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Ein Neubeginn für die Diakoniestation

Gemeinnützige Gesellschaft bringt Sanierung auf den Weg – Ambulante häusliche Pflege wird weitergeführt.

Von Martina Jurk, 10.02.2013.

Braunschweig. Für die Diakoniestation Braunschweig ist ein Weg aus der Krise gefunden worden. Ab 1. April firmiert sie als gemeinnützige GmbH und mit neuen Partnern. Die häusliche Pflege von zurzeit 600 Menschen ist gewährleistet. Die Arbeitsplätze von 120 Mitarbeitern sind gesichert.

Fehlentscheidungen der ehemaligen Geschäftsführung hatten im Sommer des vergangenen Jahres eine handfeste Krise ausgelöst. Das Konzept, Kurzzeitpflege und betreutes Wohnen in der ehemaligen Roselies-Kaserne zu zentralisieren, um so ein Defizit in der ambulanten Pflege ausgleichen zu können, war nicht aufgegangen. „Um die ambulante häusliche Pflege weiterzuführen, musste ein neuer Weg gefunden werden“, begründet Pröpstin Uta Hirschler den Umbruch. Eine Sanierung sei allerdings in der alten Form des Zweckverbands der beiden Propsteien Braunschweig und Königslutter nicht hinzubekommen gewesen. Deshalb sei die Gründung einer neuen Rechtsform, einer gGmbH beschlossen worden.
Neue Partner mussten gefunden werden, „wir allein hätten es mit unseren Möglichkeiten nicht geschafft“, so Hirschler. Mit im Boot sind nun der Kirchenkreis Gifhorn und die evangelische Stiftung Neuerkerode.
Jeder der vier Partner hat 25 000 Euro als Stammkapital in die neue Gesellschaft eingebracht. Die beiden Propsteien Braunschweig und Königslutter geben zusammen einen nicht rückholbaren Zuschuss von 300 000 Euro für Investitionen. „Damit steht die Gesellschaft auf soliden Füßen“, meint Uta Hirschler.
„Die Diakonie gehört zu den Grundaufgaben kirchlichen Handelns, und das soll auch weiterhin so bleiben. Allerdings setzt das eine Menge Know-how und eine clevere Geschäftsführung voraus“, betont der Gifhorner Superintendent Michael Thiel. „Wir fühlen uns den Menschen gegenüber verpflichtet“, ergänzt Andreas Weiß, Propst in Königslutter.
Damit die Sanierung der Diakoniestation gelingt, verzichten die derzeit 120 Mitarbeiter – Pflegefachkräfte, Pflegekräfte, Haus- und Familienhelfer sowie Sozialarbeiterinnen – für eine begrenzte Zeit auf einen Teil ihres Tariflohns. Dazu wird eine Notlagenvereinbarung geschlossen, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. „Das zeigt, dass unsere Mitarbeiter sehr motiviert sind“, betont Sabine Luxa, Erste Vorsitzende der Mitarbeitervertretung. Tarifliche Lohnzahlung und mehr Zeit für die Pflege der Patienten würden die Motivation erhöhen.
Was die Bemühungen um eine qualitativ hochwertige häusliche Pflege angeht, hat Andreas Weiß eine grundsätzliche Meinung. Niedersachsen sei Schlusslicht in Deutschland, was die finanzielle Unterstützung des Landes betrifft. „Wenn die Menschen in den Pflegediensten von ihren Löhnen nicht leben können, dann ist etwas faul – und das bei einem Pflegenotstand in Deutschland. Wir brauchen Geld vom Land“, fordert Propst Weiß angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und damit eines steigenden Bedarfs an Pflegeleistungen.

Diakoniestation
Standorte:
Lange Straße für den Bereich Stadtmitte, Vechelde (mit ambulantem psychologischen Dienst), Schwarzer Berg, Nordost (übergangsweise in Riddagshausen)
Patienten:
Pflegebedürftige (mit Pflegestufe oder vom Arzt bescheinigt), psychisch kranke Erwachsene
Soziale Beratung:
Angebote für alle Menschen, Gruppenangebote, Betreuung Demenzkranker, niedrigschwellige häusliche Betreuung
Zentrale der Diakoniestation:
Lange Straße 33 (neben St. Petri), Telefon: 23 86 60
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