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„Das Licht soll nicht ausgehen“

Verein „AufpASSEn“ veranstaltet die „Nacht am Schacht“ und warb gestern dafür in der Stadt.

Von Martina Jurk, 01.05.2011

Braunschweig. Im April 1967 wurde das erste Fass mit Atommüll in das damalige „Forschungsbergwerk“ Asse II bei Wolfenbüttel eingelagert. Die „Nacht am Schacht“ soll auf die drohende Gefahr, die vom radioaktiven Müll ausgeht, aufmerksam machen.

Der Verein „AufpASSEn“ warb gestern auf dem Kohlmarkt für die Veranstaltung am Sonnabend (14. Mai) an der Schachtanlage Asse II, nördlich von Remlingen. „Wir wollen die Stadtbevölkerung darauf aufmerksam machen und einladen“, sagte Lutz Seifert, der zwar nicht Vereinsmitglied ist, aber die Veranstaltung mitorganisiert. Er wohnt in Groß Vahlberg in direkter Nachbarschaft zum Asse-Schacht. „In unserem Dorf organisieren wir alle die Veranstaltung mit“, meinte er.
Hauptanliegen der „Nacht am Schacht“, die bereits zum vierten Mal stattfindet, sollen Unterhaltung und Information sein. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr am Remlinger Freibad (dort gibt es Parkmöglichkeiten). Anschließend wird zur Schachtanlage demonstriert und eine Lichterkette um den Schacht gebildet. Die Rock-Coverband „Spätlese“, Fritz Kösters Bluestime und die Raggae-Band „United Fyah“ sorgen für den musikalischen Rahmen. Essen und Trinken und Spielangebote für Kinder gibt es auch.
„Wir haben die politischen Parteien eingeladen. Die sollen keinen Wahlkampf machen, sondern informieren, wie sie sich die zukünftige Energiepolitik vorstellen. SPD, Grüne und Linke haben bereits zugesagt“, erklärt Lutz Seifert. Nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ schickten die Organisatoren auch eine Einladung an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Beide haben abgesagt.
Dabei sein sollen auch die Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirchen. „Gut wäre es, wenn sie erklären würden, wie sie ihre Gebäude in Zukunft energetisch versorgen wollen. Die Kirchen sollten mit gutem Beispiel vorangehen, was die Nutzung erneuerbarer Energien betrifft“, so Seifert. Und da ist der Mitorganisator der „Nacht am Schacht“ bei einem aktuellen, unausweichlichen Thema: Die Erzeugung erneuerbarer Energien sei gerade im ländlichen Raum, in der Fläche gut geeignet. Sie würde den verschuldeten ländlichen Gemeinden Einnahmen einbringen und die abwandernde Bevölkerung dazu bewegen, dort wieder zu leben. „Es soll nicht das Licht ausgehen, wir wollen weiterleben wie bisher. Die Frage ist nur wie“, gibt Seifert zu überlegen. „Mit Asse II, Morsleben, Schacht Konrad und Gorleben würden wir mittendrin leben in diesem ‚magischen Viereck‘“.
Der Verein will auf das Geschehen um das Atommülllager Asse II aufpassen und das Stilllegungsverfahren kritisch begleiten.
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