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Gefährliche Selbstironie?

Der Motivwagen des ZGB: Die Regiobahn wird angeschoben. Foto: Thomas Ammerpohl
Braunschweig: Innenstadt |

ZGB nimmt sich selbst auf die Schippe – Verbandsmitglied Ingo Schramm hat Bedenken.

Von Martina Jurk, 10.02.2015.

Braunschweig. Erstmals ist der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) gemeinsam mit vier Eisenbahnunternehmen, die ab Dezember 2015 in der Region unterwegs sein werden, mit einem eigenen Motivwagen beim Karnevalsumzug am Sonntag dabei. „Die Regiobahn rollt“ ist das Motto.

Angeschoben wird die orangefarbene Bahn von einer „Sisyphos“-Figur. ZGB-Verbandsdirektor Hennig Brandes ist begeistert: „Lange hat die Planung gedauert, es gab auch Rückschläge, aber jetzt rollt sie, die Regiobahn, die die Menschen der Region näher zusammenbringen wird.“ Der ZGB ist der Aufgabenträger in der Region für den öffentlichen Personen-Nahverkehr. „Mit unserem witzigen Motivwagen nehmen wir uns selbst auf die Schippe und zeigen zugleich, dass wir das Thema Nahverkehr in der Region deutlich voran bringen wollen“, sagt Detlef Tanke, Vorsitzender der ZGB-Verbandsversammlung.
In dieser Versammlung ist Ingo Schramm als FDP-Abgeordneter Mitglied. Er ist nicht ganz glücklich mit der „Selbstironie“. Er hätte es begrüßt, wenn der gute Start der Regiobahn – sicherer Stundentakt, gute Anschlüsse an Busse und Straßenbahn, Tarif innerhalb des Verbundgebietes Region Braunschweig – thematisiert worden wäre, anstelle der inzwischen überwundenen Anlaufschwierigkeiten.
„Man kann das machen mit dem Motivwagen“, meint er, „aber man hätte das Vorhaben in der Verbandsversammlung öffentlich diskutieren müssen. Es fand keine Abstimmung darüber statt.“ Nach seiner Ansicht gehe Karneval anders herum. Die Obrigkeit werde auf die Schippe genommen. „Der Verband hat ein Imageproblem. Und seine Glaubwürdigkeit wird durch so eine Aktion nicht erhöht, wenn es dann um wichtige Fragen geht. So würde das Thema Regionsbildung dem ZGB beim Schoduvel besser stehen“, meint Schramm. „Hennig Brandes als Verbandsdirektor sollte aufpassen, dass der Verband nicht wie ein Karnevalsverein wirkt“, merkt der FDP-Abgeordnete an. Und warum ist die Bahn eigentlich orangefarben und nicht wie im Original in Verkehrspurpur, fragt er sich.
Michael Fischer von der DB Regio, einer der Vertreter der beteiligten Eisenbahnunternehmen, sieht das locker: „Wir freuen uns, dass wir uns den Menschen in der Region Braunschweig auf humorvolle Weise als verlässlicher Partner im ÖPNV präsentieren dürfen.“
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