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Für Akzeptanz am Arbeitsplatz

Aidshilfe brachte das Thema HIV anlässlich des Welt-Aids-Tags in die City.

Von Annette Heinze-Guse, 02.12.2012.


Braunschweig. Haben die Passanten Interesse? „Es geht“, sagt Kevin Leimhofer etwas gedehnt. Spenden die Leute? „Gespendet wurde gut“, antwortet Ronja Schiebe. Beide informierten am Freitag zum Welt-Aids-Tag am Stand der Aidshilfe auf dem Kohlmarkt über HIV.

In der überfüllten Stadt hat Freitagmittag das Weihnachtsgeschäft begonnen. Davon profitieren die Spendensammler. Mehr als 20 Braunschweiger aus Politik und Kirche sammeln Spenden. „Wir haben eine schöne volle Büchse bekommen“, sagt Bürgermeisterin Cornelia Rohse-Paul.
Das Geld für die umfangreiche Beratung und die Prävention reicht 2013 trotzdem nicht. Die Aidshilfe benötigt im kommenden Jahr 6000 Euro mehr, um die gestiegenen Kosten aufzufangen. Ein entsprechender Antrag bei der Stadt ist gestellt.
Die Aidshilfe geht in diesem Jahr mit zwei großen Themen an die Öffentlichkeit. HIV-Infizierte erleben nach wie vor mangelnde Akzeptanz: „Mehr als die Hälfte nimmt am Erwerbsleben teil“, schildert Jürgen Hoffmann, Geschäftsführer der Aidshilfe in Braunschweig, „das große Problem ist dabei: Im Freundeskreis ist das Thema bereits tabu und am Arbeitsplatz besonders.“
Zweites Thema ist das Elternsein mit HIV. Dank antiviraler Medikamente sei es möglich geworden, die Virenlast Betroffener zu senken. Unterhalb einer bestimmten Nachweisgrenze ist das Risiko, das Baby zu infizieren „verschwindend gering“, erklärt Jürgen Hoffmann.
Dafür muss Betroffenen ihre Infektion aber klar sein. Laut Robert-Koch-Institut gibt es in Deutschland rund 78 000 HIV-Infizierte. 14 000 Personen von ihnen wissen nichts von ihrer Infektion. Aufklärung ist deshalb immer noch ein Schwerpunkt der Aidshilfe. „Wenn ihr ein Risiko eingegangen seid, lasst Euch testen“, sei eine Botschaft der Öffentlichkeitsarbeit, beschreibt Hoffmann und erinnert: Eine Neuinfektion kann im Einzelfall erst ein viertel Jahr später nachweisbar sein.
Die Braunschweiger Beratungsstelle deckt die Region mit ab. 2012 hat sie sich um rund 150 HIV-Infizierte gekümmert. „Der Beratungsbedarf ist sehr unterschiedlich“, sagt Jürgen Hoffmann und ergänzt: „Es wenden sich wieder deutlich mehr Personen an uns.“ Das spiegelt die bundesweite Statistik gestiegener Neuinfektionen wider.
„Die Schüler sind nach wie vor stark engagiert“, sagt Hoffmann. An zehn Braunschweiger Schulen liefen zum Welt-Aids-Tag von Schülern organisierte Aktionen, an insgesamt 40 Schulen in der Region. Theoretisch seien die Jugendlichen gut aufgeklärt. In der Praxis sei es für frisch Verliebte aber „nach wie vor unverstellbar, sich von jemandem zu infizieren.“
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