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Gedenken an verunglückte Biker

25. Demofahrt für Partnerschaft im Straßenverkehr mit anschließendem Gedenkgottesdienst.

Von André Pause, 29.04.2012.

Braunschweig. Strahlender Sonnenschein draußen, ernste Minen drinnen: Mehrere tausend Biker gedachten gestern im Dom ihren verunglückten und verstorbenen Kameraden. Es war die inzwischen 25. Demofahrt für Partnerschaft im Straßenverkehr mit anschließendem Gedenkgottesdienst.

Schwere und schwarze Kluft dominierte am Nachmittag Burgplatz und Dom, dazwischen viele funkelnde Motorräder und Trikes. Vor der Kirche endete die von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer zum 25. Mal organisierte Motorraddemo. Während des anschließenden Gottesdienstes im Dom wurde an die 13 im Gebiet der Polizeidirektion Braunschweig in dieser Saison tödlich verunglückten Motorradfahrer erinnert. Insgesamt starben damit seit 1988 411 Biker auf den Straßen der Region. Für die Verunglückten wurden Kerzen angezündet. Im Gottesdienst sprach zunächst Dompfarrer Christian Kohn zur Motorradgemeinde.
Er forderte dazu auf, sich mit Umsicht im beschleunigten Lebensraum Straßenverkehr zu bewegen, und hinter all der Technik noch die Zerbrechlichkeit des Menschen zu sehen. Kohn gab aber auch zu bedenken: „Dem Tod ist es letztlich egal, ob jemand besonnen gefahren ist oder nicht. Fakt ist, dass es jeden treffen kann. Ihr habt ein gefährliches Hobby.“
Daher appellierten auch Anja Uhlenhaut und Bernd Spätlich, beide Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer Braunschweig, an die Biker: „Unsere Leidenschaft ist kein Menschenleben wert. Jeder Tote ist ein Toter zu viel.“ Beide gingen in ihrem Beitrag darauf ein, dass es in den meisten Fällen eine zu hohe Geschwindigkeit sei, die zu Unglücken führe.
Ein Mann, der schon rein äußerlich eher die Ruhe weg hat, ist Helmut Dorfmann aus Destedt. Er hat mit Pflegesohn Niklas Faber auf seinem Trike an der Demofahrt teilgenommen, zum etwa fünfzehnten Mal, wie er meinte. „Es ist zum einen ein schönes Event, vor allem aber ist es bemerkenswert, dass auf diese Weise der Toten gedacht wird.“ Vor zwölf Jahren ist Dorfmann vom Motorrad auf Trike umgestiegen. „Motorrad fährt ja jeder“, lacht er. Gestern waren es 4000 Teilnehmer auf dem Trike, 6000 kamen auf dem Motorrad. Die Polizei meldete keinerlei Zwischenfälle.
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