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Engere Zusammenarbeit erwünscht

Ihor Piroscheik (l.) und Guy Pietron (2.v.r.) vom Verein FreiEUKraine empfingen die ukrainischen Feuerwehrmänner Bogdan Yahelsky, Igor Pavuk und Vitali Povoroznyk (v.l.) bei ihrem Besuch in Braunschweig. Foto: André Pause

Drei Feuerwehrmänner aus dem ukrainischen Ternopil zu Besuch bei Braunschweiger Kollegen.

Von André Pause, 09.12.2015.

Braunschweig. Eine gute Woche, von Sonntag bis Sonntag, weilten Feuerwehrarzt Bogdan Yahelsky, Wachleiter Igor Pavuk und Katastrophenschützer Vitali Povoroznyk aus dem ukrainischen Ternopil auf Einladung von „freiEUkraine“, dem im März gegründeten Verein zur Pflege der Deutsch-Ukrainischen Partnerschaft, in Braunschweig.

Untergebracht waren die Männer in Gästezimmern der Berufsfeuerwehr Braunschweig. Auf ihrem vollen Terminkalender standen neben dem Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit Berufskollegen unter anderem Abstecher nach Wolfsburg (Autostadt), Wolfenbüttel (Standort des Rettungshubschraubers „Christoph30“) und in die Braunschweiger Innenstadt. Neben den historischen Sehenswürdigkeiten in unserer Stadt begeisterten sich die Feuerwehrleute auch für den hiesigen Weihnachtsmarkt. „Solch eine Tradition gibt es bei uns gar nicht“, schwärmt Igor Pavuk, und schiebt, übersetzt von Ihor Piroscheik, mit einem Schmunzeln nach: „Da hatten wir dann natürlich nicht unsere Uniformen an.“
Beeindruckend waren für alle drei die Arbeitsbedingungen sowie der Stand der Technik bei der Braunschweiger Berufsfeuerwehr. „Unsere Geräte und Fahrzeuge sind viel älter, auch die Situation in Sachen Arbeitssicherheit ist hier besser“, schildert Pavuk. Weniger Einsatzkräfte könnten unter diesen Bedingungen mehr leisten, so der Wachleiter. Er schätzt, dass eine Gruppe von fünf Feuerwehrleuten in Braunschweig so effektiv arbeiten kann wie 40 in Ternopil. Erschwerend kommt für die Brandbekämpfer in der Ukraine hinzu, dass ihr Arbeitsgebiet einen Umkreis von 300 Kilometern umfasst. Die Braunschweiger Feuerwehr mit ihren derzeit zwei Wachen ist dagegen „nur“ für das Stadtgebiet zuständig.
„Nichtsdestotrotz sind unsere Mitarbeiter mit vollem Enthusiasmus bei der Sache“, betont Pavuk, der wie seine beiden Mitstreiter auf eine Verbesserung der gesellschaftlichen wie politischen Gesamtsituation in der Ukraine hofft. Dazu gehöre in erster Linie eine wirksame Bekämpfung der allgegenwärtigen Korruption.
Wenn es nach Guy Pietron, dem Migrationsbeauftragten der Feuerwehr Braunschweig, der als Mitglied des Vereins „freiEUkraine“ auch eng mit dem Haus der Kulturen zusammenarbeitet, geht, gibt es auch in Zukunft einen intensiven Austausch zwischen Braunschweig und Ternopil – auf verschiedensten Ebenen. Drei Ziele haben sich die bislang 48 Mitglieder des Vereins für Deutsch-Ukrainische Partnerschaft auf die Fahne geschrieben: die humanitäre Hilfe vor Ort, politische Bildung und die Vermittlung ukrainischer Kultur und Lebensart bei Veranstaltungen. Bislang wurde unter anderem ein Transport mit Krankenhausbetten und einem OP-Tisch initiiert, außerdem waren acht Studentinnen aus Ternopil für ein Filmprojekt eine Woche lang in Braunschweig.
Wer sich für den Verein „freiEUkraine“ und seine Arbeit interessiert, kann sich bei Guy Pietron unter der Telefonnummer 0177/ 3 36 56 29, im Internet unter www.freieukraine.eu oder bei Facebook informieren.
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