in der Weststadt gelebt. Der Verein Stadtteilentwicklung Weststadt kümmert sich ausschließlich um das Gedeihen des Quartiers – einen solchen Verein sucht man wohl bundesweit vergeblich.

In den Nachbarschaftstreffpunkten wird Sprachunterricht angeboten. 50 Prozent der Treffpunkt-Mitarbeiter haben selbst einen Migrationshintergrund. „Sie sprechen verschiedene Sprachen und finden so den Zugang zu unseren ausländischen Mitbürgern“, erläutert Gregor Kaluza, Soziales Management der Baugenossenschaft „Wiederaufbau“.
„Integration ist nicht nur eine Frage der öffentlichen Verwaltung, sondern des Bürgerengagements und der Wirtschaft“, ist Nibelungen-Wohnbau-Geschäftsführer Rüdiger Warnke überzeugt. Dabei gehe es nicht nur um ausländische Mitbürger, sondern auch um ältere Menschen sowie junge Familien mit Kindern, die in Nachbarschaft zusammenleben. In Braunschweig schreibt der Verein Stadtteilentwicklung Weststadt seit zwei Jahren Erfolgsgeschichte. Und die geht weiter. Drei Wohnungsunternehmen – Baugenossenschaft „Wiederaufbau“, Nibelungen Wohnbau GmbH und die Braunschweiger Baugenossenschaft (BBG) – sowie die Stadt Braunschweig investieren in den nächsten vier Jahren mehr als eine Million Euro in die Bildung weiterer Nachbarschaften sowie in das Stadtteilmanagement. Anonymität, Vereinsamung, Ghettobildung kennzeichneten vor noch nicht allzu langer Zeit das Bild der Weststadt. Dass sich inzwischen eine Menge getan hat, ist sichtbar und fühlbar. „Die Menschen wollen dort wohnen bleiben“, sagt Sozialdezernent Ulrich Markurth. „Negative Vorurteile haben keine Berechtigung mehr“, meint BBG-Vorstand Rolf Kalleicher. Allein diese Baugenossenschaft hat 1000 Wohnungen in der Weststadt. Die BBG tritt als drittes Braunschweiger Wohnungsunternehmen dem Verein Stadtteilentwicklung Weststadt bei. Alle drei Wohnungsgesellschaften (Nibelungen, Wiederaufbau und BBG) zusammen unterhalten mehr als die Hälfte aller Wohnungen des Stadtteils, in dem mehr als 20 000 Menschen zu Hause sind. „Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, sich in der Weststadt wohlzufühlen“, so Kalleicher. Für die Wohnungsunternehmen gehe es auch um wirtschaftliche Interessen. Bauliche Investitionen würden zunehmend abgestimmt mit sozialintegrativen Maßnahmen. „Gut angelegtes Geld“, meint Sozialdezernent Ulrich Markurth. Eine solche Zusammenarbeit zwischen Kommune und Wohnungsunternehmen sei einmalig in Norddeutschland.
Dass das Bemühen, die Weststadt von einem sozialen Brennpunkt in ein lebenswertes und liebenswertes Quartier zu verwandeln, Früchte trägt, ist daran abzulesen, wie sich die Stadtteilbewohner selbst in diesen Prozess einbringen. „Sie gestalten ihr Wohnumfeld mit, sie engagieren sich ehrenamtlich“, berichtet „Wiederaufbau“-Vorstand Joachim Blätz. Zwei Stadtteilzentren hat der Verein auf den Weg gebracht, die Treffpunkte „Am Queckenberg“ und „Saalestraße“. Ein drittes, der „Treffpunkt Pregelstraße“ ist vor der Fertigstellung. Deren Programme bieten Angebote von der russischsprachigen Infoveranstaltung über Literaturcafé, soziale Beratung, Kurse für ausländische Mitbürger, Hausaufgabenbetreuung bis zu Angeboten für Kinder und Senioren.
Eine Aufgabe des Vereins ist es, Fördergelder für die Stadtteilentwicklung einzuwerben – für die Wohnungsunternehmen ein sensibles Thema. Bislang haben sie den Umbau der Weststadt aus eigenen Mitteln vorfinanziert.
„Die Zusagen für die Fördergelder haben wir vom Bund, aber noch ist kein einziger Euro geflossen. Wenn der Bund seine Drohung wahr macht und die Städtebauförderung kürzt, dann werden unsere Ziele in Frage gestellt“, macht Rüdiger Warnke deutlich. Und die sind groß: Die Stadtteilumgestaltung soll eine Dimension von zehn Millionen Euro erreichen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.